Fruchtsäurebehandlung – die Lösung bei schwerer Akne und anderen Hautproblemen

23.07.2015 |  Von  |  Hautpflege Allgemein
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Fruchtsäurebehandlung – die Lösung bei schwerer Akne und anderen Hautproblemen
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Ein Fruchtsäurepeeling schält die obere Schicht der Haut ab. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn die Haut durch ein Leiden wie Akne verdickt und vernarbt ist. Hier sammeln sich an der Oberfläche tote Hautzellen an, die man abtragen kann.

Das Peeling verjüngt und glättet die Haut und wird natürlich auch gegen Falten und Furchen eingesetzt. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn die Säure kann zu Hautreizungen führen.

Eine Fruchtsäurebehandlung bieten heute fast jeder Hautarzt und viele Kosmetikstudios an. Dies sind auch die richtigen Adressen, wenn man noch keine Erfahrung mit einer solchen Methode hat. Die Behandlung wird meist gegen Pickel und leichte bis schwere Akne, aber sehr erfolgreich auch gegen Faltenbildung durchgeführt.

Wie läuft eine professionell durchgeführte Fruchtsäurebehandlung ab?

1. Schritt: Hautfunktionsanalyse

Hier wird untersucht, welche Art von Behandlung infrage kommt. Die Mischung der Säuren wird festgelegt und welche Rezepturen vor und nach der Behandlung zum Einsatz kommen. Natürlich kann man eine fettige junge Haut nicht genauso behandeln wie eine ältere, trockene, zu Faltenbildung neigende. Bei einer solchen Analyse werden der Feuchtigkeitsgrad, der pH-Wert und der Fettgehalt der Haut bestimmt. Die Messung dauert nicht lange, etwa ein paar Minuten. Man sollte vor der Behandlung natürlich kein Make-up auflegen und circa zwei Stunden vorher keine schweren Hautcremes aufgetragen haben. Auch sollten mehrere Tage vorher keine Akne-Präparate oder andere säurehaltige Lotionen und Präparate angewendet werden.

2. Schritt: Vorbehandlung

Die Haut wird mit verschiedenen Präparaten, die die Haut reinigen und aufnahmebereit für die Fruchtsäurenmischung machen, behandelt.

3. Schritt: Fruchtsäurebehandlung

Abgestimmt auf den Hauttyp wird nun ein Gel, eine hochprozentige Glycolsäure (Hydroxyessigsäure) oder eine andere Säuremischung auf die entsprechenden Hautbereiche aufgetragen.


Fruchtsäurebehandlung (Bild: © Serghei Starus - shutterstock.com)

Fruchtsäurebehandlung (Bild: © Serghei Starus – shutterstock.com)


4. Schritt: Neutralisierung und Nachbehandlung

Die Säure wirkt nur ein paar Minuten auf die Haut ein und wird dann mit einem speziellen Präparat neutralisiert und abgewaschen. Anschliessend wird beispielsweise bei Akne die Haut von Mitessern gereinigt.

5. Schritt: Regenerationsphase

Ab jetzt muss sich die Haut von der Fruchtsäurebehandlung erholen. Daher sollte man etwa drei Tage nach der Behandlung die Sonne meiden und auf Besuche im Solarium unbedingt verzichten. Es sind auch bei normaler, unempfindlicher Haut Rötungen und ein Gefühl des Brennens möglich. Die bereits bestehenden Hautprobleme können sich vorübergehend verschlimmern. Auch allergische Reaktionen auf die Fruchtsäuren sind möglich. Es kann zu Herpes-Infektionen kommen, weil die Haut in der ersten Zeit ihren Schutzmantel verloren hat.

Pro Fruchtsäurebehandlung:

  • Die Haut wird klarer und reiner. Es entsteht ein ebenmässiges Hautbild.
  • Von Akne vernarbte Haut kann wieder glatt und schön werden.
  • Bei unreiner Haut verschwinden Pickel und Mitesser.
  • Ältere Haut wirkt glatter, die Falten sind weniger tief. Die Haut ist praller und wirkt verjüngt. 

Kontra Fruchtsäurebehandlung:

  • Es sind meist mehrere Behandlungen notwendig.
  • Die Kosten.
  • Nebenwirkungen wie Hautreizungen, allergische Reaktionen.
  • Es gibt keine Garantie, dass Pickel, Akne und Mitesser für immer verschwinden.
  • Besonders jugendliche Anwender sollten damit rechnen, dass dieser Prozess von Natur aus seine Zeit braucht und eine solche Behandlung von aussen nicht unbedingt die Lösung ist.

