Regelmässige Augenkontrollen bei Kindern machen sich im Alter positiv bemerkbar

19.04.2021 |  Von  |  Gesundheit

Bei Säuglingen entwickelt sich die Sehfähigkeit erst nach der Geburt. Die Augen nehmen allmählich ihre Form an und das Sehzentrum im Gehirn wird ausgebildet. Das sind sehr komplexe Vorgänge. Die Bilder, die von den Augen erkannt werden, entstehen im Grunde genommen erst im Gehirn.

Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass es zu einer perfekten Koordinierung zwischen den Sehorganen und dem Sehzentrum kommt. Dieser Vorgang nimmt die ersten vier Lebensjahre in Anspruch. Deshalb ist es so wichtig, dass die Augen bereits in den ersten Lebensjahren regelmässig von einem Augenarzt untersucht werden.


Werden in dieser Zeit Augenprobleme nicht erkannt, kann sich das gesamte Sehsystem nicht richtig ausbilden. Dadurch entsteht auch grundsätzlich eine Beeinträchtigung der Sehschärfe während des gesamten Lebens. Erforderliche Behandlungen, die im Säuglings- und Kleinkindalter versäumt wurden, lassen sich später nicht mehr korrigieren. Es gibt natürlich Sehhilfen in Form von Brillen oder Kontaktlinsen, aber gut ausgebildete und funktionierende Augen sind auf jeden Fall die bessere Alternative.

Augenuntersuchungen im Säuglingsalter

Bei einem Kind, das nur wenige Monate alt ist, kann kein herkömmlicher Sehtest durchgeführt werden. In dem Alter kennen die Kinder weder Buchstaben noch Zahlen. Zudem können sie sich nicht ausdrücken. Trotzdem gibt es Diagnosemethoden. Einfache Sehtests werden beispielsweise mit Tafeln durchgeführt, die verschiedene Farben oder Muster aufweisen. Kleinkinder neigen stets dazu, gemusterte Oberflächen näher anzusehen als einfarbige. Mit dieser Methode kann schon grundsätzlich etwas über die Sehfähigkeit ausgesagt werden. Werden diese Tafeln bereits aus einer grösseren Entfernung wahrgenommen, sind die Augen zumeist in Ordnung. Ärzte wissen, wie sie das Verhalten der Kinder bei solchen Tests zu deuten haben.

Erfahrene Augenärzte, zu denen auch Dr. med. (H) Richard Nagy gehört, können mit speziellen Diagnosegeräten eine sehr präzise Analyse der Sehleistung durchführen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass kleinere Sehschwächen im frühen Kindesalter kein Grund zur Panik sind. Eine Dioptrinabweichung von bis zu 3,0 bei Weitsichtigkeit oder bis 1,5 bei Kurzsichtigkeit kann durchaus toleriert werden. Da sich die Augäpfel in den folgenden Jahren noch stark verändern, können diese Fehlsichtigkeiten schnell wieder ausgeglichen werden.


Augen bereits in den ersten Lebensjahren regelmässig untersuchen (Bild: Studio 72 - shutterstock.com)

Augen bereits in den ersten Lebensjahren regelmässig untersuchen (Bild: Studio 72 – shutterstock.com)


Worauf sollten Eltern achten?

Eltern sind grundsätzlich sehr besorgt um ihren Nachwuchs. Da sie sich sehr oft mit den Kindern beschäftigen, fällt ihnen in den meisten Fällen auf, wenn die Säuglinge Probleme mit den Augen haben. Folgende Symptome sollten besondere Aufmerksamkeit auslösen:

  • Vermeiden von Lichtquellen
  • Bei Ansprachen nicht mit Blickkontakt reagieren
  • Beim Greifen nach Spielzeugen Schwierigkeiten haben
  • Auf Fotos stark gerötete Pupillen
  • Merkwürdige Augenbewegungen
  • Zitternde Augen

Bei diesen Anzeichen sollten die Eltern unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, um eine Kontrolle der Sehkraft durchführen zu lassen.

Fehlstellung der Augen rechtzeitig behandeln

Oftmals schielen die kleinen Kinder, oder die Augen bewegen sich unkontrolliert hin und her. Dieses Problem sollte so frühzeitig wie möglich behoben werden. Der Augenarzt behandelt es zumeist damit, dass ein Auge vorübergehend abgeklebt wird. Dadurch wird das zweite Auge dazu gebracht, in eine bestimmte Richtung zu blicken. Das Schielen tritt oftmals dann auf, wenn die Sehschärfe beider Augen unterschiedlich ist. Sofern dann das schwächere Auge mehr Leistung erbringen muss, wird es in entsprechender Weise trainiert. Eine frühzeitige Behandlung ist deshalb so wichtig, weil sich die Augen sonst gar nicht richtig entwickeln können. Im fortgeschrittenen Alter bleibt dann meistens nur noch ein chirurgischer Eingriff als Lösung übrig.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass das Gehirn deutlich mehr leisten muss, wenn es die Bilder aus sich bewegenden Augen darstellen soll. Das kann zu Kopfschmerzen und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Auch diese Probleme lassen sich am besten in früher Kindheit beseitigen. Ab einem gewissen Alter ist keine Korrektur mehr möglich.

Regelmässige Untersuchungen helfen Fehlsichtigkeiten zu entdecken

Da die Eltern ihre Kinder ständig unter Beobachtung haben, fallen Probleme im Bereich der Sehkraft nicht immer sofort auf. Insbesondere für Kleinkinder sind jedoch regelmässige Untersuchungen bei einem Kinderarzt vorgesehen. Diese sollten auch unbedingt wahrgenommen werden. Ein erfahrener Kinderarzt erkennt zumeist, wenn etwas mit den Augen des Kindes nicht stimmt. Dann empfiehlt er ohnehin, einen Augenarzt aufzusuchen, um das abklären zu lassen.

Fazit

Da sich bei Säuglingen und Kleinkindern die Augen sowie das gesamte Sehsystem nach und nach ausbilden, sollten immer wieder Kontrollen durchgeführt werden. Treten während dieser Zeit Probleme im Bereich der Augen auf, lassen diese sich später oftmals nicht mehr korrigieren. Das bedeutet, dass Fehlsichtigkeiten im Kleinkindalter eine Beeinträchtigung für das ganze Leben sein können.

 

Titelbild: Alena Ozerova – shutterstock.com

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