Der Säure-Basen-Haushalt – Ernährung im Gleichgewicht

14.11.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Der Säure-Basen-Haushalt – Ernährung im Gleichgewicht
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Sauer macht vielleicht lustig, aber auf die Dauer auch krank, wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert. Das liegt daran, dass der Mensch biologisch gesehen zu einem grossen Teil ein „Basen-Wesen“ ist: Schon das Fruchtwasser, in dem neues Leben heranwächst, ist basisch, ebenso wie die meisten Körperflüssigkeiten. Natürlich gibt es im menschlichen Organismus auch Säuren, wenngleich wesentlich weniger als Basen. Und wenn man gesund bleiben möchte, ist es wichtig, diese von Natur aus gegebene Relation aufrechtzuerhalten.

Der Grossteil der heutigen Nahrung, vor allem die synthetische und raffinierte aus dem Supermarkt, führt dem Organismus viel zu viel an Säure bildenden Stoffen zu, was langfristig gesehen eine Übersäuerung des Körpers zur Folge hat. In Kombination mit Unwissenheit hinsichtlich der Wichtigkeit einer basischen Gegensteuerung schadet dies auf Dauer der Gesundheit – mögliche Folgen sind unter anderem Sodbrennen, Allergien, Nierenschäden, Diabetes, Osteoporose und Gicht. Aber auch die Schönheit leidet, denn zu viel Säure führt zur Bindegewebsschwäche und verursacht Cellulitis, die aufgrund der Dellen und Grübchen an der Oberfläche auch Orangenhaut genannt wird und bei den Frauen sehr gefürchtet ist.



Der Körper im Säurestress

Von Natur aus ist der Säure-Basen-Haushalt im menschlichen Körper harmonisch, doch aufgrund von ungesunder und falscher Ernährung, beispielsweise bei sehr hohem Fleischkonsum über eine längere Zeit hinweg, kann das zu einer latenten Übersäuerung, auch Acidose genannt, führen. Der Mensch verfügt über verschiedene Kontroll- und Ausgleichmechanismen, um den Säure-Basen-Haushalt permanent zu stabilisieren und den pH-Wert zu regulieren. Überschüssige Säure wird etwa über die Nieren und den Darm ausgeschieden, ebenso wie über die Haut – das ist auch der Grund, warum Schweiss oft für dicke Luft sorgt. Eine kurzfristige Übersäuerung schadet dem Körper allerdings nicht, da er über ausreichend leistungsfähige Puffersysteme verfügt, doch langfristig belastet dieser Zustand nicht nur die Gesundheit, sondern ist auch dem guten Aussehen abträglich. Neben Cellulitis verursacht der Überschuss unter Umständen nämlich auch unreine oder fahle Haut und Haarausfall.

Welche Lebensmittel sauer machen

Bei der Umwandlung der in den Lebensmitteln enthaltenen Bestandteile in körpergerechte Energielieferanten entstehen Basen und Säuren – dabei sagt der Geschmack des jeweiligen Nahrungsmittels allerdings nichts darüber aus, in welche Richtung es den pH-Wert im Organismus verändert. Generell ist jedoch zu sagen, dass vor allem Gemüse und Obst ausreichend Basen liefern, um den Menschen fit, dessen Knochen stark und die Haut straff zu halten. Zu den Spitzenreitern der effizientesten Basenlieferanten zählen dunkle Blattsalate und Trockenfrüchte. Zu den ungesündesten Säurelieferanten, die selten bis gar nicht konsumiert werden sollten, zählen Zucker und zuckerhaltige Speisen, Gebäck und Teigwaren aus Weissmehl, Fleisch, Wurstwaren, Alkohol, schwarzer Tee und Kaffee.



