Parfüm selbst machen für die individuelle Note

25.10.2014 |  Von  |  Parfüm
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Parfüm selbst machen für die individuelle Note
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Wird man als Frau von der Freundin oder – noch schlimmer – von einem tollen Mann mit den Worten «Hast du ein neues Parfüm? Es riecht… interessant!» begrüsst, ist es an der Zeit, seine Duftwahl zu hinterfragen. Häufig greift man allerdings aus reiner Gewohnheit zum Lieblingsflakon, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob das jahrelang immer wieder nachgekaufte Parfüm überhaupt noch zu einem passt.

Viele Frauen haben aber auch das Problem, dass sie genau den Duft, den sie sich vorstellen, nirgendwo finden. Oder dass der ehemalige Favorit aus dem Programm des Herstellers genommen wurde und nicht mehr nachproduziert wird.
Was macht die moderne tatkräftige Frau von heute in so einem Fall? Sie kreiert das Aroma nach ihren eigenen Wünschen und stellt ihr ganz individuelles Parfüm selbst her. Und das ist gar nicht so schwierig, wie es vielleicht klingt.



Ein persönliches und mit dem eigenen Körpergeruch perfekt harmonierendes Parfüm selbst machen stellt in jedem Fall eine tolle Alternative zum gekauften Luxusduft dar. Mit viel Liebe wählt man die notwendigen Aromen und Zutaten aus, mixt diese mit Hingabe wie die grossen Parfümeure dieser Welt und füllt das wohlduftende Gemisch zuletzt in ein edles Glasflakon.

Die Vorteile: Man kann seiner Kreativität freien Lauf und die eigene Nase den Ton angeben lassen, spart dabei noch Geld und besitzt ein Parfüm, das keine andere Frau auf diesem Planeten trägt.

Hinweis: Man sollte bei den ersten Versuchen immer nur kleine Mengen des individuellen Parfüms anmischen, um immer wieder neu experimentieren zu können, bis man seinen absoluten Lieblingsduft in Händen hält.

Die Vorbereitung zur Parfümherstellung



Zunächst einmal trifft man die Entscheidung, ob man ein Parfümöl herstellen möchte, das man später beispielsweise auf die Handgelenke träufelt und auf der Haut an Hals und Schläfen verreibt, eine Aromacreme oder eine Flüssigkeit zum Versprühen. Im ersten Fall ist der Trägerstoff ein pflanzliches Öl (es eignet sich auch neutrales Speiseöl, das länger haltbar ist), im zweiten eine parfümfreie Creme, die das Ergebnis allerdings unter Umständen ganz leicht verfälschen kann, und im dritten Alkohol. Dieser hat den Vorteil, dass er konservierend wirkt – lässt man ihn weg, verflüchtigt oder verändert sich das Aroma bereits nach etwa drei bis vier Wochen. Die Mischung wird darüber hinaus auch leichter, ist dafür aber ein wenig aggressiver zur Haut.





Duftöle. (Bild: Irina Burakova / Shutterstock.com)

Duftöle. (Bild: Irina Burakova / Shutterstock.com)

Im Anschluss besorgt man sich verschiedene Duftöle, die pro Flasche zwischen fünf und zehn Euro kosten. Alle Zutaten sind in der Drogerie beziehungsweise in der Apotheke erhältlich.

Im nächsten Schritt hat man die Entscheidung zu treffen, in welche Richtung das Aroma des selbst kreierten Parfüms gehen soll: Bevorzugt man eher das liebliche Bukett von Maiglöckchen, den betörenden Duft von Rosen, den sinnlichen von Jasmin, den herben einer Zitrusfrucht oder doch eher den süsslichen von Zimt? Der auserkorene Favorit stellt dann die Kopfnote dar, die für den «ersten Eindruck» verantwortlich ist und am intensivsten wahrgenommen wird.

(Herznote, für die sich Anis, Honig, Lavendel, Lemongras oder Salbei eignen) und danach jene, die bis zuletzt dezent auf der Haut erhalten bleiben (Basisnote, beispielsweise Neroli, Patchouli, Sandelholz, Teebaum oder Weihrauch). Häufig wird daher der Lieblingsduft nicht als Kopf-, sondern als Basisnote gewählt.

Alle drei Bestandteile sollten ideal miteinander harmonieren und sich ergänzen, weshalb bei der Herstellung von Parfüm ein feines Näschen erforderlich ist. Nicht umsonst gelten Duftdesigner als künstlerisch begabte Geruchs-Virtuosen.



Die Kombination der Aromen

Im Prinzip sollte man intuitiv wissen oder zumindest erschnuppern können, welche Gerüche sich nicht miteinander vertragen. Jedenfalls darf das Aroma nicht zu blumig werden, daher ist vom Zusammenmischen von mehr als zwei Blütenölen abzuraten. Blumendüfte, die eher die Kopfnote darstellen, kann man gut mit Zitrus-Aromen oder Pfefferminze als Herznote kombinieren. So wird die Schwere von Jasmin beispielsweise mit der Frische von Orange und Minze aufgelockert. Die Basisnote könnte in dieser Mischung etwa Vanille darstellen. Entscheidet man sich für das eher orientalische Flair von Zimt als Kopfnote, mischt man dazu beispielsweise Moschus (Herznote) und Sandelholz (Basisnote), damit dem Süssen etwas Herbes entgegengesetzt wird.

Mehr als drei Düfte sollte man anfangs, wenn man noch relativ ungeübt ist, nicht kombinieren. Tatsächlich wahrnehmbar sind von der Nase insgesamt maximal fünf unterschiedliche Gerüche.
Tipp: Vanille passt fast zu jedem anderen Aroma, sollte aber nie die Kopfnote darstellen – am besten ist dieser Duft als Basisnote geeignet.

Die Herstellung des individuellen Parfüms

Um ein optimales Duftergebnis zu erhalten, mischt man etwa 30 Tropfen Duftöl (unter Berücksichtigung eines individuellen Mengenverhältnisses) mit etwa zehn Milliliter Pflanzenöl, Creme oder Alkohol. Natürlich sollte man vor der professionellen Produktion die auserwählte Mischung zunächst einmal testen: Dazu werden von jedem Aroma je etwa drei Tröpfchen auf das Handgelenk geträufelt oder mit einem Wattestäbchen aufgetragen und dort verrieben. Das macht man am besten im Freien, weil sich sofort eine intensive Duftwolke bildet. Dann wird kurz abgewartet, und nach etwa einer Minute kann man erschnuppern, ob man mit der Kombination eine kluge Entscheidung getroffen hat.

Ist man zufrieden, steht der Herstellung des individuellen Parfüms in einer grösseren Menge nichts mehr im Wege. Vor der Benutzung sollte das Gemisch allerdings ca. eine Woche lang in einem fest verschlossenen Flakon aufbewahrt werden, damit sich die einzelnen Komponenten optimal miteinander verbinden können. Erst nach dieser Zeit hat sich auch das Aroma zu seiner vollen Eleganz entfaltet.



 

Oberstes Bild: © Liv friis-larsen – Shutterstock.com

Über Gabriele Hasmann

Lebt in Baden bei Wien, hat viele Jahre als Journalistin bei Funk und Fernsehen gearbeitet und ist seit 2011 als selbstständige Autorin, Ghostwriterin, Lektorin und Literaturagentin tätig. Zahlreiche Publikationen im Bereich Sachbuch.


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