Schminken ohne Reue – Kosmetikartikel unter ethischen Gesichtspunkten

23.07.2014 |  Von  |  Make-Up
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Schminken ohne Reue – Kosmetikartikel unter ethischen Gesichtspunkten
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Schmink- und Kosmetikartikel gehören für eine Frau einfach dazu. Doch immer mehr Kosmetikanwenderinnen wünschen sich Produkte, die ohne Tierversuche auskommen, keine künstlichen Zusätze enthalten oder vegan sind. In der Praxis stehen dann aber viele Frauen etwas verunsichert vor dem Kosmetikregal: Welche Bedeutung verbirgt sich eigentlich hinter den einzelnen Gütesiegeln, mit denen die Produkte ausgestattet werden? Und welche Vorzüge enthalten derart ausgezeichnete Produkte? Wer sich etwas näher mit den einzelnen Siegeln befasst, erkennt schnell, welche Kosmetikartikel für den individuellen Bedarf am besten passen – und welche besser im Regal bleiben.

Zurück zu den Wurzeln – Naturkosmetik wird immer beliebter



Naturkosmetik liegt im Trend – immer mehr Menschen wünschen sich Pflegeartikel und Kosmetika, die komplett ohne künstliche Wirkstoffe auskommen und stattdessen auf die Kraft von Pflanzenstoffen setzen. Mit Produkten, die das Bio-Siegel tragen, stellt man sicher, dass ausschliesslich natürliche Zutaten verwendet wurden und keinerlei Chemikalien oder synthetische Stoffe in den Produkten enthalten sind; häufig wird dieses Siegel auch mit der Zusatzbezeichnung „Fair Trade“ kombiniert. Dann kann die Anwenderin sicher sein, dass die Inhaltsstoffe sogar aus kontrolliert biologischem Anbau gewonnen werden und die unterschiedlichen Pflanzen aus Produktionsstätten stammen, bei denen ein faires Handelsabkommen herrscht. Naturkosmetika eignen sich insbesondere für Frauen, die zu Allergien neigen oder besonders empfindliche Haut haben. Wer sich für den Kauf von Naturkosmetik entscheidet, sollte allerdings wissen, dass bei solchen Produkten die allgemeine Haltbarkeit nicht besonders lange ist; es lohnt sich hier also nicht, auf Vorrat zu kaufen.

Ohne Tierversuche geht es auch

Früher wurden nahezu alle Kosmetikartikel zunächst an Tieren getestet, bevor die Zulassung für den Menschen erfolgen konnte. Doch seit einem Beschluss der EU dürfen seit dem Jahr 2013 keine Kosmetika mehr verkauft werden, bei denen Verträglichkeitstests an Tieren durchgeführt wurden. Allerdings kann sich der Endverbraucher trotzdem nicht sicher sein, ob ein ausgewähltes Kosmetikprodukt wirklich komplett frei von derartigen Tests ist; Stoffe, die nicht nur in kosmetischen Artikeln, sondern auch noch in anderen Produkten vorkommen, dürfen weiterhin an Tieren getestet werden. Deshalb sollte man auf das Siegel „No Animal Testing“ achten, das als grüner Button mit Kaninchenohren an entsprechenden Produkten angebracht wird. Einige Beauty-Konzerne sind zusätzlich Mitglied der „Cruelty Free International“ und setzen sich aktiv für den Tierschutz ein. Auch dann kann man sicher sein, dass bei der Produktion der Kosmetikartikel keine Tests an Tieren stattgefunden haben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu Naturkosmetik, die ohne chemische Stoffe auskommt, oder aber zu veganer Kosmetik, die ebenfalls notwendigerweise auf Tierversuche verzichtet.

Naturkosmetik. (Bild: Inga Ivanova / Shutterstock.com)

Naturkosmetik. (Bild: Inga Ivanova / Shutterstock.com)




Für besondere Ansprüche – vegane Kosmetikartikel



Immer mehr Menschen entdecken die vegetarische oder gar die vegane Ernährung für sich. Bei der letztgenannten Variante wird nicht nur auf Fleisch verzichtet, sondern auch Honig, Milch, Bienenwachs oder Seidenextrakte werden komplett ausgeklammert. Allerdings handelt es sich hierbei häufig auch um bewährte Wirkstoffe, die bei der Herstellung von unterschiedlichen Kosmetikartikeln Einsatz finden. Weil aus diesem Grund gerade in der Naturkosmetik adäquater Ersatz gefunden werden muss, kommen mitunter auch künstliche Inhaltsstoffe in veganen Kosmetika zum Einsatz; bei der Kennzeichnung „vegan“ muss es sich also nicht zwangsläufig um zertifizierte Naturkosmetik handeln, auch wenn dies immer häufiger der Fall ist.



