Heuschnupfen: Symptome lindern

09.06.2015 |  Von  |  Allgemein
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Heuschnupfen: Symptome lindern
4.88 (97.6%)
25 Bewertung(en)

Heuschnupfen ist mehr als ein lästiges Übel. Während das Umfeld zwar verständnisvoll und mitleidig reagiert, die Symptome aber doch als eher harmlos einstuft, ist der Betroffene richtig eingeschränkt.

Bei starkem Heuschnupfen-Symptomen geht im Grunde gar nichts mehr: Die Atmung ist erschwert, die Augen tränen. Man kann weder normal arbeiten noch ohne Risiko Auto fahren.

Plötzliche Niesattacken können am Steuer höchst gefährlich werden. Heuschnupfengeplagte Autofahrer brauchen auf jeden Fall einen Pollenschutzfilter und sollten das Fenster beim Fahren tunlichst geschlossen halten. Leider kommt man mit den Pollen sofort in Berührung, sobald man das Auto verlässt, und trägt sie auch mit ins Auto hinein. Zum Glück gibt es heute einige Hilfsmittel, die die Heuschnupfen-Symptome abschwächen. So kann man auch in der Pollen-Hochsaison wieder am Alltag teilhaben.

Immer mehr Erwachsene und vor allem Kinder leiden heute unter Heuschnupfen und Allergien im Allgemeinen. Über die Ursachen wird immer noch geforscht. Man geht davon aus, dass die veränderten Umweltbedingungen daran schuld sind, dass unser Immunsystem verrückt spielt. Wir ernähren uns von Nahrungsmitteln, denen künstliche Zusatzstoffe beigesetzt wurden, die künstlich gedüngt wurden oder mit Schädlingsbekämpfungsmitteln in Berührung kamen. Die Umstellung auf reine Bio-Kost ist aber leider auch nicht die Lösung für Allergiker, denn ungesunde Einflüsse erreichen uns nicht nur über die Nahrung. Auch die Strahlung durch unsere mobilen Endgeräte und Elektrosmog könnte ein Grund für ein aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem sein.

Mit schuld an der Zunahme der Allergien sind jedoch auch die heutigen, übertriebenen Hygienemassnahmen. Sie führen dazu, dass das Immunsystem des Menschen nicht von klein auf lernt, mit natürlichen Stoffen umzugehen. Bekannt ist, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufgewachsen sind, kaum Probleme mit Allergien haben. Der Wunsch kleiner Kinder, in Matsch und Dreck zu spielen, alles anfzufassen und zu erforschen, ist eigentlich ein ganz normales, gesundes Bedürfnis. Er hilft ihnen, sich gegen alle möglichen Bakterien und Erreger zu immunisieren und die schlechten von den guten zu unterscheiden. Auch der instinktive Wunsch der Kinder, Erde in den Mund zu stecken, was natürlich Entsetzen bei den Eltern hervorruft, hat seinen Zweck: Über die Mundschleimhaut immunisiert sich der Körper gegen verschiedene Stoffe.

Wenn Eltern also nicht immer verhindern können, dass ihre Kleinen an allen möglichen Stoffen und Gegenständen herumlutschen, hat das für die Gesundheit gewisse Vorteile. Allgemein sollte es in der Umgebung eines kleinen Kindes nicht klinisch rein sein und beispielsweise nicht mit Desinfektionsmitteln geputzt werden. Normale Haushaltsreiniger wie Essigreiniger reichen vollkommen aus. Ebenso sollte man auf den Einsatz künstlicher Duftstoffe verzichten.


Allergiker leiden unter der Überreaktion ihres Körpers auf Allergene.

Allergiker leiden unter der Überreaktion ihres Körpers auf Allergene. (Bild: © drubig-photo – Fotolia)


Die Nase läuft, die Augen tränen – was tun?

Heutzutage haben es Allergiker schon viel einfacher als noch vor 20 Jahren. Erstens gibt es immer mehr Leidensgenossen und man wird nicht mehr komisch angeschaut, wenn man allergische Reaktionen zeigt. Zweitens gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, die unangenehmen, beeinträchtigenden Symptome zu lindern. Wer ein paar Grundregeln in der Heuschnupfen-Zeit beachtet, hat es ohnehin leichter: Erfahren Sie hier mehr über Hausmittel und Tipps bei Heuschnupfen. Die Pollen möglichst zu meiden und in der Pollenzeit nicht ohne Pollenschutzgitter am Fenster zu lüften, ist wohl der wichtigste Hinweis.

