Besenreiser – kosmetisches Problem oder behandlungsbedürftige Krankheit?

26.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Hautpflege Allgemein
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Besenreiser – kosmetisches Problem oder behandlungsbedürftige Krankheit?
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Voller Vorfreude auf die Ferien drehen Sie sich im Badeanzug vor dem Spiegel. Die Haut ist noch ein wenig zu blass, mit Ihrer Figur sind Sie heuer sehr zufrieden. Doch was ist das? Wo letztes Jahr noch schöne, makellose Haut an den Beinen war, zeigt sich ein feines Geflecht rötlich-blauer Blutgefässe. Sie sind noch keine 40 und bekommen schon Besenreiser!

Natürlich gefällt Ihnen die „Landkarte“ auf den Oberschenkeln überhaupt nicht. Doch noch viel mehr bedrängt Sie die Frage, ob das jetzt wohl nur der Anfang ist und ob Ihnen in nächster Zeit vielleicht Krampfadern drohen.



Woher kommen Besenreiser und sind sie gefährlich?

Im Normalfall fliesst das Blut aus den dicht unter der Haut befindlichen Venen in die tiefer gelegenen Hauptvenen. Von dort gelangt es, entgegen der Schwerkraft, zum Herzen zurück. In bestimmten Abständen sind Venenklappen „eingebaut“, welche verhindern, dass das Blut wieder zurückfliesst. Sofern diese Klappen nicht (mehr) korrekt schliessen, staut sich das zurückfliessende Blut in den Beinen und es entstehen Krampfadern. Eine Venenschwäche ist genetisch veranlagt. Ob und in welcher Ausprägung sie auftritt, hängt jedoch in erheblichem Mass vom Lebensstil ab.

Bei Besenreisern ist die Lage bei Weitem nicht so dramatisch. Venenspezialisten (Phlebologen) zufolge handelt es sich hier wirklich nur um kleinste Blutstaus in den oberen feinen Blutgefässen. Von einem ernsten Venenleiden ist das noch sehr weit entfernt. Laut einer Studie der Bonner Universitätsklinik leiden bereits über die Hälfte aller 30-jährigen Männer und Frauen unter Besenreisern. Nur bei ca. 5 % bilden sich später Krampfadern.

Besenreiser sind demnach in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem, welches keiner medizinischen Behandlung bedarf.



Was können Sie gegen die unschönen Äderchen tun?



Sofern Sie mit dem Aussehen Ihrer Beine sehr unglücklich sind und etwas gegen die Besenreiser unternehmen möchten, haben Sie die Wahl zwischen Lasertherapie und Verödung. Beide Verfahren liefern passable Ergebnisse. Entscheidend sind immer die Qualifikation und das Geschick des behandelnden Arztes. Falls Sie auf Nummer sicher gehen möchten, sollten sie eine Venenklinik aufsuchen. Statistiken zufolge liegt hier die Rückfallrate bei gerade mal 14 %, während sie bei nicht spezialisierten Medizinern etwa 40 % beträgt.



Lasertherapie: Die Wellenlänge des Lichts wählt der Arzt so, dass vorzugsweise rote Strukturen (also die Äderchen) auf die Laserenergie ansprechen. Alle anderen Hautareale werden geschont. Infolge der Laser-Wärme gerinnt das Blut, verklumpt und baut sich im Laufe der Zeit ab. Dabei fallen die Gefässwände in sich zusammen und „verkleben“. Zumeist werden vier bis fünf Sitzungen in einem Zeitraum über mehrere Wochen benötigt. Danach sind die Besenreiser komplett und in aller Regel auch dauerhaft weg.

Verödung: Hierbei spritzt der Arzt ein Medikament in die Besenreiser und führt damit eine kontrollierte, nicht schmerzhafte Entzündung herbei, in deren Folge die Venenwände verkleben. Somit schliessen sich die Gefässe. Nach der Behandlung ist das Tragen eines Kompressionsverbandes oder spezieller Strümpfe erforderlich. Nach circa drei Monaten hat der Körper die verödeten Venen vollständig abgebaut, sodass sie nicht mehr zu sehen sind.

Wie können Sie Besenreisern vorbeugen?

Das Wichtigste ist in jedem Fall Bewegung. Ob Spazieren, Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Laufen: Jeglicher Sport, der die Beine fordert, ist auch für die Venenmuskelpumpe gut. Die weniger erfreuliche Nachricht: Sport wirkt ausschliesslich vorbeugend. Bewegung sorgt sehr effektiv dafür, dass sich keine neuen Äderchen dazugesellen. Bereits vorhandene Besenreiser bekommen Sie damit leider nicht weg.

Um Besenreisern vorzubeugen, lagern Sie die Beine hoch. (Bild: Venus Angel / Shutterstock.com)

Um Besenreisern vorzubeugen, lagern Sie die Beine hoch. (Bild: Venus Angel / Shutterstock.com)

Weitere Dos & Don’ts:

Dos:

  • Lagern Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Beine hoch.
  • Nutzen Sie Ihre Mittagspause, um sich zu bewegen, egal ob Spazierengehen, Treppensteigen oder eine Runde Fahrradfahren.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. Übergewicht forciert erblich bedingte Venenleiden enorm!
  • Mindestens zwei Mal pro Woche sollten Sie, beispielsweise im Anschluss ans Duschen, ihre Beine mit Kneippschen Güssen verwöhnen.
  • Ein Mal pro Woche sollten Sie Ihre Venen mit einem kleinen Work-out auf Trab bringen. Die folgenden Übungen dauern bei einer Wiederholungszahl von je zehn insgesamt nicht länger als zehn Minuten!

1. Aufrecht stehen. Fersen heben und senken.
2. Sitzen. Füsse stehen parallel zueinander auf dem Boden. Von den Zehenspitzen zu den Fersen hin abrollen und umgekehrt.
3. Strümpfe ausziehen. Mit den Zehen greifen und „aufheben“.
4. Mit den nackten Füssen einen Igelball vor, zurück, nach rechts, links und im Kreis rollen.
5. Fusskreise in beide Richtungen.

Don’ts:



  • Meiden Sie langes Stehen oder Sitzen.
  • Falls Sie Raucher/-in sind, sollten Sie dieses Laster nicht nur Ihren Venen zuliebe aufgeben.
  • Betrachten Sie alkoholische Getränke als das, was sie sind: Genussmittel, welche ausschliesslich besonderen Gelegenheiten vorbehalten bleiben sollten.
  • Falls Sie mit der Antibabypille verhüten, sollten Sie sich über Alternativen beraten lassen und gegebenenfalls auf eine venenfreundlichere Methode umsteigen.

 

Oberstes Bild: Besenreiser sind in der Regel ein kosmetisches Problem. (© schankz / Shutterstock.com)

Über Kerstin Birke

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1 Kommentar


  1. Ein hilfreicher Artikeln zu Besenreisern, vor allem sollte man auch die Tipps zur Vorbeugung beachten, da diese nicht nur bei Besenreisern Sinn machen, sondern auch so gesundheitsfördernd sind. Ansonsten kann ein Arztbesuch oder zu mindestens ein Termin bei der Arztsekretärin nicht schaden.

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