Heilkräuter – sanfte, natürliche Hilfe gegen Frauenbeschwerden

11.03.2015 |  Von  |  Allgemein
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Heilkräuter – sanfte, natürliche Hilfe gegen Frauenbeschwerden
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Von allen Arzneiformen kommen weltweit die Heilkräuter am häufigsten zum Einsatz. Wissen, welches sich Hunderte oder gar Tausende Jahre bewährt hat, war in Mitteleuropa beinahe in Vergessenheit geraten und wurde glücklicherweise in den letzten Jahrzehnten wiederentdeckt.

So manches hilfreiche Kraut wächst vor der Haustüre oder im eigenen Garten und viele Heilpflanzen können von einem Spaziergang mit nach Hause genommen werden. Einige kenne ich seit meiner Kindheit, da ich oft mit der Grossmutter Pilze, Beeren und Kräuter sammeln ging. Andere lernte ich kennen, weil wir mit der Schule Heilkräuter sammelten und verkauften, um die Klassenkasse aufzubessern.

Das ist lange her. Einige Heilpflanzen begleiten mich schon mein ganzes Leben, andere hatte ich in der Zwischenzeit vergessen oder sind auch für mich neu. Seit ein paar Jahren befasse ich mich intensiv damit und mache viele gute Erfahrungen. In diesem Artikel möchte ich Ihnen einen Überblick über ein paar Schätze aus der Kräuterapotheke geben, welche besonders Frauenbeschwerden lindern oder vorbeugen können. Studien haben inzwischen die Wirksamkeit belegt, aber nicht jede Frau macht die gleichen Erfahrungen mit der jeweiligen Pflanze. Probieren Sie ruhig einmal aus, was Ihnen gut tut.

Wenn Sie selber Heilpflanzen sammeln möchten, kann ein Bestimmungsbuch hilfreich sein. Am besten kaufen Sie eines, welche auch auf geschützte Arten hinweist, denn nicht jedes Kraut darf gepflückt werden! Sie bekommen Heilkräuter natürlich auch in grösseren Apotheken und ganz sicher in Naturapotheken. Vielerorts werden geführte Kräuterwanderungen angeboten und in Kloster- oder Hofläden lassen sich mitunter auch seltene Kräutermischungen finden.

Wirkungsvolle Hilfe aus der Natur bei Frauenbeschwerden:

Frauenmantel wird traditionell bei Menstruationsbeschweren eingesetzt. Für einen Tee werden 2 Teelöffel mit 250 ml heissem, nicht mehr kochendem, Wasser überbrüht. Das Getränk sollte ca. 10 Minuten ziehen und über den Tag verteilt bis zu viermal getrunken werden. Auch für Ihre Schönheit sorgt Frauenmantel: Eine Tasse des Tees als Badezusatz klärt, strafft und erfrischt die Haut.

Beifuss wirkt als Tee wärmend und entkrampft den Unterleib. Er darf nicht in der Schwangerschaft getrunken werden! Sein botanischer Name Artemisia vulgaris ist von Artemisia, der Göttin der Gebärenden abgeleitet. Dass wir das Kraut als Beifuss bezeichnen, deutet an, dass er auch Beschwerden der Beine und Füsse lindern kann. Wenn Sie viel stehen oder herumlaufen müssen, hilft ein Fussbad mit Beifuss gegen geschwollene Füsse, und eine Einreibung mit Beifuss-Öl ist eine Wohltat bei schmerzenden Beinen.

Mutterkraut wird auch als das Aspirin des 18. Jahrhunderts bezeichnet. Dieses Heilkraut erinnert im Aussehen an die Kamille, hat jedoch andere Wirkungen: Es hilft bei Kopfschmerzen und kann, als Tee zubereitet, zur vorbeugenden Behandlung von Migräne eingesetzt werden. In der Frauenheilkunde hilft es, Krämpfe während der Periode zu lindern und reguliert den Menstruationszyklus. Es kann während der Geburt Verkrampfungen lösen. Auch während der Wechseljahre ist ein Tee aus Mutterkraut wohltuend, er lindert, bei Hormonmangel über einen längeren Zeitraum getrunken, typische Wechseljahresbeschwerden.

Traubensilberkerze ist eine Pflanze, welche bereits die nordamerikanischen Indianerinnen in den Wechseljahren nutzten. Die enthaltenen Extrakte fördern den Knochenaufbau und schützen damit vor Osteoporose. Ausserdem lindert die Traubensilberkerze Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Falls Sie diese Heilpflanze über einen längeren Zeitraum verwenden möchten, sprechen Sie dies bitte mit Ihrer Gynäkologin ab. Sie darf bei verschiedenen Krankheiten, wie beispielsweise Myomen, Endometriose oder Krebs nicht in Selbstmedikation eingenommen werden.