Allgemeine Vorgehensweisen

Einige Hautärzte empfehlen, vor der Peeling-Anwendung bereits mehrere Wochen, im Schnitt drei Wochen, mit einer speziellen Fruchtsäure-Creme vorzubehandeln. Dies kommt insbesondere bei Akne infrage. Diese Hautcreme trägt man abends auf das Gesicht und die zu behandelnden Stellen auf. Nach der Behandlung sieht die Haut erst einmal gereizt aus. Auch durch das Entfernen von Mitessern ist sie an dem Tag sehr beansprucht.

Das Hautbild bessert sich aber eindeutig in den nächsten Tagen. Es wird allgemein ebenmässiger und reiner. Meist wird eine solche Behandlung nach zwei Wochen wiederholt. Dabei werden die Hautunreinheiten immer weiter minimiert.


Diese Hautcreme trägt man abends auf das Gesicht und die zu behandelnden Stellen auf. (Bild: © Iakov Filimonov - shutterstock.com)

Diese Hautcreme trägt man abends auf das Gesicht und die zu behandelnden Stellen auf. (Bild: © Iakov Filimonov – shutterstock.com)


Nicht bei allen Anwendern ist der Erfolg sensationell. Fettige Haut wird durch die Fruchtsäurebehandlung nicht dauerhaft zu trockener Haut, und natürlich produziert die Haut weiter Talg. Besonders sinnvoll ist die Behandlung aber bei Aknenarben, die ohne Einwirkung von aussen niemals verschwinden würden. Ein solches Fruchtsäurepeeling kostet pro Sitzung 30 bis 100 Euro.

Eine Alternative: dermatologische Kosmetik mit Mikrodermabrasion

Die sogenannte Mikrodermabrasion schält die oberen Hautschichten ebenfalls ab, verzichtet jedoch auf den Einsatz von Säuren. Sie wird auch zur Aknebehandlung, bei Narbenbildung, Muttermalen und Faltenbildung angewandt. Die Haut wird dabei manuell abgeschliffen. Hierfür wird ein spezielles Gerät verwendet, das die Haut ansaugen kann und dabei Kristalle mit hoher Geschwindigkeit ausbläst. Dadurch wird die oberste Hautschicht abgetragen. Dies regt die Neubildung der Zellen an und verjüngt die Haut. Es gibt auch die Dermabrasion, die sogar die tieferliegenden Hautschichten abträgt.

So hart sich das Verfahren anhört, so schonend ist es in Wirklichkeit. Es ist eine recht sanfte Peelingmethode. Buchen kann man sie bei Ärzten, Kosmetikstudios und Spas. Mutige können eine solche Mikrodermabrasion auch mit frei verkäuflichen Präparaten zu Hause selbst anwenden. Diese Geräte sind aber aus Sicherheitsgründen so konzipiert, dass sie schwächer arbeiten als die professionellen, also weniger Haut abtragen.


dermatologische Kosmetik mit Mikrodermabrasion (Bild: © jolopes - fotolia.com)

dermatologische Kosmetik mit Mikrodermabrasion (Bild: © jolopes – fotolia.com)


Fruchtsäurebehandlungen sind keine Erfindung der Neuzeit

Natürlich denkt man beim Thema Fruchtsäurepeeling unwillkürlich an die Hautcreme von Uschi Glas, mit der diese vor einigen Jahren für einen Eklat sorgte, weil ihre Creme bei den Probandinnen der Stiftung Warentest einfach so durchfiel. Die Hautcreme mit Peeling-Effekt löste schwere Hautirritationen aus, und die meisten Testerinnen brachen das Experiment lieber ab. Seither werden solche Präparate mit gesunder Skepsis betrachtet, was absolut angebracht ist: Was die eine Haut verträgt, kann zu schlimmen Reizungen bei der anderen führen. Gerade Allergiker sollten die Finger von solchen Produkten lassen, denn es werden oft Ingredienzen beigemischt, die zwar natürlich und allgemein harmlos sind, für Allergiker aber absolut unverträglich sein können.

