Fruchtsäurebehandlung gegen erste Anzeichen der Hautalterung

05.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Hautpflege Allgemein
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Fruchtsäurebehandlung gegen erste Anzeichen der Hautalterung
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Die Fruchtsäurebehandlung, oft auch Fruchtsäurepeeling genannt, ist eine nachgewiesenermassen effektive Methode zur Behandlung altersbedingter Hautveränderungen. Die Fruchtsäuren entfernen die abgestorbenen oberen Hautschichten und regen die Haut gleichzeitig zur aktiven, natürlichen Regeneration an.

Behandlungen mittels Fruchtsäuren gibt es bereits seit der Antike. So geht aus Überlieferungen hervor, dass bereits der französische König Ludwig XIV. Rotwein und die englische Königin Elisabeth I. rohes Kalbfleisch für die Hautpflege verwendeten.



Heute nimmt man zu diesem Zweck ausgewählte Fruchtsäuren. Chemisch gesehen handelt es sich dabei um organische Dicarbonsäuren und Hydroxycarbonsäuren, die in bestimmten Obstsorten enthalten sind. Zu den bekanntesten und in der Kosmetik am häufigsten verwendeten zählen Mandelsäure, Milchsäure, Apfelsäure, Glycolsäure, Weinsäure, Zitronensäure und a-Hydroxycaprylsäure. Zur Anwendung kommen Behandlungen mit Fruchtsäure bei entzündlichen Hautveränderungen, Akne, unreiner Haut, Pigmentflecken, Fältchen, sogenannten Lichtschwielen oder bei stumpfer Haut mit wenig Spannkraft.

Durchführung einer Fruchtsäurebehandlung

Experten unterscheiden drei grundlegende Methoden:



Oberflächiges Fruchtsäurepeeling: Hierbei kommen Fruchtsäuren mit einer Konzentration zwischen 30 und 50 % oder Trichloressigsäure zur Anwendung. Eine vorherige Betäubung der zu behandelnden Hautareale ist nicht erforderlich. Allerdings entstehen infolge der Prozedur zumeist heftige Hautrötungen, die innerhalb von 48 Stunden nach der Fruchtsäurebehandlung wieder verschwinden.



Mittleres Fruchtsäurepeeling: Hier liegt die Fruchtsäurekonzentration höher, etwa zwischen 60 und 75 %. Wenn Trichloressigsäure zum Einsatz kommt, dann auch in bedeutend höherer Konzentration als bei Oberflächenpeeling. Deshalb erfolgt eine sorgfältige Vorbereitung der Haut, die in aller Regel eine medikamentöse Ruhigstellung der zu behandelnden Person mit einschliesst. Nach der Prozedur kann es mitunter eine bis zwei Wochen dauern, bis sich die „geschädigte“ Haut vollständig abgeschält hat. Für ihre natürliche Regeneration benötigt sie sogar mehrere Monate. Während dieser Zeit ist sorgfältiger UV-Schutz extrem wichtig.

Tiefenpeeling: Hierbei trägt der Hautarzt die Hautoberfläche so weit ab, dass es zu einer regelrechten Reduzierung der Hautdicke kommt. Die Kollagenschicht wird sichtbar. Diese Methode erfordert einen wochen-, teilweise sogar monatelangen Heilungsprozess, weshalb sie in Europa ausschliesslich bei fundierten medizinischen Indikationen verwendet wird.

Sorgfältige Beratung und Vorbereitung



Interessenten sollten sich vor Behandlungsbeginn unbedingt von einem erfahrenen Hautarzt über den geplanten Behandlungsverlauf, mögliche Nebenwirkungen und die Kosten aufklären lassen. Er wird auch erläutern, welche Ergebnisse ein Fruchtsäurepeeling im individuellen Fall versprechen kann und welche nicht. Unmittelbar vor der Behandlung ist es empfehlenswert, einige Tage auf Parfüm und Make-up zu verzichten. Die Haut sollte ausschliesslich noch mit milder Seife gereinigt werden.

