Tabuthema Alopezie (übermässiger Haarausfall): Eine Betroffene berichtet

05.02.2019 |  Von  |  Haarpflege, News
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Tabuthema Alopezie (übermässiger Haarausfall): Eine Betroffene berichtet
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Jeder Mensch verliert täglich bis zu 100 Haare. Doch wenn sich kahle Stellen auf der Kopfhaut zeigen, deutet das auf übermässigen Haarausfall hin. Dieser Umstand wird medizinisch als Alopezie bezeichnet und kann auch zur Glatze oder zur Haarlosigkeit des gesamten Körpers führen.

Das kennt auch Helene aus dem Kreis Esslingen. Völlig unerwartet und ohne ersichtlichen Grund kam es bei ihr erst zu sichtbaren Lichtungen, dann zum kompletten Haarverlust. Wie die 42-Jährige damit gelernt hat umzugehen, berichtet sie uns.

Ausgefallene Haare in der Bürste oder im Abfluss – jeder kennt das und es ist ein natürlicher Vorgang. Was jedoch über das normale Mass hinausgeht, kann auf eine Alopezie hin deuten. Vor zehn Jahren entdeckte Helene erstmals eine kahle Stelle am Oberkopf – so gross wie eine Zwei-Euro-Münze.

„Die wuchs wieder zu. Als ich mit meinem Sohn dann schwanger war, ging alles ganz schnell – binnen acht Wochen war ich völlig kahl“, erzählt die Mutter von zwei Kindern. Helene verlor sämtliche Haare, auch die Wimpern und Augenbrauen. Bis heute haben die Ärzte keine Erklärung. Ob Alopecia totalis oder Alopecia universalis: Vermutet wird, dass der Haarausfall auf Faktoren wie Nährstoffmangel, Infektionen oder Stress zurückzuführen ist, auch Medikamente können die Ursache sein oder der Verlust ist hormonell oder genetisch bedingt. Zufriedenstellende Antworten und Heilmittel gibt es für Betroffenen keine.

Übermässiger Haarausfall und Verlust des Selbstwertgefühls

Haarausfall ist keine schwere Krankheit, wirkt sich jedoch stark auf das Selbst- und Fremdbild aus. „Für mich war die diagnostizierte Alopezie zuerst ein grosses Drama. Für jeden, der sich auch optisch definiert, ist das ein Thema“, erinnert sich Helene. Dass übermässiger Haarausfall zum Verlust des Selbstwertgefühls und sogar zu Depressionen führen kann, dass er sich im sozialen Umfeld und auf berufliche Umstände auswirkt, erleben viele Alopezie-Patienten. Helene: „Ich hatte einen echten seelischen Tiefpunkt, das unterschätzen die Ärzte.“

Dass weder einer der Hautärzte noch jemand in der Uniklinik Tübingen dieses Trauma abfangen konnte, machte die junge Frau hilflos. „Kein Mediziner berücksichtigte die Auswirkungen auf die Seele.“ Dass Krebspatienten in der heutigen Zeit in Bezug auf den Haarausfall völlig anders betreut und begleitet werden, fiel der Alopezie-Betroffenen immer wieder auf. „Beim Krebs ist es eher anerkannt, dass man Haare verliert. Die Patienten schämen sich nicht so in dem Ausmass, zumal es auch ein zeitlich befristeter Zustand ist. Alopezie hingegen ist ein totales Tabuthema.“


Susanne Gress ist Ansprechpartnerin und Experten, wenn es um das Thema Zweithaar geht.

Susanne Gress ist Ansprechpartnerin und Experten, wenn es um das Thema Zweithaar geht.