Aber auch Personen ohne Allergien reagieren oft sensibel auf Inhaltsstoffe, die die Haut nicht gewohnt ist. Wir sollten uns immer vor Augen führen, dass die Haut natürlich behandelt werden und nicht mit lauter Stoffen in Berührung kommen will, die ihre Schutzbarriere überfordern. Gerade weil viele Menschen auf Zitrusfrüchte allergisch reagieren, sind Fruchtsäurepeelings absolut nichts für sie. Auch Allergiker, die sonst keine Probleme mit Zitrusfrüchten haben, können plötzlich Reaktionen zeigen. Wer trotzdem peelen will, greift zu den handelsüblichen Peeling-Cremes mit Inhaltsstoffen, die allgemein verträglich sind und nur die oberste Hautschicht abreiben.

Hautpeelings jeder Art entfernen die abgestorbenen oberen Hautzellen. Diese lassen die Haut oft fahler, grauer und älter aussehen, als sie tatsächlich ist. Das Peeling regt grundsätzlich die Zellteilung an und lässt die Haut wieder gut durchatmen, weil die Poren frei sind. Für sanfte Peeling-Methoden spricht also absolut nichts. Tiefer greifende Methoden wie das Fruchtsäurepeeling sollten vor der ersten Anwendung mit einem Hautarzt abgestimmt werden.


Wer trotzdem peelen will, greift zu den handelsüblichen Peeling-Cremes. (Bild: © Khorzhevska - fotolia.com)

Wer trotzdem peelen will, greift zu den handelsüblichen Peeling-Cremes. (Bild: © Khorzhevska – fotolia.com)


Diese Art der Hautbehandlung gibt es allerdings schon seit der Antike. Sie ist keine Erfindung der modernen Kosmetikindustrie, wie man vermuten könnte. Auch in späteren Jahrhunderten blieb man der Methode treu und mixte sich z. B. aus Rotwein ein Säurepeeling. Zitrone, mit Zucker oder Salz vermengt, war im Süden ebenfalls ein probates Mittel, um die Haut immer wieder zu verjüngen.

In der Gegenwart greift man zu Fruchtsäuren mit bestimmten Eigenschaften, die das Peeling intensivieren und optimieren und die Irritationen gering halten sollen. Es sind im chemischen Sinne organische Dicarbonsäuren und Hydroxycarbonsäuren. Die Kosmetikindustrie setzt am liebsten auf die bewährten Säuren wie Milchsäure, Weinsäure, Mandelsäure, Apfelsäure, Zitronensäure, Glycolsäure und a-Hydroxycaprylsäure.

Insgesamt lässt sich feststellen: Diese Peelings tun jeder Haut gut, wenn sie nicht zu trocken und sensibel ist. Sie lassen Fältchen, Pigmentflecken und Unreinheiten verschwinden. Fahle, alt wirkende Haut bekommt wieder mehr Spannkraft und wirkt rosig und frisch.

Drei verschiedene Methoden für Fruchtsäurebehandlungen

  • Leichtes Peeling: Es kommen nur Fruchtsäuremischungen mit einer Konzentration von 30 bis 50 % Säure zum Einsatz. Hierfür muss die Haut nicht wie bei den anderen Peelings vorher leicht betäubt werden. Hautirritationen sind nicht auszuschliessen, sie verschwinden aber meist nach ca. 48 Stunden.
  • Mittleres Peeling: Hier wird eine Säurekonzentration von 60 bis 75 % verwendet. Die Haut muss darauf vorbereitet werden. Sie wird „ruhiggestellt“, ebenso wie die zu behandelnde Person selbst. Die Haut ist anschliessend erst mal angegriffen und schält sich rund zwei Wochen lang ab. Dieser Prozess ähnelt einem Sonnenbrand. Man muss in der Zeit der Regeneration, besser sogar für Monate, einen hohen Lichtschutzfilter für die normale Hautpflege wählen. Diese Prozedur nehmen Personen mit unschönem Hautbild und starken Aknenarben gerne auf sich, weil sie meist mit einer schönen, glatten Haut belohnt werden können.
  • Tiefes Peeling: Die Haut wird vom Hautarzt regelrecht abgetragen, so dass dicke, verhornte Stellen entfernt werden. Anschliessend muss die Haut sich monatelang regenerieren und eine neue Schutzbarriere bilden. Sie bleibt erst mal sehr empfindlich und muss vor Umwelteinflüssen mit entsprechenden Salben geschützt werden. Diese Art von Peeling wird nur in schweren Fällen von Akne und anderen Degenerationen der Haut von Medizinern vorgenommen.

