Rheuma schon bei jungen Menschen

22.11.2014 |  Von  |  Allgemein
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Rheuma schon bei jungen Menschen
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Rheuma ist nicht nur eine Krankheit, die im Alter auftritt; sie kann auch junge Menschen treffen. Die Erkrankung des Bewegungs- und Stützapparates ruft starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen an den Händen und anderen Körperteilen hervor, es können sich auch Verformungen bilden.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Rheuma: die autoimmunbedingten Erkrankungen, die degenerativen Fälle und Stoffwechselstörungen. Mangelnde Bewegung oder häufige Infektionen sowie leichtes bis starkes Übergewicht bilden oft die Ursachen. Den Betroffenen hilft jedoch die rechtzeitige Diagnose, daher sollte bei ersten Beschwerden ein Arzt konsultiert werden.



Arthrose als rheumatische Erkrankung

Mit Arthrose bezeichnet man die übermässige Abnutzung von Gelenken. Problematisch wird es dann, wenn der Gelenkverschleiss nicht dem altersüblichen Mass entspricht. Oft beschränken sich die Schmerzen auf ein bestimmtes Gelenk und schleichen sich langsam ein. Anlass können hohe Belastungen, Unfälle oder angeborene Eigenschaften sein. Aber auch durch Übergewicht besteht ein erhöhtes Risiko, an Arthrose zu erkranken, da sich die dauerhafte Belastung der Gelenke negativ auswirkt. Dem Übergewicht gegenzusteuern, dafür bieten sich Kontrollen des BMI an.

Auch Osteoporose kann im Laufe der Zeit eine Arthrose auslösen. Hierdurch können sich Deformierungen bilden, welche die Gelenke belasten. Am häufigsten tritt Arthrose im Kniegelenk auf – sie zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen am Knie. Weil dadurch die Bewegungsabläufe beeinträchtigt sind, wird beim Laufen unwillkürlich das Gewicht auf das andere Bein verlagert. Das gesunde Knie wiederum wird übermässig belastet und es können sich auch dort Beschwerden einstellen.

Rechtzeitige Arthrosebehandlung



Ein Ziel der Behandlung ist es, Schmerzfreiheit zu erreichen. Zum anderen muss aber auch der Verschleiss gestoppt werden, um weitere Abnutzungen zu vermeiden. Welche Heilmethoden anzuwenden sind, hängt jeweils vom Einzelfall ab. Ist eine mechanische Überbeanspruchung die Ursache, dann kann der auslösende Faktor mittels einer Operation beseitigt werden. Kniegelenke werden häufig durch künstliche Pendants ersetzt.

Vorbeugend Arthrose verhindern

Wenn sich erste Anzeichen für einen erhöhten Verschleiss zeigen, dann sollten Sie verschiedene Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Durch langes Sitzen entstehen zum Beispiel oft Gelenkprobleme. Für die Knie kann es auf Dauer recht anstrengend sein, wenn die Beine unter dem Tisch in einer bestimmten Haltung angewinkelt verharren. Achten Sie darauf, regelmässige Positionswechsel durchzuführen. Wer ständig im Sitzen arbeitet, sollte unbedingt zwischendurch mal ein kleines Stück laufen, um dadurch seine Gelenke zu entlasten.

Rheuma kann Menschen jedes Alters betreffen. Viele Sportarten können helfen, Beschwerden vorzubeugen. (Bild: Anetlanda / Shutterstock.com)

Rheuma kann Menschen jedes Alters betreffen. Viele Sportarten können helfen, Beschwerden vorzubeugen. (Bild: Anetlanda / Shutterstock.com)

Sport kann ebenfalls helfen, Beschwerden vorzubeugen. Wichtig ist nur, sich nicht übermässig zu belasten. Bewegungssportarten wie Schwimmen, Walking und leichtes Joggen gelten durchaus als förderlich. Volleyball und Ähnliches bergen hingegen hohe Risiken für Verletzungen an den Gelenken und müssen mit Bedacht ausgeübt werden.

Rheuma infolge von Stoffwechselerkrankungen

Verschiedene Stoffwechselkrankheiten sind dafür bekannt, rheumatische Beschwerden nach sich zu ziehen. Zu den häufigsten Grunderkrankungen zählt die Gicht, bei der sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern. Dadurch kommt es neben Beschwerden in diesen Körperteilen auch zur Schädigung der Nieren.

Rheuma kann in Schüben verlaufen und sich zunächst nur durch kurze Beschwerdezeiten bemerkbar machen. Doch nach und nach kommt es immer häufiger zu Schmerzen, und diese halten über Tage oder gar Wochen an. Als Ursache für die Gicht gelten primär Erkrankungen der Nieren. Diese können vererbt oder im Laufe des eigenen Lebens erworben worden sein. Auch Diabetiker unterliegen einem erhöhten Risiko, weil sich ihr fehlerhafter Blutzuckerspiegel negativ auswirkt.



Rheuma als Auslöser von Autoimmunerkrankungen  

Die reaktive Arthritis ist eine häufige Ursache für Rheuma. An den Gelenken entstehen Entzündungen, welche unter anderem durch Bakterien ausgelöst werden. Zu den bekanntesten dieser Erkrankungen zählt Morbus Reiter – die Reitersche Krankheit. Sie wird in der Regel durch Infektionen im Darm oder in den Harnwegen ausgelöst. In vielen Fällen werden die Krankheitszeichen äusserlich durch Hautveränderungen sichtbar.

In den Gelenken selbst sind meist keine Erreger mehr nachzuweisen, dafür jedoch Antigene. Sie entstehen durch die natürliche Reaktion des Immunsystems im Organismus. Weil sich das Abwehrsystem gegen den eigenen Körper richtet, entsteht eine Autoimmunerkrankung. In vielen Fällen kann diese über das Blut nachgewiesen werden.



Zur Risikogruppe für diese Krankheit zählen vor allem Männer, am häufigsten männliche Patienten zwischen 20 und 30 Jahren. Eine Erstdiagnose wird nur selten bei Personen über 45 Jahren gestellt. Das Geschlechterverhältnis liegt bei 20:1. Weltweit sind 3,5 von 100’000 Männern betroffen. Diese Zahl liegt in der westlichen Welt mit 4 bis 5 Patienten pro 100’000 Männern deutlich höher.

Die Erreger gelangen oftmals über die Nahrung in den Körper. Beispielsweise kann eine Erkrankung durch Salmonellen als Auslöser auftreten. Eine Vielzahl an Bakterienarten in kontaminierten Lebensmitteln wie Wurst, Fleisch oder Käse kann eine Infektion auslösen.

Erste Symptome zeigen sich erst rund eine bis sechs Wochen nach der Infektion. Es beginnt mit Fieber und Abgeschlagenheit. Die Grundinfektion kann dabei ausgeprägt gewesen sein oder sie wurde kaum bemerkt.

Die Therapie besteht meist in der Gabe von Antibiotika und der Linderung der Symptome. Dies können entzündungshemmende Massnahmen und Kälteanwendungen sein. Bei chronischen Verläufen empfiehlt sich der Einsatz von Immunsuppressiva.



 

Oberstes Bild: © Stasique – Shutterstock.com

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