Wasserfilter für reineres Wasser

15.05.2015 |  Von  |  Ernährung
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Wasserfilter für reineres Wasser
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Jedes Jahr werden in der Schweiz rund eine Milliarde Kubikmeter Trinkwasser gefördert. Die Qualität des Hahnenwassers ist im Wasserschloss Europas gut bis sehr gut, da die Wasserversorger auf umfangreiche biologische und technische Massnahmen setzen, um so unerwünschte Inhaltsstoffe wie Keime, Gifte, Medikamentenreste und anderes zu entfernen.

Dennoch kann sich die Wasserqualität auf dem Weg zum Konsumenten verschlechtern, etwa durch alte Rohrleitungen. Und auch der im Wasser gelöste Kalk behagt vielen Kaffee- und Teetrinkern nicht wirklich, denn das Calcium- und Magnesiumcarbonat kann sich in Wasserkocher oder Kaffeemaschine ablagern und auch den Geschmack des Heissgetränks beeinflussen.

Aus diesem Grund sind bereits seit langem Wasserfilter für den Hausgebrauch auf dem Markt, die mithilfe eines Ionentauschers Calcium und Magnesium (die im Übrigen wichtige Mineralstoffe sind, die unser Körper täglich benötigt) aus dem Wasser lösen und auch Giftstoffe entfernen sollen. Allerdings sind diese Geräte nicht unumstritten, denn neben den Kosten können auch die Filter zu einem Problem werden, wenn sie nicht regelmässig ausgetauscht werden.

Bester Kaffee- und Teegeschmack durch klares Wasser

Der Anteil von gelösten und ungelösten Mineralstoffen im Leitungswasser wird durch die Wasserhärte ausgedrückt: Je mehr Calcium und Magnesium (sowie je nach Förderregion auch andere Mineralstoffe) das Wasser auf seinem Weg durch Gestein und Schotter aufnimmt, desto härter ist es. In der Schweiz werden sechs Härtegrade unterschieden, von sehr weich (also sehr geringer Anteil an Mineralien) bis sehr hart (gut erkennbar an einer milchigen Eintrübung und an Kalkrückständen in Töpfen und Wasserkochern) reicht das Spektrum.

Hartes Wasser ist unter gesundheitlichen Aspekten unbedenklich und tendenziell sogar empfehlenswerter aus weiches oder gefiltertes Wasser. Auch geschmacklich tragen die Mineralien dazu bei, dem Wasser Charakter und Körper zu geben, wenngleich Tee- und Kaffeetrinker bemängeln, dass hartes Wasser auch den Geschmack des Getränks beeinflusst. Sie sind es besonders, die auf Tischfilter setzen, um das Hahnenwasser zu klären und teilweise zu demineralisieren.

Funktion eines Tischwasserfilters

Die sogenannten „offenen Filtersysteme“ sind seit vielen Jahrzehnten bekannt und verbreitet, da sie in jedem Haushalt eingesetzt werden können. Sie bestehen aus einem Krug aus Glas oder Kunststoff, der mit Leitungswasser gefüllt wird, das durch einen auswechselbaren Filter läuft, um dann im unteren Bereich des Gefässes als Filtrat gesammelt zu werden. Die Filter basieren auf dem Prinzip des Ionentausches, d. h., sie binden die im Trinkwasser gebundenen Ionen und tauschen sie gegen andere Ionen gleicher Ladung aus, in der Regel gegen Natrium-Ionen.

Gleichzeitig enthalten die Filterkartuschen Aktivkohle, die sich durch eine besonders grosse Oberfläche auszeichnet. Diese wirkt wie ein Filtersieb, in dem organische Stoffe und andere unerwünschte Ablagerungen sich verfangen und zurückgehalten werden. Um eine Verkeimung der Filter zu verhindern oder zumindest zeitlich hinauszuzögern, setzen einige Hersteller auf die Zugabe von Silberionen, die eine antimikrobielle Wirkung aufweisen – allerdings ist Silber auch für den menschlichen Organismus schädlich, besonders, wenn es regelmässig in grösseren Mengen aufgenommen wird.