Sind die Symptome erst einmal da, gibt es einige Mittel, die schnell helfen:

  • Nasenspülungen: das A und O in der Bekämpfung von Heuschnupfen! Täglich mehrmals die Nase mithilfe einer handelsüblichen Nasendusche ausspülen. Das entfernt die Pollen, indem es sie einfach herausspült!
  • Augenspülungen: Da die Pollen auch die Augen reizen, sollte man diese ebenfalls öfter ausspülen. Wer Leitungswasser nicht verträgt, kann sich eine medizinische Augenspüllösung besorgen oder es mit gekochtem, abgekühltem Tee versuchen.
  • Sind Nase und Augen erst einmal von Pollen gereinigt, sollte man weitere Massnahmen ergreifen: Augentropfen und Nasensprays kommen nun zum Einsatz. Hier gibt es verschiedene Produkte.
  • Antiallergische Nasensprays und Augentropfen: Diese Produkte unterbinden die allergischen Reaktionen. Sie werden aber nicht von allen Anwendern als angenehm empfunden, da sie auch Nebenwirkungen haben.
  • Mittel mit mechanischem Effekt: Relativ neu auf dem Markt sind Heuschnupfenmittel, die auf mechanische Weise das Eindringen der Pollen in die Schleimhäute verhindern. Solche Nasensprays und Nasensalben bilden einen Schutzfilm über der Schleimhaut.
  • Diese Mittel bitte nach der Nasenspülung anwenden und bei Bedarf die Anwendung nebst Nasenspülung wiederholen. Der Schutzeffekt hält meist circa zwei Stunden an.
  • Homöopathische Tropfen: Längst bewährt haben sich die Anti-Allergie-Tropfen mit Wirkstoffen aus der Adhatoda-Pflanze. Sie beruhigen die Schleimhäute der Augen und Nase recht schnell. Fünf bis zehn Tropfen werden im Mund behalten. Diese Tropfen nimmt man öfters am Tag.
  • Homöopathische Tabletten: Verschiedene Präparate enthalten pflanzliche Wirkstoffe, die ebenfalls die Schleimhäute beruhigen und die allergischen Reaktionen eindämmen. Man lässt diese Tabletten einfach im Mund zergehen. Auch hier tritt die Wirkung relativ schnell ein.


Vorbeugende und langfristig lindernde Massnahmen gegen Heuschnupfen-Symptome:

Besser ist es natürlich, vorbeugend gegen die alljährlich wiederkehrenden Heuschnupfen-Symptome etwas zu unternehmen. Natürlich gibt es verschiedene schulmedizinische und alternative Therapien, beispielsweise die Desensibilisierung oder eine Bioresonanztherapie. Erstere kann bis zu drei Jahre dauern, Letztere braucht auch ihre Zeit und wirkt nicht bei jedem. Schwierig dabei ist auch, genau die Allergene einzugrenzen, auf die der Allergiker reagiert. Oft kommen neue Stoffe hinzu oder es entwickeln sich Kreuzallergien. Doch es gibt noch andere Methoden, seinen Heuschnupfen besser in den Griff zu bekommen:

  • Schwarzkümmelöl-Kapseln: Über mehrere Monate hinweg eingenommen, stabilisiert das wertvolle Öl des Schwarzkümmels das Immunsystem des Allergikers und alle allergischen Symptome werden schwächer oder verschwinden ganz. Man fängt am besten im Winter an, drei bis sechs der Kapseln täglich einzunehmen.
  • Honig vom örtlichen Imker: Eine sehr clevere Methode, seine Pollenallergie zu bekämpfen, ist diese ganz natürliche Desensibilisierung. Man isst im Winter Honig, der aus den Pollen der Umgebung hergestellt wurde. So gewöhnt sich der Körper an diese Stoffe und reagiert nicht mehr allergisch.
  • Mineralstoffe: Allergiker leiden oft unter Mineralstoffmangel. Manchmal nützt schon eine vermehrte Einnahme von Kalzium und Magnesium, um die Heuschnupfen-Symptome zu lindern. Doch auch Zink und Selen sind wichtig. Viele Allergiker haben Zinkmangel. Selen ist ein Mineralstoff, der vielen Menschen fehlt, da unsere Böden nicht mehr ausreichend mit Selen angereichert sind.

Guter Honig von Ihrem Imker kann Ihnen helfen, Ihre Allergie einzudämmen.

