Körpersprache: Wie nonverbale Signale unsere Wahrnehmung beeinflussen

09.03.2015 |  Von  |  Allgemein
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Körpersprache: Wie nonverbale Signale unsere Wahrnehmung beeinflussen
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Etliche Beiträge, nicht nur in diesem Blog, setzt sich mit den unterschiedlichen Wirkungen der Körpersprache auseinander. Dabei geht es in aller Regel darum, wie eine zielorientierte Körpersprache, inklusive einer dazu passenden Mimik, zu erreichen sei.

So werden bis hinein in den Bereich der Stimmlagen Prinzipien ausformuliert, die auf dem Papier, ergo Bildschirm, immer gut aussehen und leicht zu erlernen scheinen.

Schlichtweg vergessen oder wissentlich unterschlagen wird dabei aber die Tatsache, dass selbst erlernte Strategien der nonverbalen Kommunikation ganz schnell ins Leere laufen können. Denn auch das Gegenüber spricht nicht nur mit Worten und vermag auch allzu aufgesetzte Posen und ein künstlich wirkendes Mienenspiel zu durchschauen – oftmals nicht wissenschaftlich unterlegt, aber immer mit der gehörigen Portion des menschlichen Instinkts, der sich auch von Blendern nicht täuschen lässt.

Nonverbale Signale sind für die Kommunikation entscheidend

Untersuchungen bestätigen, dass nur ein geringer Prozentsatz dessen, was wir in Worte kleiden, beim Gegenüber auch so wie gesagt ankommt. Ein Grossteil der Kommunikation passiert vielmehr nonverbal, sprich über Mimik und Gestik. Täglich setzen wir uns bewusst oder eben meist unbewusst mit dem Zusammenspiel von Sprache, Körperhaltung und Mikromimik auseinander, ohne das immer sofort zu erkennen oder gar durchschauen zu wollen.

Wie uns Menschen in der Körperhaltung, der Sprache der Gesten und Mimik begegnen, hat eine entscheidende Auswirkung darauf, wie wir diese Menschen tatsächlich wahrnehmen. Dazu kommt eine Ausstrahlung, die weder von der verbalen Sprache, der Körpersprache, Motorik noch der Mimik bestimmt wird. Gemeint sind hier feinste chemische Prozesse, die sich nicht einfach nur über den Geruch wahrnehmen lassen. Wir sind uns sympathisch, weil die Chemie stimmt, oder unsympathisch, weil die Chemie eben nicht stimmt.

Es kommt also auf eine Vielzahl von Signalen an, die ausser dem gesprochenen Wort dazu geeignet sind, Vertrauen zu schaffen oder von vornherein für eine unterschwellige Vorsicht zu sorgen. So werden eben aus Verlierern nicht einfach nur wegen einer eingeübten Körpersprache Gewinner, und Menschen, die uns von Beginn an unsympathisch sind, werden bei uns kaum die von ihnen erhoffte oder gewünschte Wirkung hinterlassen.

Keine Chance für Blender und Täuscher

… dann liegt das meist daran, dass unser Instinkt, sofern er wach und sensibilisiert ist, schnell die Blender und Täuscher entlarven kann. Voraussetzung dafür ist, dass wir Gefühle zulassen und diese auch verstehen. Wenn uns beispielsweise im Beisein einer bestimmten Person eher unwohl ist, dann dürfen wir dieses Signal gern als das wahrnehmen, was es ist – ein Gebot, Vorsicht walten zu lassen. Dieses Gefühl trügt ebenso selten wie das Gefühl einer tiefen Zuneigung, das uns wiederum bei anderen Menschen regelrecht überfällt.

In der Praxis erfahrener Personalentscheider und Therapeuten kommt es nicht selten vor, dass ohne lange Gespräche schnell Einvernehmen erreicht werden kann oder eine grundsätzliche wechselseitige Ablehnung entsteht. Dann werden aus eingeübten Gewinnern ganz schnell auch Verlierer, da die mangelnde Identität zugunsten trainierter Posen und einer ausgefeilten, aber unglaubwürdigen Selbstdarstellung schnell entlarvt werden kann.


Nonverbale Signale sind für die Kommunikation entscheidend (Bild: © sharpshutter - shutterstock.com)

Nonverbale Signale sind für die Kommunikation entscheidend (Bild: © sharpshutter – shutterstock.com)


Sachlich bleiben?

Nicht wenige Experten raten besonders bei Bewerbungsgesprächen, Verhandlungen und zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen zu mehr Sachlichkeit. Dieser Rat wirkt auf den ersten Blick logisch und nachvollziehbar. Immerhin sollten nicht Äusserlichkeiten und falsch gesetzte Signale die Arbeit an der Sache beeinträchtigen. Aber dennoch tun sie das, wodurch die Mahnung zur Sachlichkeit ganz schnell, völlig natürlich und in aller Regel auch richtigerweise ins Leere läuft.

Sachlichkeit kann bestenfalls von Maschinen oder in einer rein unpersönlichen Kommunikation, etwa via Schriftverkehr, eingefordert werden. Wenn Menschen direkt aufeinandertreffen, zählen nicht ausschliesslich Argumente oder klare Regeln, sondern immer auch interpersonelle Wirkungen und die wahrhaftige Interaktion zwischen den an der Kommunikation Beteiligten. Und das ist auch gut so.

Authentizität ist gefragt

Erfahrene Therapeuten, Berater und Entscheider wünschen sich tatsächlich ein grösseres Mass an Identität in der zwischenmenschlichen Begegnung. Verstanden wird diese Identität als ein erstrebenswertes Mass an Wahrhaftigkeit, das sich nicht nur in der ersten Begegnung, sondern auch über längere Zeit hinweg als identisch erweist. Das allein ist die Grundlage für ein zwischenmenschliches Verständnis, das letztlich jede zielführende Interaktion erst möglich macht.

Wer im Bewerbungsgespräch oder in der Gehaltsverhandlung flunkert und ein falsches Selbstverständnis vorspielt, kann nur selten wirklich gewinnen. Denn letztlich müsste dieses Schauspiel unter Umständen auf Dauer durchgehalten werden, was letztlich der eigenen Persönlichkeit zuwiderläuft. Die Folge davon wären Unaufrichtigkeit, schnell einsetzende Erschöpfungszustände bis hin zu ernst zu nehmenden psychischen und physischen Belastungen. Wer ständig gegen sein eigenes Ego ankämpfen muss, kann nicht gesund leben.

Und wer sagt eigentlich, dass Menschen in der Verhandlungsposition immer stark und selbstsicher auftreten müssen? Sicherlich genau die Blender, die damit ihre Position in irgendeiner erwünschten Stellung erschwindelt haben. Gefragt sind aber zunehmend identische Menschen, die auch in der nonverbalen Kommunikation genau das zeigen, was sie wirklich sind. Künstliche Verstellung in der Körperhaltung, Stimmlage oder Mimik wird in aller Regel ganz schnell entlarvt und führt im Ergebnis ebenso schnell zum Gegenteil des erwünschten Ergebnisses.



Bleiben Sie also Sie selbst und offenbaren Sie dabei ein Selbstbewusstsein, das genau widerspiegelt, wie bewusst Sie sich Ihrer selbst mit all Ihren Stärken, aber auch Schwächen sind. Das kommt oftmals besser (und letztlich auch zweckdienlicher) an als zunächst vermutet.

 

Oberstes Bild: © PathDoc – shutterstock.com



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Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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