Die Kennzeichnung von veganen Kosmetikartikeln steckt insgesamt noch in den Kinderschuhen. Besonders weit verbreitet ist jedoch ein grüner „Vegan“-Schriftzug, der zusätzlich mit einer grünen Blume dekoriert ist. Viele Marken, zum Beispiel Lavera, Sante oder Lash, haben mittlerweile einen beträchtlichen Teil ihres Sortiments auf vegane Produkte umgestellt; insofern ist häufig auch eine Orientierung an diversen Herstellern möglich.

Kombinierte Produkte

Hochwertige Kosmetikprodukte sind häufig mit unterschiedlichen Bio-Siegeln deklariert, die sowohl eine vegane Zusammensetzung garantieren als auch ohne Tierversuche auskommen und darüber hinaus auf natürliche Zutaten zurückgreifen. Gerade im Bereich der Naturkosmetik sind auch noch andere Bio-Gütesiegel im Umlauf, zum Beispiel das europäische Siegel „Nature“; dann sollte man sich keinesfalls verwirren lassen und im Zweifelsfall noch einmal nachfragen.

Fazit:

Kosmetikartikel, die ohne Tierversuche auskommen, sollten eine Selbstverständlichkeit darstellen; jede Frau sollte Wert darauf legen, dass die eigenen Produkte nicht mit derartigen Tests in Berührung gekommen sind. Anders sieht es mit Naturkosmetik aus: Obwohl pflanzliche Wirkstoffe bezüglich ihrer Effektivität sowohl im pflegenden als auch im Anti-Aging-Bereich mit den künstlichen Stoffen gleichauf sind, kann hier manchmal doch die chemische Alternative sinnvoller sein; so hat es sich beispielsweise als sinnvoll erwiesen, als Sonnenschutzmittel nicht nur einen mineralischen, sondern zusätzlich auch einen chemischen Filter zu verwenden. Auf diese Weise ist die Haut am besten vor den UV-Strahlen geschützt. Auch bei der dekorativen Kosmetik können natürliche Produkte nicht immer mithalten, zum Beispiel bei der Wimperntusche, die manchmal zum Bröckeln neigt. Die Verwendung von vegan hergestellten Kosmetika macht hingegen vor allem im Zusammenhang mit einer derart gestalteten Ernährung Sinn. Doch egal, für welches Gütesiegel man sich entscheidet – in jedem Fall handelt man nachhaltig und ethisch vorbildlich!



 

Oberstes Bild: © Karramba Production – Shutterstock.com

Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen "Ernährungsberatung" und "Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde" erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).


1 Kommentar


  1. Anna Mauerhahn

    Hallo,

    und danke für den tollen Artikel.

    Ich denke auch, das Kosmetikartikel ohne Tierversuche und durch eine nachhaltig Produktion Selbstverständlich sein sollten.Und das es einfach mehr und mehr Trade Fair Produkte erhältlich sind.
    Ich selbst nutze auch so weit ich kann, nur noch Trade Fair Produkte. Besonders bei Kaffee, Schokolade und Kosmetik mache ich keine Ausnahmen mehr.
    Es sollte viel mehr Hersteller, wie Dr. Bronners beispielsweise, geben, die selbst als globales Unternehmen, dezentral und lokal beim Bauern in der Nähe einkaufen.

    Es sollten viel mehr solcher Unternehmen unterstütz werden, die nicht nur Produkte verkaufen sondern wirklich für die Menschen einsetzen und ihnen vor Ort eine nachhaltige Lebenssituation bieten.

    Aber ich hoffe und glaube, das wir gemeinsam etwas bewegen können und auch hier im Trade Fair Handel noch weiter wachen können.

    Gruss
    Anna

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