Auch Fisch bildet Säure im Körper, kann aber bedenkenlos verzehrt werden, wenn er mit ausreichend Basen bildenden Nahrungsmitteln kombiniert wird, dasselbe gilt für Hülsenfrüchte. Nüsse sind gesund und zählen zu den neutralen Lebensmitteln, können also jederzeit gegessen werden. Eine säurearme Ernährungsweise ist jedenfalls nicht nur eine wichtige Investition in Sachen Gesundheit, sie wirkt ausserdem wie eine Vorbeugung im Bereich des Anti-Aging.





Fisch kann bedenkenlos verzehrt werden, wenn er mit ausreichend Basen bildenden Nahrungsmitteln kombiniert wird. (Bild: alexpro9500 / Shutterstock.com)

Fisch kann bedenkenlos verzehrt werden, wenn er mit ausreichend Basen bildenden Nahrungsmitteln kombiniert wird. (Bild: alexpro9500 / Shutterstock.com)

Tipps für eine ausgewogene Ernährung im Sinne des Säure-Basen-Gleichgewichts



Grundsätzlich kann Folgendes gesagt werden: Wer sich nicht vegan ernährt, kann zum fettarm zubereiteten Gemüse oder Kartoffelprodukt magere Fleisch- oder Fischsorten kombinieren, beim Genuss von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln sind jene mit einem niedrigen glykämischen Index (die den Blutzuckerspiegel nicht zu sehr in die Höhe treiben) zu bevorzugen. Bei Getreideprodukten wird auf jene aus Weizen zur Gänze verzichtet. Säurebildung, die beim Verzehr von 100 Gramm Eiweiss entsteht, kann mit 250 Gramm Obst oder Gemüse ausgeglichen werden. Zur Neutralisierung der Säuren ist darüber hinaus eine in der Apotheke erhältliche Basenmischung geeignet – diese wird auch zur Vorbeugung gegen Übersäuerung empfohlen.

Morgens: Nach dem Genuss des säurehaltigen Kaffees oder schwarzen Tees ein grosses Glas neutrales Wasser trinken. Gegessen werden zum Vollkornmüsli, zubereitet mit Milch oder Joghurt (idealerweise Soja-Produkte), frische Früchte oder Dörrobst, zum Trinken gibt es neben dem Kaffee oder Tee verdünnte Obstsäfte. Gesüsst werden kann bei Bedarf mit Honig.

Mittags: Bei dieser Mahlzeit wird der Grossteil der Basen aufgenommen. Als wahrer Turbo in Sachen Energie gelten warme Gemüsesuppen mit Kräutern. Danach sind Fisch und Hülsenfrüchte als Eiweiss-Lieferanten dem Fleisch vorzuziehen – als Faustregel gilt jedoch stets: Pflanzliche Proteine können leichter ausgeglichen werden als tierische. Mit Getreideprodukten als Beilage sollte man sparsam umgehen. Um den Überschuss an Säure über die Nieren wieder auszuscheiden, trinkt man viel neutrales Wasser oder Kräutertee.

Abends: Im Idealfall werden zu dieser Tageszeit nur kleine Portionen gegessen, am besten vor 19 Uhr. Gut kauen hilft dem Körper, die Nahrung später im Körper aufzuspalten. Eine reine Eiweiss-Mahlzeit ist empfehlenswert, da man auf diese Weise den Blutzucker vor dem Schlafengehen nicht mehr in die Höhe treibt, was zur Insulinausschüttung führen würde. Diese wiederum hemmt die Fettverbrennung und fördert die Gewichtszunahme. Geht man abends auf eine Party und trinkt dort Alkohol, sollte man sich dazu zwingen, konsequent nach jeder Runde ein Glas Wasser zu trinken.



 

Oberstes Bild: Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt hält gesund und macht schön. (© margouillat photo / Shutterstock.com)

Über Gabriele Hasmann

Lebt in Baden bei Wien, hat viele Jahre als Journalistin bei Funk und Fernsehen gearbeitet und ist seit 2011 als selbstständige Autorin, Ghostwriterin, Lektorin und Literaturagentin tätig. Zahlreiche Publikationen im Bereich Sachbuch.


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