Der Weg ins Perückenstudio braucht Überwindung

Die Alopezie bleibt, ein Leben lang, auch wenn der Zustand wechselt. Bei Helene sind inzwischen wieder Haare nachgewachsen – und wieder ausgefallen. „Ich habe ein ständiges Handicap.“ Mit einer aggressiven DCP-Therapie versuchte sie die Auto-Immun-Störung zu stoppen – ohne nachhaltigen Erfolg. Als für sie im Winter 2012 absehbar war, dass sie eine Perücke braucht, recherchierte sie in ihrem Umfeld und wurde auf Gress Friseure in Esslingen aufmerksam. „Jemand der sich auch mit Frisuren auskennt und in der Nähe ist war für mich ein wichtiges Kriterium. Sich das erste Mal an ein Perückenstudio zu wenden, braucht echte Überwindung – es ist ein Eingeständnis in eine reale Situation.“

Susanne Gress ist Ansprechpartnerin und Experten, wenn es um das Thema Zweithaar geht. Sie versorgt Chemo-Patienten und Personen mit Alopezie mit Haarersatz. Doch es geht um weit mehr: „Menschen kommen in einer schwierigen Situation zu mir, in der ich sie unterstützen möchte. Mir ist eine ganzheitliche Beratung wichtig. Die Dienstleistung liegt mir am Herzen“, sagt Susanne Gress. Seit mehr als 30 Jahren ist sie im Gesundheitswesen tätig und hat täglich Kontakt mit Patienten und diversen Krankheitsbildern. Sie ist nicht nur Zweithaarspezialistin, sondern hat auch eine zertifizierte Ausbildung zur Ayurvedischen Psychologischen Beraterin absolviert. Daher bringt sie Teile ihres Knowhows aus der Medizin, Psychologie und Lebenshilfe ebenso ein wie Produktkenntnisse.


Die Zweithaarexpertin Susanne Gress versorgt Chemo-Patienten und Personen mit Alopezie mit Haarersatz.

Die Zweithaarexpertin Susanne Gress versorgt Chemo-Patienten und Personen mit Alopezie mit Haarersatz.


Vertrauensvolle, sensible und zeitintensive Beratung

Heute trifft sie ihre Kundin Helene im Perücken-Kompetenzzentrum im zweiten Stock über dem Salon. Es ist immer wieder eine sensible und zeitintensive Beratung. Die vertrauensvolle Beziehung zwischen den beiden ist sofort spürbar. „Ich schätze den freundlichen und herzlichen Umgang – und ich werde nicht bemitleidet. Bei aller Misere lachen wir auch mal“, sagt Helene. Anfangs wurden mehrere Modelle zur Auswahl bestellt und probiert, inzwischen hat sie mehrere Exemplare ihrer Perücke daheim zur Verfügung: eine Kunsthaar-Ausführung in schöner Karamell-Farbe, die praktisch und pflegeleicht ist. Helene: „Das Haarteil muss so unauffällig wie möglich sein, das war mir wichtig. Ich will nicht darauf angesprochen werden, gleichzeitig flott aussehen und die Perücke muss alltagstauglich sein ohne viel Stylingaufwand.“

Gerade probiert sie mit Susanne Gress einige neue Modelle aus und schaut sich auch die neuesten Mützchen und Kopfbedeckungen an. „Das Zweithaar ist ein Alltagsgegenstand und muss so aussehen, dass es keiner merkt. Hier bekam ich die Antwort auf die Frage, ob es tatsächlich Perücken gibt, die gut aussehen und komfortabel sind“, erzählt Helene. Heute hat sie sich mit ihrer Alopezie ausgesöhnt, die Haarlosigkeit ihres Kopfes ist ein Umstand, dem sie weniger Bedeutung zumisst. Vor den kleinen Kindern hält sie das Thema momentan noch geheim, bis das richtige Alter und der richtige Zeitpunkt kommen. Ihr schütteres Haupthaar pflegt sie vorsichtig mit Kindershampoo – und nimmt, weil sie trotz allem den Humor nicht verloren hat, das Glitzer-Shampoo ihrer Tochter.

Titelbild: Alles begann bei Helene mit sichtbaren Lichtungen, dann kam es sogar zum kompletten Haarverlust.

 

Quelle: Titania Kommunikation
Bildquelle: Titania Kommunikation

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