Schneckenschleim, Eigenblut, Plazenta – die verrückten Beauty-Trends der Stars

11.06.2014 |  Von  |  Anti-Aging, Hautpflege Allgemein
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Schneckenschleim, Eigenblut, Plazenta – die verrückten Beauty-Trends der Stars
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Schönheit, Jugend, Attraktivität. All dies zählt eine Menge in der Traumfabrik Hollywood. Um auch in einem Alter jenseits der 30 noch umwerfend schön auszusehen, nehmen die Stars einiges in Kauf und probieren immer neue Beauty-Methoden aus. Längst nutzen Sie nicht mehr nur Antifaltencreme oder einen Concealer zum Abdecken einiger Unebenheiten im Gesicht. Vielmehr gehören Blut, Schneckenschleim und Hämorrhoiden-Creme zu den neuesten Trends bei den Schönen und Reichen – doch bewirken diese Mittel wirklich etwas und sind sie auch für „normale“ Menschen geeignet?

Die Plazenta als Jungbrunnen?



Viele Prominente schwören auf Anti-Aging-Cremes, die Extrakte einer tierischen Plazenta enthalten. VIPs wie die Schauspielerin January Jones oder die Sängerin Jennifer Lopez setzen auf diese Cremes als ewige Jungbrunnen. Der Extrakt enthält Proteine sowie Hormone wie etwa Estrogene und Progesterone. All dies soll für straffe Haut sorgen und die Zellerneuerung antreiben. Die genannten weiblichen Sexualhormone werden zwar für die Reduzierung von Talgdrüsen und somit als Akne-Mittel eingesetzt, insofern können sie das Hautbild verändern. Ein Anti-Aging-Effekt entsteht durch sie jedoch nicht.

In der Stammzellforschung wird die Plazenta zur Gewinnung von zumeist mesenchymalen Stammzellen genutzt. Aus diesen entwickelt sich beispielsweise straffes Bindegewebe oder die glatte Muskulatur. Ob diese Erkenntnisse jedoch auch für Kosmetikprodukte förderlich sind, ist nicht erwiesen, denn die Inhalte von Cremes können zumeist nicht tief genug unter die Haut dringen. Letztendlich könnten auch die anderen Inhaltsstoffe zu einer etwas strafferen Haut führen. Die Kosten liegen je nach Hersteller zwischen 40 und 150 Franken für 100 ml.

Hämorrhoiden-Creme gegen Falten?

Die Schauspielerin Sandra Bullock setzt gegen kleine Fältchen an den Augen sowie Tränensäcke Hämorrhoiden-Creme ein. Regelmässig tupft sie sich die Salbe unter die Augen, die eigentlich für ein ganz anderes Körperteil gedacht ist. Oftmals wird davon gesprochen, dass Hämorrhoiden-Creme die Gefässe verenge und so Schwellungen reduziert würden. Richtig ist, dass das oftmals enthaltene Homöopathikum Hamamelis virginica zusammenziehend und somit blutstillend wirkt. Bei Tränensäcken handelt es sich jedoch nicht um erweiterte Blutgefässe, sondern um eine Verwölbung von Haut oder darunterliegendem Fettgewebe.



Darüber hinaus sind in den meisten Hämorrhoiden-Salben auch andere Wirkstoffe wie etwa Zinkoxid enthalten, das die Haut eher austrocknet und zu mehr Fältchen führt. Auch Inhaltsstoffe wie der Entzündungshemmer Cortison tragen nicht zur Faltenreduktion bei. Lokalanästhetika wie etwa Lidocain führen ebenso nicht zum gewünschten Anti-Aging-Effekt und können Allergien auslösen. Obwohl Hämorrhoiden-Creme frei verkäuflich und preiswert ist, ist ihr Gebrauch als Beauty-Produkt nicht wirklich ratsam.

