Sanfte Bräune aus der Frischetheke – welchen Beitrag Karotten für die Haut leisten

02.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Sanfte Bräune aus der Frischetheke – welchen Beitrag Karotten für die Haut leisten
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Dass Karotten gut für die Augen sind, ist hinlänglich bekannt. Doch wussten Sie, dass die knackigen Wurzelfrüchte auch für nahtlose Bräune sorgen und auf diese Weise sogar einen natürlichen Sonnenschutz bilden können? Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen für die Krebshilfe. Wir haben uns den Einfluss von Karotten auf die Haut genauer erklären lassen.

Um zu verstehen, inwiefern der Verzehr von Karotten sich auf die äussere Hülle des Körpers auswirkt, lohnt es sich zunächst, den Aufbau der Haut und den natürlichen Vorgang begehrter Sommerbräune genauer zu beleuchten.



Dabei fällt zunächst auf, dass menschliche Haut nahezu durchsichtig ist – ein Umstand, der besonders gut bei Neugeborenen beobachtet werden kann. Selbst bei den Nachkommen deutlich dunkel gefärbter Ethnien schimmern unmittelbar nach der Geburt die Adern und das darin pulsierende Blut durch die obere Schicht. Angeregt durch einen körpereigenen Farbstoff nimmt die Haut jedoch schon bald danach ihre individuelle Tönung an.

Der Farbstoff, der diese Veränderung bewirkt, ist derselbe, der auch über die Haarfarbe und das Aussehen der Iris im Auge bestimmt: das sogenannte Melanin. Es stammt aus speziellen Zellen in der untersten Schicht der Oberhaut, von wo aus es nach aussen wandert, um sich zwischen Zellkern und Hautoberfläche einzulagern.

Unter normalen Umständen produzieren die mit der Bildung von Melanin beauftragten Melanozyten lediglich die Menge, die für die genetisch vorbestimmte Färbung der Haut nötig ist. Erst bei übermässiger Sonneneinstrahlung verstärkt sich ihre diesbezügliche Aktivität. Der Körper schüttet dann mehr Melanin aus, als zur Aufrechterhaltung der üblichen Hautfarbe gebraucht wird. Dieser Vorgang ist auf der Oberfläche der Haut als zunehmende Bräune erkennbar. Sie bewirkt, dass der Körper einen Teil des auftreffenden UV-Lichtes „verschlucken“ kann.

Jene Absorption ist deshalb so wichtig, weil die Sonneneinstrahlung eine solch hohe Energie hat, dass sie die Erbinformationen in den Körperzellen zerstören kann – was zu Fehlern bei der Zellteilung und damit möglicherweise zu Krebs führt. Die vermehrte Bildung von Melanin trägt also dazu bei, den empfindlichen Zellkern vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen.



Doch Melanin ist bei Weitem nicht der einzige Farbstoff, der imstande ist, die Haut zu färben. Ausser ihm gibt es noch zahlreiche andere – darunter zum Beispiel die gelb-roten Carotinoide, von denen bislang rund 700 verschiedene Arten bekannt sind. Zwei davon – nämlich Alpha-Carotin und Beta-Carotin – stecken in Karotten. Beim Verzehr des Gemüses werden sie sowohl in der Leber und im Fettgewebe als auch in der Haut eingelagert.

Zwei Arten von gelbroten Carotinoiden stecken in Karotten. (Bild: Attika / Shutterstock.com)

Zwei Arten von gelbroten Carotinoiden stecken in Karotten. (Bild: Attika / Shutterstock.com)

Dort verursachen sie nicht nur die bereits erwähnte Bräune, sondern helfen auch dabei, freie Radikale in stabile Verbindungen umzuwandeln. Je mehr der hoch aggressiven, äusserst reaktionsfreudigen Moleküle durch die aufgenommenen und eingelagerten Carotinoide gebunden werden, desto weniger empfindlich reagiert die Haut auf zukünftige Sonneneinstrahlung.



Die mit der Untersuchung beauftragten Experten geben jedoch zu bedenken, dass ein ausreichender Schutz durch Carotinoide nur bei einer regelmässigen, über mehrere Wochen andauernden Aufnahme des Farbstoffes gegeben ist. Wer den möglichen Folgen der allgegenwärtigen Sonneneinstrahlung durch Karotten ein Schnippchen schlagen will, sollte es sich also zur Gewohnheit machen, sie täglich zu verzehren.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Körper manche ihrer wertvollen Inhaltsstoffe nur in Verbindung mit Fett aufnehmen bzw. verwerten kann. Das blosse Schnurpsen von Karotten reicht für einen umfassenden Schutz also nicht aus. Das Ergebnis einer solchen Kur lässt sich aber optimieren, indem Gerichten oder frisch gepresstem Saft etwas Öl hinzugefügt wird. Zu einer der wohl bekanntesten und wohlschmeckendsten Kombinationen aus Karotten und Fett gehören mundgerechte Sticks, die in Quark- und Joghurt-Dips getaucht werden.



Der Nutzen des durch Karotten unterstützten Sonnenschutzes erstreckt sich jedoch nicht nur auf den Aufenthalt im Freien. Die an der Studie beteiligten Forscher und verschiedene Krebshilfe-Organisationen haben herausgefunden, dass auch Sonnenstudios eine erhebliche Gefahr für die Haut darstellen. Sie wird durch die in Solarien eingesetzten UV-A-Röhren bzw. deren Strahlung genauso stark beansprucht wie unter der Einwirkung natürlichen Sonnenlichtes.

Damit ist das Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt an Krebs zu erkranken, bei der angeblich „gesunden“ Bräune von der Sonnenbank ebenso hoch wie bei echten Sonnenbädern am heissen Strand. Wer darauf nicht verzichten will, sollte auf Produkte achten, die einen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung gewähren – und sich unabhängig davon stets ausgewogen ernähren. Die gepriesenen Carotinoide stecken nämlich nicht nur in Karotten, sondern auch in zahlreichen anderen Gemüsesorten.

Andere Möglichkeiten, der drohenden Gefahr durch Sonneneinstrahlung zu entgehen, sind die Anwendung von Tanning oder das Auftragen von Selbstbräuner. Hierzu halten wir auf unserem Portal bereits einige Beiträge für Sie bereit.



 

Oberstes Bild: © Yellowj – Shutterstock.com

Über Christiane Dietering

Christiane Dietering hat eine handwerkliche, zwei kaufmännische und eine Autoren-Ausbildung absolviert. Sie arbeitet als freie Texterin, Rezensentin und Journalistin in den Themenbereichen Kunst und Kultur. Ihre Hauptauftraggeber sind Veranstalter von Musikaufführungen, Lesebühnen und Erotik-Events.


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