Blau – die Farbe der Könige modern interpretiert
In nahezu jeder Saison gibt es in der Modeszene neue Trendfarben, manche bleiben mal für zwei Jahre, andere sind nach ein paar Monaten wieder verschwunden. Eine Farbe jedoch ist schon seit Jahrhunderten die Lieblingsfarbe beider Geschlechter.
Aktuell finden wir sanfte, gedämpfte Blautöne bei den Fashionshows, doch auch knallige, kräftige Nuancen der Farbe sind fast immer angesagt.
Blau im Mittelalter: Reichtum, Macht, Adel
Das Geheimnis der Farbe Blau ist unser Empfinden, wir verbinden sie mit positiven Charakterzügen und Erlebnissen, sie sorgt für gute Laune und Fröhlichkeit. Bereits im Mittelalter setzte sich Blau dabei als „königliche Farbe“ durch, als der französische Ludwig IX bevorzugt elegante Gewänder „en bleu“ trug, was schnell von anderen Adeligen Europas wie King Arthur kopiert wurde. Es ist deshalb auch kein Zufall, dass Herzogin Kate für das offizielle Verlobungsfoto mit dem blaublütigen William ein Kleid in vom Namen her passenden Königsblau wählte – und die Presse auf der ganzen Welt mit dem modischen und gleichzeitig elegant-klassischen Outfit verzückte.
Topdesigner lieben Blau
Schon im letzten Winter war Königsblau auf den Laufstegen angesagt. Obwohl dieses Jahr auch hellere Töne dabei sind, bleiben dunkelblaue weiterhin in der Überzahl. Gerade das angesagte dunkle Marineblau kann dabei zu so vielen Farben kombiniert werden, dass es gern als „the new black“ bezeichnet wird.
Diese Saison wird Marineblau z. B. mit Rosa oder Camel getragen, jedoch auch durchaus mit Grau. Doch trotz „new black“ muss aufs klassische Schwarz noch lange nicht verzichtet werden: Das Fashiongesetz, demzufolge Schwarz und Blau nicht kombiniert werden können, wurde spätestens in den Herbstkollektionen 2012 von gleich mehreren Topdesignern gebrochen. Die Modewelt erlebte bei den Fashionshows ihr blaues Wunder – und war begeistert. Blau-schwarze Muster und Kombinationen sind auch diese Saison angesagter denn je.
Auch Grün kann gut mit Blau kombiniert werden – dabei sollte es jedoch einen gewissen Kontrast zwischen beiden Farben geben. Wirkt ein Outfit aus Hellgrün und Hellblau etwas zu grell, harmoniert Marineblau sehr schön mit dem hellen Grünton. Zu einem dunklen Flaschengrün passt dagegen ein dunkleres, leuchtendes Kobaltblau.
Strahlende Blautöne wie Cyan oder Azur wirken richtig elektrisierend, dunkle Töne wie Ultramarin oder Violettblau eher elegant-luxuriös. Obwohl zum kalten Blau oft silberne Accessoires kombiniert werden, passt auch Gold zu allen Blautönen – deren Wirkung wird durch metallische Effekte noch verstärkt.
Welcher Blauton ist der richtige für dich?
Nicht jedem Farbtyp steht der gleiche Blauton.
Frühlingstypen, deren Haut einen gelblichen bis zart goldenen Unterton hat, sollten alle starken und dunklen Blaunuancen meiden, da sie diese zu blass machen würden. Schöner ist z. B. helles Marineblau, klares helles Aquamarin oder sanftes Türkis.
Auch Herbsttypen wird von kühlen Farben wie leuchtendem Blaugrün oder intensivem Königsblau abgeraten – Petrol und rötliche Blautöne wie Pflaumenblau passen dagegen gut zu dem warmen Farbtyp.
Sommertypen, die sich meist durch einen bläulichen Unterton der Haut auszeichnen, steht Mode in rauchigem Jeansblau, Marineblau oder Graublau besser als leuchtendes, „schrilles“ Blau.
Zum Wintertypen passen kühle, klare und intensive Blautöne im Vergleich zu den anderen Farbtypen am besten. Er kann sowohl ein auffälliges, leuchtendes Königsblau, Enzianblau oder das etwas hellere, aber nicht weniger strahlende Kobaltblau wählen – auf stumpfes Taubenblau oder weiches Rauchblau sollte jedoch verzichtet werden.
Doch auch diejenigen, die gerne einen bestimmten Blauton (oder eine andere Farbe) tragen würden, der ihnen eigentlich nicht steht, müssen nicht darauf verzichten: Eine Farbe, die nicht zum Farbtyp passt, sollte zwar nicht in der Nähe des Gesichts, jedoch durchaus als Hose oder Rock getragen werden. Dieses Kleidungsstück kann dann wiederum mit einem Oberteil in der Farbe kombiniert werden, die gut zum eigenen Typ passt.
Artikel von: fashionpress.de
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