Bunt, wild und extravagant – John Galliano

08.03.2016 |  Von  |  Mode
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Bunt, wild und extravagant – John Galliano
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Mal gefeiertes Genie, mal Empörer in Schwierigkeiten. Die Karriere des 1960 unter dem Namen Juan Carlos Antonio Galliano-Guillén in Gibraltar geborenen John Galliano ist ein einziges Auf und Ab. Die spanische Familie siedelte nach London um, als Galliano gerade sechs war.

Mit 16 startete der junge Mann sein Sprachstudium an einem College in London, nahm dort an einem Nähkurs teil und entdeckte so sein Talent für die Mode. Ein Lehrer gab ihm den Tipp, ans Central Saint Martins College of Art and Design zu wechseln.

Galliano legte dort seinen Schwerpunkt auf Modeillustrationen, wechselte später zum Fach Modedesign. Während seiner Studienzeit arbeitete John Galliano als Assistent eines Massschneiders sowie als Ankleidegehilfe an einem Theater. Besonders letzter Job inspirierte seine spätere Arbeit stark.

1984 bestand John Galliano das Studium mit Auszeichnung, seine Abschlusskollektion Les Incroyables wurde vom Modestore Browns komplett aufgekauft. Bereits im folgenden Herbst zeigte der junge Designer dann seine erste Kollektion unter eigenem Namen, John Galliano S.A.

Seine Mode kam an: Die Teile des als exzentrisch und gar punkig geltenden Designers wirkten erfrischend dramatisch, waren historisch angehaucht, seine Schauen spektakulär inszeniert.

Dank dänischer Investoren konnte Galliano seine Kollektionen 1990 erstmals in Paris zeigen, wohin er auch kurz darauf zog. 1993 gelang ihm mit seiner Schau in einem alten, als Theater gestalteten Hotel, der Durchbruch in der französischen Metropole.

1995 wurde Galliano zum Chefdesigner für Givenchy berufen, bereits ein Jahr später zum Chefdesigner bei Dior. Entgegen allgemeinen Befürchtungen gelang es dem „wilden“ Galliano, das Label zu modernisieren und dabei den eigentlichen Ideen des Hauses treu zu bleiben. Nebenbei arbeitete der Workaholic weiterhin für sein eigenes Label, entwarf bis zu 19 Kollektionen jährlich.

Auch Zeit fürs ausgiebige Feiern blieb dem extrovertierten Designer genug – was ihm 2011 zum Verhängnis wurde. Unter Alkoholeinfluss beleidigte der zum Teil selbst jüdische Galliano in einem Café andere Gäste mit antisemitischen Sprüchen, die Amateurfilmaufnahmen dieses und eines weiteren Ausfalls verbreiteten sich rasend schnell. Der Designer wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, entschuldigte sich öffentlich und machte seine Alkohol- und Tablettensucht dafür verantwortlich, in die er 2007, nach dem Tod seines Lebensgefährten, gerutscht war.

In Folge wurde John Galliano von Dior entlassen und durch Raf Simons ersetzt.

Erst 2013 machte Galliano wieder auf sich aufmerksam, als er das Studio des Modedesigners Oscar de la Renta nutzen durfte. Seine neue Kollektion für Herbst 2013 wurde positiv aufgenommen, ein Engagement als Kostümdesigner in London folgte. Im Mai 2014 wurde er als Berater für die Kosmetikfirma L’ Etoile tätig, im Oktober desselben Jahres konnte er sein aussergewöhnliches Talent als Kreativdirektor für Maison Martin Margiela einsetzen.



John Galliano ist bekannt dafür, sich für seine Kollektionen und Shows intensiv mit historischen Zusammenhängen zu beschäftigen, sich von vergangenen Epochen inspirieren zu lassen und diese zeitgemäss, teils sogar punkig, zu modernisieren. Auch bei Schnitt und Verarbeitung beweist er seinen grossen Perfektionismus.

Am Ende seiner spektakulären Schauen nutzte er den Laufsteg gerne als seine eigene Bühne und zeigte sich als König, Pirat oder Kapitän – gekleidet in einem zum Thema der Kollektion passenden, extravaganten Outfit war er der Star jeder Show.

 

Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © Denis Makarenko – Shutterstock.com

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.


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