Johanniskraut wurde bereits von Paracelsus wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt und verordnet. (Bild: © Olga_Phoenix - shutterstock.com)

Johanniskraut wurde bereits von Paracelsus wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt und verordnet. (Bild: © Olga_Phoenix – shutterstock.com)


Engelwurz ist auch unter dem Namen Angelika bekannt Die antibakterielle Wirkung des Krautes macht es zum Universalheilmittel. Es ist in verschiedenen Kräutermedikamenten, so zum Beispiel auch in „Klosterfrau Melissengeist“, enthalten. Ein Tee aus Engelwurz lindert allgemeines Unwohlsein, Magen-Darm-Probleme und Bronchitis.

Johanniskraut wurde bereits von Paracelsus wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt und verordnet. Es hat seitdem seinen Platz in der Naturmedizin behaupten können und wird heute sogar in Tabletten- oder Kapselform von Allgemeinmedizinern verschrieben. Auch als Tee zeigt das Johanniskraut seine stimmungsaufhellende Wirkung und hilft relativ schnell bei depressiven Verstimmungen, wie sie vor allem während der Wechseljahre auftreten können. Achtung: Bei Einnahme des Johanniskrautes sollten Sie sich vor Sonneneinstrahlung schützen! Ausserdem sind Wechselwirkungen mit anderen Arzneien bekannt. So wird angenommen, dass es die Wirkung von Kontrazeptiva herabsetzt. Bitte lassen Sie sich vor allem dann, wenn eine längerfristige Einnahme geplant ist, in der Apotheke oder von einem Arzt beraten!

Rotklee enthält wertvolle, hochwirksame Phyto-Östrogene, weshalb es als erstklassiges Mittel gegen die typischen Wechseljahresbeschwerden bekannt ist. Es soll sogar bekömmlicher sein als Soja. Laut Studien kann Rotklee vor Brustkrebs schützen. Wie viel Sie davon einnehmen müssten, um diese Wirkung zu erreichen, ist jedoch unklar. Sein positiver Einfluss bezüglich eines ausgeglichenen Hormonspiegels ist dagegen unbestritten. Neben seiner Bedeutung während der Wechseljahre ist Rotklee auch dafür bekannt, Menstruationsprobleme zu lindern und Knochenschwund vorzubeugen.

Schachtelhalm gilt allgemein als unscheinbares Unkraut, womit ihm Unrecht getan wird. Dieses buschige Kraut setzt sich nämlich für unsere Schönheit ein: Da es viel Kieselsäure enthält, stärkt es das Bindegewebe und sorgt, regelmässig eingenommen, für eine schöne Haut, glänzende Haare und kräftige Fingernägel. Auch bei Blasenentzündungen hat sich Schachtelhalm bewährt. Sie können es als Tee zubereiten, und über den Tag verteilt bis zu vier Tassen trinken. Bei trockener Haut und kaputten Fingernägeln hilft Hautcreme, welche Schachtelhalm enthält.

Hopfen ist vielen vor allem in Zusammenhang mit Bier bekannt, dabei spielt er auch eine Rolle in der pflanzlichen Frauenheilkunde. Im Rohstoff der Bierbrauerei sind Substanzen enthalten, welche den körpereigenen Östrogenen ähneln. Hopfen beruhigt, fördert den Schlaf und wirkt entkrampfend bei Menstruationsbeschwerden.

Weisse Taubnessel kann sowohl äusserlich als auch innerlich angewendet werden und wirkt sich auf verschiedene Frauenbeschwerden positiv aus: Sie wird bei Weissfluss, schmerzhaften Menstruationsbeschwerden und während der Wechseljahre eingesetzt. Zu starke oder zu schwache Blutungen können durch die Taubnessel reguliert werden. Ausserdem beruhigt und heilt sie gereizte Schleimhäute.

Mönchspfeffer ist den meisten Frauen, die unter prämenstruellen Beschwerden, Zyklusunregelmässigkeiten oder den typischen Begleiterscheinungen der Wechseljahre leiden, bekannt. Er bringt den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht. Seine Wirksamkeit konnte in diversen Studien nachgewiesen werden und viele Frauen schwören auf die positive Wirkung, die er erzielt. Nicht umsonst ist Mönchspfeffer ist eine der bekanntesten Heilpflanzen gegen Frauenbeschwerden.



Wenn Sie unter Menstruationsbeschwerden und unter PMS leiden oder während der Wechseljahre Probleme haben, können Ihnen spezielle Frauen-Tee-Mischungen helfen. Diese bekommen Sie in den meisten Apotheken. Falls Sie selbst Heilkräuter sammeln, stellen Sie sich ihren Tee mit ihren Lieblingskräutern einfach selbst zusammen. Bei Unsicherheit, welche Pflanzen Sie verwenden sollten, finden Sie auch im Internet verschiedene Rezepte. Bitte denken Sie daran, dass bei fast allen Naturheilmitteln etwas Geduld notwendig ist. Besonders jene Beschwerden, die sich langsam entwickelten, können kaum von heute auf morgen geheilt werden. Aber es lohnt sich, harmlose Beschwerden mit den sanften Helfern, die uns die Natur gratis zur Verfügung stellt, zu heilen.

 

Oberstes Bild: © stockcreations – shutterstock.com

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