Alkohol: flüssige Kalorienbombe

15.07.2014 |  Von  |  Allgemein

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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“Ein Schnaps hilft bei der Verdauung.” “Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren.” So und ähnlich lauten beliebte Sätze, um den Krug Bier, das Glas Wein oder hochprozentigen Schnaps zu rechtfertigen.

Stimmen die Klischees überhaupt? Ist Alkohol gut für die Verdauung? Vielleicht sogar gesund? Und wie viele Kalorien stecken in einem Gläschen Prosecco oder Grappa? Grundnahrungsmittel oder Teil der gesunden Ernährung ist Alkohol sicherlich nicht. Wer dennoch nicht vollständig verzichten möchte, sollte es nicht übertreiben. Ansonsten passt bald das Lieblingskleid nicht mehr oder die Hose kneift. Ein Blick auf unsere kleine Kalorientabelle zeigt: Sekt, Bier, Schnaps & Co. sind keinesfalls Schlankmacher!



Mythos Verdauungsförderung

Ob Kräuterlikör oder Whiskey: Alkohol hilft der Verdauung nicht. Im Gegenteil: Der Genuss von Bier oder Schnaps verzögert sie sogar! Allerdings empfindet der Mensch das vollkommen anders, was daran liegt, dass Alkohol die Wahrnehmung verändert. Der Alkoholkonsument nimmt das, was da so schwer in seinem Magen liegt, einfach nicht mehr so stark wahr.

Mythos Herzgesundheit

“Rotwein stärkt das Herz.” Diese Weisheit rechtfertigt für viele Weintrinker die abendlich geleerte Flasche roten Traubensaft. Tatsächlich: Die im Rotwein enthaltenen Polyphenole schützen das Herz.



Aber: Sie tun das nicht mehr oder weniger wirksam, als die Polyphenole, die in alkoholfreiem, frisch gepresstem Traubensaft oder in Schwarztee enthalten sind. Bereits mehr als ein Glas Rotwein pro Tag kehrt den positiven Effekt auf die Herzgesundheit ins genaue Gegenteil um. Aufgrund des Alkohols und der hohen Kaloriendichte begünstigen grössere Mengen Bluthochdruck und Herzerkrankungen.

Mythos Fettverbrennung

Ähnlich wie Zucker, baut der Körper Alkohol recht schnell ab. Die in ihm steckenden Kalorien sind also rasch verbrannt. Allerdings gibt es einen unangenehmen Nebeneffekt: Der Alkohol bremst die körpereigene Fettverbrennung! Es ist demnach nicht nur der Kaloriengehalt des jeweiligen Getränkes von Bedeutung, sondern seine Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel. Alles, was während des Alkoholkonsums verzehrt wird, kann der Körper nicht verwerten. Es landet in den Fettdepots und erscheint später als unschöner “Schwimmring” auf den Hüften und am Bauch.

Alkohol verursacht Heisshunger



Wie alle Lebensmittel haben auch alkoholische Getränke einen sogenannten glykämischen Index. Er gibt an, wie schnell und wie weit der Blutzuckerspiegel im Blut ansteigt. Je höher der glykämische Index, desto höher der Zuckeranteil und desto stärker die Insulinausschüttung. Der Index von Bier, Sekt und allen anderen Alkoholika ist besonders hoch. Das bedeutet: Nach dem Leeren eines Gläschens steigt der Blutzuckerspiegel extrem an, um ein bis zwei Stunden später rasant wieder abzufallen. Die Folge ist eine Heisshungerattacke. Den höchsten glykämischen Index unter den alkoholhaltigen Getränken haben übrigens Biere, Liköre, Cocktails, Alcopops und Gin Tonic.

Harte Fakten

In einem Gramm Alkohol stecken sieben Kilokalorien. Zum Vergleich: Ein Gramm Zucker besitzt etwa die Hälfte davon und Fett ungefähr genauso viele. In drei Gläschen Schnaps, einem Viertel Wein oder einem halben Liter Bier befinden sich 20 Gramm reiner Alkohol. Eine leichte Rechenaufgabe …

Hinzu kommen, je nach Getränk, die Hefe, der Zucker oder andere Zutaten. Denken wir nur an leckere Cocktails. Hierin befinden sich oft noch leckere Früchte und Sahne. In einer Pina Colada beispielsweise befinden sich 300 Kilokalorien, was einer kleinen Mahlzeit entspricht. Hand aufs Herz: Bleibt es bei einem Glas am Abend?

Weil der Alkohol den Fettabbau hemmt, werden alle Kalorien, die wir aus Chips, Salzstangen oder mit einer deftigen Brotzeit zu uns nehmen, schlechter verwertet. Ausserdem verursacht Salziges wieder Durst. Sie ahnen es schon: Ein Teufelskreis entsteht.

Dickmacher Alkohol im Überblick

Die nachfolgende Liste zeigt exemplarisch den Kaloriengehalt bekannter alkoholischer Getränke. Die Angaben beziehen sich auf jeweils 100 Milliliter.

  • Bier: 41 kcal
  • Aperol Spritz: 140 kcal
  • Cider, Apfelwein: 45 kcal
  • Baileys Cremelikör: 327 kcal
  • Champagner: 80 kcal
  • Gin, Grappa: 225 kcal
  • Hugo: 112 kcal
  • Klarer Schnaps (Korn): 180 kcal
  • Prosecco, Weisswein: 75 kcal
  • Weinschorle: 38 kcal
  • Weizenbier: 40 kcal
Für gesunde Menschen ist Alkoholgenuss in kleinen Mengen kein Problem. (Bild: CandyBox Images / Shutterstock.com)

Für gesunde Menschen ist Alkoholgenuss in kleinen Mengen kein Problem. (Bild: CandyBox Images / Shutterstock.com)

Regeln für einen kalorienbewussten Umgang mit alkoholischen Getränken



Für gesunde Menschen ist Alkoholgenuss in kleinen Mengen kein Problem. Ein Glas Wein oder ein Weissbier beeinflussen die geistigen Funktionen kaum und die Leber schafft den Alkoholabbau bequem. Wer zu einem besonderen Anlass doch ein Glas mehr trinkt, sollte zwischendurch ein grosses Glas Wasser als Durstlöscher einschieben.

Grundsätzlich gilt: Klasse statt Masse! Greifen Sie zu hochwertigen Weinen und Spirituosen. Geniessen Sie einen professionell gemixten Cocktail, anstatt gedankenlos künstlich aufgepeppte Alcopops oder billigen Fusel in sich hineinzukippen.

Während einer Diät sollten sie auf Alkohol verzichten, weil er die Fettdepots am Entleeren hindert.

Durch Alkoholgenuss entstandenen Heisshunger müssen Sie nicht zwanghaft unterdrücken. Machen Sie rechtzeitig Zugeständnisse. Am besten greifen Sie zu einem gesunden Vollwertgericht.

Eine ausgewogene Ernährung orientiert sich an der Ernährungspyramide. Alkohol und Süssigkeiten finden sich an deren Spitze! Die Basis einer gesunden Ernährungsweise sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und eiweisshaltige Nahrungsmittel. Aber Achtung: Ein Korn ist ein Korn, der jede Menge Alkohol und Kalorien beinhaltet und kein Vollkorn-Lebensmittel!



 

Oberstes Bild: © Cristi Lucaci – Shutterstock.com

Über Kerstin Birke

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