Ein wirklich schleimiger Beauty-Tipp



Die Schnecke ist normalerweise ein Dorn im Auge jedes Hobby-Gärtners. Kosmetikfirmen setzen den Schleim der Schnecke jedoch auch für ihre Beauty-Produkte ein. So soll Schauspielerin Katie Holmes begeistert vom Effekt einer Creme gewesen sein, die Extrakte aus Schneckenschleim enthält. Dieser soll gegen Akne und bei der Heilung nach einem Sonnenbrand helfen, Narben und Dehnungsstreifen reduzieren, der Haut Feuchtigkeit spenden und Falten mindern.

Wenn die Schnecke unter Stress steht, sondert sie einen Schleim ab, der angeblich besonders reich an Hyaluronsäure, Kollagen, Elastin und Antioxidantien ist. (Bild: Schnecken / Shutterstock.com)

Wenn die Schnecke unter Stress steht, sondert sie einen Schleim ab, der angeblich besonders reich an Hyaluronsäure, Kollagen, Elastin und Antioxidantien ist. (Bild: Schnecken / Shutterstock.com)

Wenn die Schnecke unter Stress steht, sondert sie einen Schleim ab, der angeblich besonders reich an Hyaluronsäure, Kollagen, Elastin und Antioxidantien ist. Letztere helfen gegen sogenannte freie Radikale, die für den Alterungsprozess verantwortlich sein sollen. Kollagen ist Hauptbestandteil des Bindegewebes und polstert dieses sozusagen auf. Auch Hyaluronsäure ist in der menschlichen Haut bereits enthalten und sorgt hier dafür, dass diese ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird und so frisch und elastisch wirkt. Im Alter sinkt der Anteil an Kollagen und Hyaluronsäure im Körper stetig, so dass Falten entstehen.

Die Kosmetikindustrie hat jedoch nicht erst mit Entdeckung des Schneckenschleims von diesen Wirkweisen erfahren. Vielmehr werden Hyaluronsäure und Kollagen sowie Antioxidantien auch in anderen Anti-Aging-Cremes verwendet. Ein Problem hierbei ist stets, dass die langkettigen Stoffe nicht tief genug in die Haut eindringen können. Zwar ist die Herstellung kleinerer Hyaluronsäure-Fragmente heutzutage möglich. Fraglich und weitgehend ununtersucht ist jedoch, wie gross die Moleküle der einzelnen Bestandteile des Schneckenschleims sind und wie lange deren Wirkung anhält. Cremes mit Schneckenschleim sind für etwa 30 bis 40 Franken erhältlich. Eine Wunderwirkung kann nicht erwartet werden.



Als Vampir ewig jung?

Reality-Sternchen Kim Kardashian probierte eine besonders skurrile Beauty-Methode aus. Mit blutverschmiertem und schmerzverzerrtem Gesicht liess sie eine Eigenblut-Therapie über sich ergehen. Hierdurch soll strapazierte Haut wieder jugendlich frisch aussehen und einen schönen Teint aufweisen. Daneben wird die Methode zur Faltenreduktion eingesetzt.

Auch in der Schweiz ist ein solches Vampire-Facelift in bestimmten Kliniken möglich. Hierbei wird der Patient jedoch nicht mit einem Gesicht voller Blut auf dem Behandlungsstuhl sitzen. Vielmehr wird ihm Eigenblut entnommen, welches in einer Zentrifuge in seine einzelnen Bestandteile aufgelöst wird. So kann thrombozytenreiches (blutplättchenreiches) Plasma gewonnen werden. Diese Prozedur dauert etwa 20 Minuten.

Das durchsichtige Plasma wird dann im nächsten Schritt unter die Haut des Patienten gespritzt. Auch hierdurch können mesenchymale Stammzellen zum Zellwachstum angeregt werden. Daneben werden Fibroblasten, die für die Produktion von Kollagen sorgen, freigesetzt. Die Therapie mit thrombozytenreichem Plasma ist nicht neu und wird in vielen medizinischen Fachbereichen eingesetzt. Sie kostet etwa 500 Franken, muss alle sechs Monate wiederholt werden und ist sicherlich nichts für schwache Nerven.



 

Oberstes Bild: © Nailia Schwarz – Shutterstock.com


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