Vor einem Fruchtsäurepeeling steht eine ausführliche Beratung

Da die Haut unser wichtigstes Schutzorgan ist, das uns vor Bakterien, Viren und Verletzungen durch die Sonneneinstrahlung schützt, sollte ein Fruchtsäurepeeling stets mit einem Hautarzt abgesprochen werden. Die Anwender müssen über mögliche Risiken aufgeklärt, die zu behandelnde Haut muss genau untersucht werden. In der Regenerationszeit kann sie ihre Funktion als Schutzbarriere nicht übernehmen. Von Ferien am Strand ist in dieser Zeit unbedingt abzusehen.

Achtung! Viele handelsübliche Peelings und Dusch-Peelings enthalten Mikroplastik, das unsere Meere und damit unsere gesamte Umwelt belastet und sogar Tiere tötet. Ladet euch den aktuellen Einkaufsratgeber von bund.net zum Thema Mikroplastik herunter. Hier sind alle Kosmetikprodukte aufgelistet, die Mikroplastik enthalten.

Leichtes Fruchtsäurepeeling selber machen

Ein relativ harmloses Fruchtsäurepeeling, das nur die obersten Hautschüppchen abträgt, kann man auch selbst herstellen. Es sollte aber lieber nur dann angewendet werden, wenn man eine sehr unempfindliche Haut hat. Bevor man das Gesicht behandelt, sollte man an einer anderen Hautstelle testen, ob man die Säure gut verträgt oder ob schnell Rötungen, Spannungen oder ein Gefühl des Brennens auftreten. Auch wenn die Säure verträglich ist, bleibt die Eigenbehandlung mit Risiken behaftet, weil die Haut nicht zu lange mit der Säure in Berührung kommen sollte.

Zutaten sind Zitronen, Zucker oder Salz. Die Zitrone wird ausgepresst; mit einem Wattepad taucht man in die Säure, dann streut man obenauf etwas Zucker oder Salz. Dieses dient dem Abriebeffekt. Nun behandelt die entsprechenden Hautpartien mit kreisenden Bewegungen ohne viel Druck. Allgemein lässt man das Peeling etwa zehn Minuten einwirken. Spürt ihr ein starkes Brennen auf der Haut, beendet die Behandlung sofort, wascht die Säure ab und tragt zum Kühlen Quark auf. Das Peeling lässt sich am besten und schonendsten mit lauwarmem Wasser abwaschen. Für die Hautpflege anschliessend eignen sich nur reizarme, unparfümierte Cremes, auch reine Vaseline kommt infrage. Dieses aber nur recht dünn auftragen.

Natürlich bietet die Kosmetikindustrie auch Do-it-yourself-Produkte für das hauseigene Fruchtsäurepeeling. Diese bergen aber zu viele Risiken, als dass man sie bedenkenlos empfehlen könnte. Der Säuregrad sollte genau an die Hautbeschaffenheit angepasst werden.



Wer lieber kein Risiko eingehen will, begnügt sich mit den handelsüblichen Peeling-Cremes, die kleine Schürfpartikel beigemischt haben und die Hautoberfläche schonend „abkratzen“. Auch Ferien am Strand mit Salzwasser und Sand wirken als natürliches Peeling. Wer die Haut öfter mit Sand und Peeling-Cremes behandelt, merkt schon, dass diese die Haut etwas reizen können. Diese leichte Reizung regt aber die Durchblutung und Zellbildung an – und die Haut sieht frischer und jünger aus.

Peelings sorgen in jedem Fall für ein schöneres Hautbild, bedeuten aber immer eine kleine Verletzung der oberen Hautschicht und vor allem des natürlichen Säureschutzmantels der Haut. Daher macht man diese Anwendungen am besten abends vor dem Zubettgehen oder immer dann, wenn man nicht mehr raus ans Tageslicht gehen muss. Die Haut muss sich erst mal erholen und wäre sonst dem UV-Licht ungeschützt ausgesetzt.

 

Oberstes Bild: © Smart-foto – shutterstock.com

Über J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Themen Mode und Schmuck, führt sie zu diesen Themen mit viel Freude eigene Blogs, auch in Gemeinschaft mit anderen Autorinnen. Da sie Erfahrung im Schneidern von passgenauer Kleidung hat, kennt sie sich gut mit Stoffen, Schnitten und sorgfältiger Verarbeitung von Modeartikeln aus!


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