Seit Jahrhunderten ein treuer Begleiter: die Handtasche

25.08.2014 |  Von  |  Allgemein
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Seit Jahrhunderten ein treuer Begleiter: die Handtasche
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Die Handtasche gilt als das weibliche Accessoire schlechthin und bildet für viele eine nahezu untrennbare Einheit mit der sie besitzenden Frau. Dass diese Ansicht weit mehr ist als ein plumpes Klischee, beweist ein Blick in die Entwicklungsgeschichte der treuen Begleiter.

Die wohl überraschendste Erkenntnis unseres historischen Exkurses ist, dass zunächst hauptsächlich Männer im Besitz von Handtaschen waren. Schon als Jäger und Sammler führten sie stets beutelartige Behältnisse mit sich herum, welche dem Transport von Jagdutensilien oder Werkzeug dienten. Auch nachdem sie sesshaft geworden waren, besassen Männer mit dem sogenannten Wehrgehenk immer eine Art Tasche, in der sie neben Waffen wichtige Dokumente, bare Münzen oder persönliche Habseligkeiten bei sich tragen konnten.

Frauen mussten sich zu diesem Zweck mit eigens dafür vorgesehenen Fächern in der Kleidung begnügen. Nachdem diese modischen Veränderungen zum Opfer gefallen waren, griff frau in ihrer Not auf das urtümliche Vorbild der Männer – den Beutel – zurück. Weil sie in der Regel keinen Gürtel besass, an dem sie ihn befestigen konnte, kreierte sie damit die erste wörtlich zu nehmende Hand-Tasche. Im Gegensatz zu heute versammelten sich darin allerdings wirklich ausnehmend wichtige Dinge wie Schlüssel, Nähzeug und Almosenpfennige.

Die Gestaltung jener Taschen blieb lange Zeit ausschliesslich dem Geschmack ihrer Besitzerinnen oder des mit der Anfertigung beauftragten Täschners vorbehalten. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts bekam die Handtasche erstmals ein einheitliches Design: Dem Accessoire einer gewissen Marquise de Pompadour folgend, liessen sich zahlreiche Frauen ähnlich aussehende Taschen nähen. Unter dem Namen seiner Schöpferin trat das Beutelchen schliesslich einen weltweiten Siegeszug an – und gehört bis heute zu den bekanntesten Handtaschen-Formen.

Alle ihm nachfolgenden Modelle wurden weiterhin meist von Frauen genutzt. Lediglich für die noch immer in Umlauf befindlichen Arzt- oder Hebammen-Taschen konnten sich auch Männer begeistern.

Bemerkenswert ist, dass der Gebrauchswert von Handtaschen während ihrer Entwicklungsgeschichte immer weiter hinter den Namen des jeweiligen Designers zurückgedrängt wurde. Auf diese Weise setzten sich Kreationen durch, deren Erfolg ohne die dahinterstehende Marke fraglich geblieben wäre. Mit Varianten wie der Clutch oder der Kelly-Bag bestätigen Frauen, dass der Einsatz einer Handtasche nicht immer nur zweckgebunden ist, sondern dass sie auch als modisches Accessoire gilt.

 

Oberstes Bild: © Stokkete – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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