Offene Filtersysteme bestehen aus einem Krug, der mit Leitungswasser gefüllt wird. (Bild: Alliance / Shutterstock.com)

Offene Filtersysteme bestehen aus einem Krug, der mit Leitungswasser gefüllt wird. (Bild: Alliance / Shutterstock.com)


Filterkartuschen regelmässig ersetzen

Aufgrund ihres Wirkprinzips können die eingesetzten Filterkartuschen nur eine begrenzte Zeit verwendet werden, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Denn irgendwann ist die Kapazität des Ionentauschers erschöpft, und auch der Aktivkohlefilter kann nur eine gewisse Menge von Stoffen aufnehmen und filtern. Zudem können sich in dem nassen Milieu Keime im Filter nicht nur festsetzen sondern auch vermehren, daher raten Experten dazu, den Wasserfilter immer im Kühlschrank aufzubewahren, um die Verkeimung zu verlangsamen.

Wann genau die Kapazität des Filters erschöpft ist, lässt sich leider bei den marktüblichen Geräten nicht genau ermitteln, zwar haben einige Hersteller einen Timer in die Filterkartusche integriert, dieser misst jedoch nur die vergangene Zeit oder wie oft seit dem letzten Filterwechsel Wasser nachgefüllt wurde – beide Parameter geben nur näherungsweise an, wie gut oder verbraucht der Filter ist. Eine direkte Messung im Filter ist im Privathaushalt technisch zu anspruchsvoll und daher nicht realisiert.

Die Hersteller empfehlen, je nach Durchflussmenge, den Filter alle 4-6 Wochen zu erneuern, um einer zu hohen Keimbelastung vorzubeugen. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn das Wasser nicht abgekocht wird, sondern direkt aus dem Wasserfilter konsumiert werden soll, denn dann können Keime direkt in den Körper gelangen und dort etwa Übelkeit oder Durchfall verursachen. Daher darf der Wasserfilter auch nicht an der Heizung oder in der prallen Sonne stehen, da sich hierdurch die Vermehrungsraten von Keimen deutlich erhöhen. Auch abgestandenes Wasser sollte besser weggeschüttet oder abgekocht werden.

Höhere Kosten durch Wasserfilter

Ein Wasserfilter als Tischgerät verursacht dauerhaft Kosten, denn die Filterkartuschen sind ein Verbrauchsmaterial, das regelmässig ausgetauscht werden muss. Zwar kann man die Kosten hierfür senken, indem man nicht auf die originalen Wasserfilter des Herstellers zurückgreift, sondern günstigere Nachbauten von alternativen Anbietern einsetzt, dennoch erhöhen sich durch die Filtration die Kosten für einen Liter Trinkwasser.

Diese Mehrkosten nehmen viele dennoch gerne in Kauf, da besonders in Regionen mit hartem oder sehr hartem Wasser der Effekt bereits in der Filterkanne gut zu erkennen ist: Oben kommt leicht milchiges frisches Hahnenwasser hinein und unten sammelt sich, Tropfen für Tropfen, gereinigtes und sichtbar klareres Wasser an.



Auch ohne Wasserfilter ungetrübt Tee geniessen

Teetrinker, die keine vom Kalk verursachten Schlieren in ihrer Tasse vorfinden wollen, können statt eines Wasserfilters auch einen alten Trick anwenden: Ein Spritzer Zitronensaft senkt den pH-Wert des Wassers und macht es so etwas saurer, der unerwünschte Teefilm kann sich so nicht bilden. Eine andere Möglichkeit ist, das Wasser vor dem Aufgiessen 2-3-mal abzukochen, denn dadurch setzt sich der Kalk am Topfboden ab und gelangt nicht in die Teetasse.

Fazit: Leitungswasser ist in der gesamten Schweiz von hoher Qualität und kann bedenkenlos direkt aus dem Hahn abgefüllt und getrunken werden. Wer dennoch einen Wasserfilter nutzen will, um möglichst weiches Wasser zu verwenden, sollte die Filterkartusche regelmässig austauschen und entsorgen und den gesamten Tischfilter im Kühlschrank aufbewahren, so können sich keine Keime entwickeln.

 

Oberstes Bild: © Mariyana M / Shutterstock.com

Über Christian Praetorius

Christian Praetorius, Jahrgang 1969, gelernter Controller und Logistiker mit jahrelanger Berufserfahrung. Seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christine als freier Texter und Autor selbständig, erfolgreich und glücklich. Seine Kunden schätzen ihn für klare Worte, originelle Slogans und kreative Wortspiele ebenso wie für seine absolute Zuverlässigkeit und Kundenorientierung. Schreibt aus Berufung und mit Leidenschaft für die Sprache, die Botschaft und den Leser.



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