Guter Honig von Ihrem Imker kann Ihnen helfen, Ihre Allergie einzudämmen. (Bild: © joanna wnuk – Fotolia)


Erfahrungswerte

Wer Anthistaminika einnimmt, hat mit einigen Nebenwirkungen zu rechnen. Jene machen oft sehr müde und schlapp. Die Folge davon ist, dass man zwar keine Symptome mehr hat, aber auch nicht wirklich arbeitsfähig ist. Mit manchen Präparaten sollte man noch nicht einmal Auto fahren, weil die Reaktionsfähigkeit erheblich behindert ist. Man muss hier sehr genau auf die Dosierung achten. Oft ist die auf der Packung angegebene Dosierung schon viel zu hoch. Dabei verträgt der eine Allergiker eine ganze Tablette gut, ohne Nebenwirkungen, der andere ist einfach schachmatt und muss sich ins Bett legen. Es kann durchaus sein, dass schon ein Viertel einer Tablette eines solchen Präparates langt, um die Symptome einzudämmen, aber normal am Alltag teilhaben zu können.

Antiallergische Augentropfen mit dem Wirkstoff Cromoglycinsäure soll man eigentlich gar nicht im akuten Fall nehmen, da sie dann nicht wirken, sondern schon vor der Pollenzeit. Meist möchte man aber nicht vorbeugend Augentropfen nehmen, vor allem nicht, weil man nicht so genau weiss, wann es wieder mit den Reaktionen losgeht. Es gibt verschiedene Präparate an Augentropfen. Hier lohnt es sich, mehrere auszuprobieren und die Wirksamkeit selbst zu testen, denn sie wirken nicht bei jedem Anwender gleich.

Ganz unvorbereitet sollte kein Allergiker in die Pollensaison starten. Wer weiss, wann „seine“ Pollen fliegen, kann gut vorbauen. Die Pollen zu meiden, wann immer es geht, ist die beste Möglichkeit, die Symptome zu lindern. Dazu gehören ganz banale Dinge, wie nicht abends zu lüften, da dann der Pollenflug am stärksten ist. Tägliches Haarewaschen ist nicht nur sinnvoll, sondern Voraussetzung, nicht dauernd Pollen in Nase und Augen zu bekommen. Natürlich wäscht man die Haare in der Pollenzeit abends! Sonst geraten diese auf das Kopfkissen und die Reaktionen halten die ganze Nacht über an.

Draussen Wäsche aufhängen ist in der Pollensaison ebenfalls keine gute Idee. So hat man die Pollen noch länger um sich als nötig. Pollenschutzgitter für die Fenster der Räume, die am häufigsten benutzt werden, sind eine wirksame Massnahme. Der Pollenallergiker sollte zudem Temperaturschwankungen meiden. Auch bei sehr warmem Wetter kann ein kleiner Luftzug eine Niesattacke auslösen.

Insgesamt ist der Heuschnupfengeplagte so angeschlagen wie bei einer Erkältung. Allergien sind keine harmlose Überreaktion. Forschungen haben gezeigt, dass der Betroffene in der Zeit, in der der Körper allergisch reagiert, nicht über die gleichen körperlichen Kräfte verfügt wie sonst. Das bedeutet, Allergiker sollten sich in Symptom-Phasen nicht überlasten. Auch wenn man es nicht unbedingt merkt, so ist der Körper doch sehr mit den Symptomen und dem unnötigen Kampf gegen eigentlich harmlose Stoffe beschäftigt. Gerade bei Kindern sollte deshalb mit Verständnis und Rücksichtnahme bei allergischen Reaktionen reagiert werden. Sport ist in dieser Zeit tabu, da die Atmung nicht normal funktioniert und eine Belastung auf Lunge und Herz übergehen kann.

Wer die hier genannten Tipps berücksichtigt, kommt leichter durch die Pollenzeit. Mit vorbeugenden Massnahmen wie der beschriebenen Schwarzkümmelkur und der Einnahme örtlicher Honigprodukte ist jeder Allergiker gut gewappnet im Kampf gegen die lästigen Heuschnupfen-Symptome.

 

Oberstes Bild: © Kzenon – Fotolia

Über J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Themen Mode und Schmuck, führt sie zu diesen Themen mit viel Freude eigene Blogs, auch in Gemeinschaft mit anderen Autorinnen. Da sie Erfahrung im Schneidern von passgenauer Kleidung hat, kennt sie sich gut mit Stoffen, Schnitten und sorgfältiger Verarbeitung von Modeartikeln aus!


Ihr Kommentar zu:

Heuschnupfen: Symptome lindern

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.