Frisch, lecker und gesund – Unterschiede zwischen Saft, Nektar und Fruchtsaftgetränken

15.07.2014 |  Von  |  Allgemein
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Frisch, lecker und gesund – Unterschiede zwischen Saft, Nektar und Fruchtsaftgetränken
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Zufuhr von insgesamt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag; dabei kann eine Portion Obst auch als Saft genossen werden. Allerdings stehen viele Verbraucher im Supermarkt etwas hilflos vor den Regalen: Die grosse Auswahl an unterschiedlichen Säften oder fruchtigen Getränken macht es schwer, das Richtige auszuwählen. Hinzu kommen zahlreiche unterschiedliche Begriffe, mit denen die Getränke deklariert sind. Doch wer weiss, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt, kann sich leichter ein Bild über das Produkt machen – und den Fruchtsaft gezielt auswählen.

Mehr Süssigkeit als gesundes Getränk – Fruchtsaftgetränk



Die Auswahl an Fruchtsaftgetränken wächst stetig an; insbesondere Getränkepäckchen für Schüler enthalten diese Fruchtvariante, die sehr süss schmeckt und in der Regel viel Zucker enthält. Um die Kalorien etwas zu reduzieren, tauschen einige Anbieter einen Teil des Zuckers auch durch kalorienfreie Süssstoffe aus, die jedoch gesundheitlich nicht unbedenklich sind. Insgesamt ist in Fruchtsaftgetränken bis zu 30 % reiner Fruchtsaft enthalten; allerdings wird häufig auch nur der Mindestgehalt von sechs % eingehalten. Solche Getränke sind meist aromatisiertes und gefärbtes Mineralwasser mit viel Zucker – und zählen daher eher zu den Süssigkeiten.

Bis zur Hälfte reiner Fruchtsaft – Fruchtnektar

Fruchtnektar enthält im Gegensatz zu klassischen Fruchtsaftgetränken wesentlich mehr reinen Fruchtsaft. Nektar wird vor allem von Obstsorten angeboten, deren Saft entweder zu dickflüssig wäre – zum Beispiel Mangos, Guaven oder Bananen – oder bei sehr sauren Sorten (beispielsweise Sauerkirschen oder Johannisbeeren). Der Fruchtanteil muss dann mindestens 25 % betragen; viele Getränke sind jedoch mit 50 % Frucht angereichert.

Allerdings sind auch Nektare im Handel, die aus herkömmlichen Fruchtsäften (zum Beispiel Orangensaft oder Apfelsaft) gewonnen werden. Diese müssen dann einen Mindestfruchtanteil von 50 % aufweisen. Wer einen Fruchtnektar kauft, kann sich zusätzlich sicher sein, dass keine Konservierungsmittel oder Farbstoffe zugesetzt wurden; ausserdem ist eine nachträgliche Verfeinerung von maximal 20 % Zucker oder Honig erlaubt. Hin und wieder kann man seinen Durst deshalb ruhig mit dieser Alternative stillen; für den täglichen Genuss ist das Getränk jedoch eher nicht geeignet.



Reines Obst in flüssiger Form: Fruchtsaft

Mit einem Fruchtgehalt von 100 % präsentiert sich reiner Fruchtsaft; das gesunde Getränk wird aus Obstsorten hergestellt, deren Saft man pur geniessen kann, zum Beispiel Äpfel, Trauben oder Ananas und Orangen. Häufig sind reine Fruchtsäfte mit der Zusatzbezeichnung „Konzentrat“ im Handel; bei diesen Varianten wird dem Saft sowohl Wasser als auch Aroma entzogen. Das daraus entstandene Konzentrat wird anschliessend eingefroren und später bei Bedarf wieder aufgetaut, wobei Wasser und Aroma sowie manchmal auch noch zusätzlich Fruchtfleisch zugesetzt werden. Hochwertiger und gesünder sind Säfte, die mit dem Zusatz „Direktsaft“ gekennzeichnet sind. Hier pasteurisiert man den Saft direkt nach dem Pressen und füllt diesen anschliessend ab. Insgesamt dürfen bei reinen Fruchtsäften weder Farbstoffe noch Konservierungsmittel zugesetzt sein.



Auch wenn solche Säfte insgesamt sehr gesund sind, sollte nur maximal eine Portion Obst durch das fruchtige Getränk ausgetauscht werden. Denn der Gesundheitswert von Früchten wird unter anderem auch durch die Pflanzenfasern gewährleistet, die dem Saft fehlen.
Eine Besonderheit stellt frisch gepresster Orangensaft dar, der heute in vielen Supermärkten angeboten wird. Von diesem frischen und gesunden Getränk darf es ruhig auch etwas mehr sein!

Muttersaft – die wertvollste Saftvariante

Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, greift zu wertvollem Muttersaft. Hierbei handelt es sich immer um einen Direktsaft aus 100 % Früchten, der aus der ersten Pressung gewonnen wird. Häufig entsteht der Saft aus besonders säurereichen Obstsorten; hierzu gehören beispielsweise Holunder, Aroniabeeren, Cranberrys oder Sanddorn. In der Regel handelt es sich um Früchte, die besonders viele Vitamine und vor allem gesunde sekundäre Pflanzenstoffe liefern, die im gesamtem Organismus eine positive Wirkung entfalten. Wem die Säfte pur zu bitter oder zu sauer schmecken, kann diese auch mit Apfelsaft mischen oder im Mix mit Mineralwasser als Schorle geniessen.



Auch zur Herstellung von gesunden Fruchtsossen eignen sich die gesunden Muttersäfte. Aber Vorsicht: Häufig werden von den genannten Obstsäften auch Sirupe oder andere mit Zucker versetzte Getränke angeboten. Diese passen zwar gut zu unterschiedlichen Desserts, liefern aber nicht die gleiche Menge wertvoller Inhaltsstoffe wie der Muttersaft selbst. Durch den hohen Zuckeranteil ist der Sirup auch nicht unbedingt für die tägliche Ernährung geeignet.

Fazit

Während Fruchtsaftgetränke eher zu den Süssigkeiten gehören und daher massvoll konsumiert werden sollten, eignen sich reine Fruchtsäfte oder gar Muttersäfte für den täglichen Verzehr. Besonders wertvoll sind dabei selbst ausgepresste Säfte, die aus frischen Früchten gewonnen wurden. Echte Gesundheits-Stars sind Säfte der Aroniabeere oder auch Cranberrysaft: Beide enthalten wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die vorbeugend gegen unterschiedliche Beschwerden eingesetzt werden können. Hier gilt: Schon ein Schnapsglas pro Tag trägt zu einer verbesserten Gesundheit bei – und stärkt den gesamten Organismus von innen. Für ein aktives und vitales Leben!



 

Oberstes Bild: © Africa Studio – Shutterstock.com

Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen "Ernährungsberatung" und "Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde" erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).


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