Ablauf der Behandlung

Vorbereitung: Zunächst ist eine sogenannte Heimbehandlung über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen üblich. Ziel ist es, die Haut langsam an die erforderliche Fruchtsäurenkonzentration zu gewöhnen. Die zu behandelnde Person bekommt dafür ein Home-Set, welches 20%ige Fruchtsäure enthält. Diese wird dann mithilfe eines Pinsels täglich auf die entsprechenden Hautstellen dünn aufgetragen. Dabei kommt es unter Umständen bereits zu einem leichten Abschäleffekt.

In der Arztpraxis bzw. im Schönheitsinstitut wird nun die Konzentration der Fruchtsäure in zwei- bis vierwöchigem Abstand zunehmend gesteigert. (Bild: Alex Staroseltsev / Shutterstock.com)

In der Arztpraxis bzw. im Schönheitsinstitut wird nun die Konzentration der Fruchtsäure in zwei- bis vierwöchigem Abstand zunehmend gesteigert. (Bild: Alex Staroseltsev / Shutterstock.com)

Eigentliches Peeling: Sobald die Vorbehandlung abgeschlossen ist, übernimmt der Arzt oder eine speziell ausgebildete Kosmetikerin die weiteren Behandlungsschritte. In der Arztpraxis bzw. im Schönheitsinstitut wird nun die Konzentration der Fruchtsäure in zwei- bis vierwöchigem Abstand zunehmend gesteigert. Dabei hängen die Anzahl der Behandlungssitzungen und die letztendliche Konzentration vom Ausmass der Hautprobleme und vom gewünschten Ergebnis ab. Sechs bis zehn Fruchtsäurebehandlungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen sollte man jedoch mindestens einplanen.

Während der eigentlichen Anwendung verbleibt die Lösung zwischen 3 und 15 Minuten auf der Haut. Leichtes Brennen ist normal. Sofern es zu stark brennt, kann der Arzt mit einer sogenannten „Pufferlösung“ entgegenwirken.

Nachbehandlung: Möglicherweise ist die Haut einige Tage lang gerötet. Eine milde, feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme oder Lotion tut ihr jetzt besonders gut. Nach der Fruchtsäurebehandlung sind die Poren weit geöffnet, sodass alle Wirkstoffe tief eindringen können.

Wenige Tage nach der Behandlung beginnt die Haut, sich ordentlich zu schuppen bzw. abzupellen, sodass zur Behandlungsunterstützung eine gering dosierte Fruchtsäurecreme sinnvoll sein kann. Am besten fragen Betroffene den behandelnden Arzt oder die Kosmetikerin, welches Produkt individuell am besten geeignet ist.

Achtung! Es wird dringend empfohlen, Fruchtsäurebehandlungen niemals in Eigenregie zu versuchen, sondern ausschliesslich von medizinischen Kosmetikerinnen oder Hautärzten durchführen zu lassen. Nebenwirkungen infolge unsachgemässer Handhabung lassen sich so weitestgehend vermeiden.

Weil Personen, die sich einer Fruchtsäurebehandlung unterziehen, während der Anwendungen und längere Zeit danach Sonne meiden sollten, sollte ein solches Peeling möglichst nicht im Sommer durchgeführt werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es bei einer kosmetisch initiierten Fruchtsäurebehandlung immer um die Reduzierung der Haut-Hornschicht-Dicke geht. Die oberen Hautschichten werden abgetragen und gleichzeitig Feuchtigkeit eingelagert, wodurch sich die Spannkraft erhöht. Zudem wird die Haut geschmeidiger. Altersbedingte Verhornungen und Pigmenteinlagerungen können deutlich reduziert werden. Tiefer liegende oder weit fortgeschrittene Hautstörungen lassen sich durch ein Fruchtsäurepeeling leider nicht beeinflussen.



 

Oberstes Bild: © EmiliaUngur – Shutterstock.com

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