Selbstverteidigung für Frauen: Notwehr oder Kampfsport

16.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Selbstverteidigung für Frauen: Notwehr oder Kampfsport
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Was hat Selbstverteidigung mit Fitness und Gesundheit zu tun? Nun, wer sich effektiv schützen und im Angriffsfall verteidigen kann, bleibt länger körperlich und geistig gesund. Selbstverteidigung zielt nicht darauf ab, einen Kampf zu gewinnen, sondern soll fummelnde Chefs, aufdringliche Fremde, mobbende Kollegen, angreifende Diebe oder potentielle Vergewaltiger abwehren, und zwar so, dass sie es kein zweites Mal versuchen.

Auch wenn es nie zu einem Ernstfall gekommen ist, haben Selbstverteidigungs-Kurse einen positiven Effekt auf Körper und Geist: Sie stärken das Selbstbewusstsein, straffen die Körperhaltung und schärfen den Blick. Eine selbstbewusst auftretende Frau wird seltener Opfer von Angriffen. Denn wer Angst hat, macht sich automatisch klein und zeigt mit der Körpersprache: Hier wartet ein Opfer. An diesem Punkt wird bei den Grundübungen angesetzt. Selbstverteidigungskurse werden von Kampfsportschulen angeboten und eignen sich bereits für Kinder. Grossmeister der Kampfkünste Wing Tsun, Jui Jitsu oder Karate bieten Gewaltprävention an Schulen an. Mit den Vorführungen und Vorträgen leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Gesunderhaltung junger Menschen, sondern kümmern sich gleichzeitig um die Nachwuchsförderung und gewinnen neue Mitglieder.



Selbstverteidigung: Werde dein eigener Bodyguard

Ziel einer Selbstverteidigungshandlung ist es, einen Kampf zu beenden und nicht, ihn zu gewinnen. Damit unterscheidet sich die realistische Selbstverteidigung vom traditionellen Kampfsport. Aktuelle Erkenntnisse aus Psychologie und Kriminalistik fliessen in die Systematik mit ein. Rein statistisch gesehen sind physische Übergriffe von Fremden selten. Die meisten Täter sind Verwandte und Bekannte und die Angriffe auf Frauen sind eher psychisch-manipulativer Natur. Wer psychische und physische Gewalt ausübt, ist immer ein Feigling, das Motiv solcher Täter ist die Ausübung von Macht. Wer das weiss, macht sich weniger angreifbar. Manchmal reicht ein selbstbewusstes „Stopp. Bis hier und nicht weiter!“, um den potentiellen Täter an einem Übergriff zu hindern.

Bei einem Selbstverteidigungskurs werden Fallübungen durchgeführt und vor allem Deeskalationstechniken gelehrt. Gefährliche Situationen erkennen und vermeiden ist wichtiger als korrekte Wurftechniken, Griffbefreiungen und Entwaffnungen. Mit Intelligenz und gestärktem Selbstbewusstsein lernen Frauen, wie sie einem Kampf aus dem Weg gehen. Es geht nicht darum, zu gewinnen, sondern darum, nicht zu verlieren und im Ernstfall ohne Verletzungen der Gefahr zu entkommen und auch den Gegner nicht zu verletzen. Hierzu sagt der legendäre Samurai Bokuden: „Es ist nicht mein Ziel zu siegen. Mein Ziel ist, nicht besiegt zu werden.“ Ein riesiger Unterschied! Viele Techniken aus dem Kampfsport sind für eine realistische Selbstverteidigung ohnehin ungeeignet.

Eine Liste über Schweizer Städte, in denen Selbstverteidigungskurse angeboten werden, gibt es hier.



 

Oberstes Bild: © Second-Nature Photos – Shutterstock.com

Über Claudia Göpel

Als gelernte Zahntechnikerin schreibe ich exzellent recherchierte Texte rund um die Themen Zahnmedizin, Allgemeinmedizin, Geriatrie und Gesundheit.
Sie profitieren mit mir als Auftragstexterin zudem von einem reichen Erfahrungsschatz in den Berufsbereichen Gastronomie, Kultur und Recht. Blog- und Fachartikel über Kinder, Tiere (Hunde, Katzen, Vögel, Fische, Reptilien, Kleinsäuger, Vogelspinnen), Pflanzen, Mode, Möbel und Denkmalschutz schreibe ich ebenfalls mit Begeisterung und reichlich Hintergrundwissen.

Zum Ausgleich verfasse ich in meiner Freizeit Kriminalstorys sowie erotische Kurzgeschichten, die unter dem Pseudonym Anastasia in zahlreichen Büchern und Erotik-Magazinen veröffentlicht sind. Ausserdem bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Klinikclown für kranke Kinder in deutschen Krankenhäusern und Hospizen aktiv.


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