Kunststoffpartikel in Peelings: Warum Alternativen?

07.03.2016 |  Von  |  Hautpflege
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Kunststoffpartikel in Peelings: Warum Alternativen?
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Hersteller von Naturkosmetik setzen schon seit geraumer Zeit auf Alternativen zu Mikroplastik, also Kunststoffpartikeln. Zu diesen Alternativen gehören Salze und Nuss-Schalen. Doch mittlerweile ist auch in die herkömmliche Kosmetikbranche Bewegung gekommen.

Tatsächlich suchen auch Hersteller herkömmlicher Kosmetikprodukte nach Alternativen. Wir wollten in Erfahrung bringen, wie es dazu bei Peelings aussieht. Daher stellten wir Experten die Frage: Warum werden Kunststoff-Partikel in Peelings künftig ersetzt?

Markus Baumgärtner, Diplom-Chemiker und Geschäftsführer bei sensena Naturkosmetik:

„Die Plastikkügelchen können aufgrund ihrer chemischen Struktur in den Kläranlagen nicht zersetzt werden. Sie verunreinigen das Trinkwasser, gelangen in die Meere und über den Klärschlamm auf die Felder, wo sie sich beispielsweise in der Milch der Kühe anreichern.

Mikroplastik ist damit in unserer Nahrungskette angekommen. Durch die Diskussion der letzten Monate und die Sensibilisierung der Verbraucher ist einiges in Bewegung geraten. Während die Behörden den Markt screenen, sind die Betriebe angehalten, nach alternativen Schleifkörpern zu suchen. Diese gibt es − Salze beispielsweise bauen sich in den Kläranlagen problemlos ab und sind in der Natur in riesigen Mengen vorhanden.“



Birgit Huber, Bereichsleiterin Schönheitspflege IKW:

„Die in kosmetischen Mitteln überwiegend eingesetzten Mikrokunststoffpartikel bestehen in der Regel aus Polyethylen (PE). Mikrokunststoffpartikel in kosmetischen Mitteln wurden vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) kürzlich als sicher für den Verbraucher bewertet. Mikrokunststoffpartikel werden in einigen speziellen Produkten eingesetzt, um z. B. bei Gesichtsreinigungsprodukten einen sogenannten Peeling-Effekt zu erreichen.

Der Austausch der Kunststoffpartikel ist ein komplexer Vorgang: für den Einsatz alternativer Stoffe müssen Sicherheit, Wirksamkeit, Umweltverträglichkeit und Produktstabilität getestet und gewährleistet werden. Hierzu sind neben den Entwicklungsarbeiten umfangreiche Prüfungen erforderlich. Viele Hersteller haben bereits angekündigt, Lösungen zu erarbeiten, um diese Substanzen zukünftig zu ersetzen.“

Sabine Kästner, Beauty- und Naturkosmetikexpertin, Lavera:

Mikroplastik belastet die Umwelt um ein Vielfaches – es ist nicht recycelbar und kaum abbaubar. Mikroplastik-Teilchen sind daher für Naturkosmetik schon immer tabu. Erste Studien von der Uni Oldenburg z.B. zeigen: Die kleinen Teilchen sind bereits in der Nahrungskette in z. B. Honig, Milch oder Fischen nachweisbar.

In der Kosmetik werden die Teilchen als Peelingkörper eingesetzt, aber auch bei Tages- und Nachtcremes, Seren, Pudern, Concealern, Rouge, Lidschatten, Mascara, Eyelinern, Augenbrauenstiften und Haushaltsreinigern.“

Dr. Michaela Arens-Corell, Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung der Sebapharma GmbH & Co KG:

„Die meisten Peelings enthielten bislang kleine Polyethylenkügelchen, die einen sehr hautschonenden Rubbeleffekt vermitteln. Allerdings hat das deutsche Umweltbundesamt kritisiert, dass diese nicht abbaubaren Mikrokunststoffe zur Belastung der Gewässer und der darin lebenden Organismen beitragen könnten.

Zwar ist die Menge an Mikrokunststoffpartikel, die durch Peelings in Gewässer gelangt, im Verhältnis zu anderen Quellen, wie z. B. weggeworfenen und mit der Zeit auf Mikrogrösse zerrissenen und verriebenen Verpackungsmaterialien, sehr gering, aber durch Austausch gegen abbaubare Partikel vermeidbar.“

 

Artikel von: beautypress.de
Artikelbild: © Michael Kraus – Shutterstock.com

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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