Im Sommer nicht nur reines Wasser trinken – warum?

Der Durst auf Saftschorle, Limo oder kühles Radler statt reinem Wasser an heissen Tagen scheint natürlicher zu sein, als wir bisher dachten. Experten raten inzwischen sogar dazu, sich an heissen Tagen eine Spezialmischung herzustellen.

An sehr heissen Tagen ist uns oft nicht so nach reinem Wasser, sondern nach etwas mit Geschmack! Und wie sich nun herausgestellt hat, ist dies ein ganz natürliches Bedürfnis, da reines Wasser vom Körper viel zu schnell wieder ausgeschieden wird und nicht im Körper verbleibt.

Der Tipp, im Sommer eine Mischung aus Wasser, Zucker und Salz zu trinken, anstatt reines Wasser, basiert auf dem Wunsch, den Elektrolythaushalt im Körper zu unterstützen und eine bessere Flüssigkeitsaufnahme zu gewährleisten.

Sie haben Zweifel? Dann schauen Sie sich an, was Profisportler in den Pausen trinken – meist kein reines Wasser, sondern isotonische Getränke.

Ähnlich wie beim Hochleistungssport schwitzen wir im Sommer an sehr heissen Tagen zu viele Mineralstoffe und Salze aus, die dem Körper wieder zugeführt werden sollten.

Das Wissen darum im Sommer nicht nur reines Wasser zu trinken, sondern eine Mischung aus Wasser, Zucker und Salz zu verwenden, stammt aus dem Bereich der Oral Rehydration Solutions (ORS). Diese spezielle Lösung hilft, Flüssigkeitsverluste bei schwerem Durchfall und/oder Erbrechen auszugleichen. Medizinische Fachleute empfehlen normalerweise vorgefertigte ORS-Pakete und Getränke, aber es ist auch möglich, eine hausgemachte Version mit nur drei einfachen Zutaten herzustellen:

Selbstgemachtes ORS Getränk für heisse Tage:

  • 1 l reines Wasser
  • 1/2 Tl Speisesalz
  • 2 EL Zucker

Dieser Mischung können Sie dann noch Aroma oder Fruchtsaft nach Geschmack beimischen oder eine Zitronenscheibe oder Gurken darin schwimmen lassen.

Droht wirklich eine Dehydrierung so sollten Sie alle 5 Minuten 100 ml davon trinken. Wer krank ist, sollte sich ausrechnen, dass er soviel ml Getränkelösung braucht, wie er in kg wiegt, multipliziert mit 75.


Sportler wissen meist, dass sie nicht nur reines Wasser trinken sollten. (Bild: Ljupco Smokovski – shutterstock.com)

Elektrolytgetränke: Zusammensetzung und Nutzen

Wasser

Wasser ist essenziell für alle lebenswichtigen Funktionen des Körpers. Es kühlt, transportiert Nährstoffe und spült Abfallstoffe aus. Im Sommer, bei hohen Temperaturen und starkem Schwitzen, ist es besonders wichtig, genug zu trinken, um den Wasserhaushalt aufrechtzuerhalten.

Zucker

Zucker (meist in Form von Glucose) kann helfen, die Wasseraufnahme im Dünndarm zu verbessern. Glucose wird zusammen mit Natrium (Salz) in die Zellen transportiert, was die Wasseraufnahme unterstützt. Dies ist ein Prinzip, das in vielen oralen Rehydratationslösungen verwendet wird.

Salz (Natriumchlorid)

Salz ist ein Elektrolyt, der beim Schwitzen verloren geht. Es hilft, den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren und kann Krämpfen und anderen durch Dehydration verursachten Beschwerden vorbeugen.

Warum nicht nur reines Wasser trinken an heissen Tagen?

Reines Wasser wird schnell ausgeschieden, vor allem wenn grosse Mengen auf einmal getrunken werden. Ohne ausreichende Elektrolyte (wie Natrium und Kalium) kann es zu einer sogenannten „Wasservergiftung“ oder Hyponatriämie kommen, bei der der Natriumspiegel im Blut zu stark verdünnt wird.

Vorteile einer Elektrolytlösung:

  • Bessere Flüssigkeitsaufnahme: Die Kombination von Zucker und Salz kann die Wasseraufnahme im Darm verbessern.
  • Elektrolytausgleich: Der Salzgehalt hilft, den Verlust von Elektrolyten durch Schwitzen auszugleichen.
  • Verhinderung von Dehydration: Diese Lösung kann effektiver bei der Rehydrierung sein als reines Wasser, besonders bei starker körperlicher Aktivität oder hohen Temperaturen.

Nachteile:

  • Zuckergehalt: Für Menschen mit bestimmten Gesundheitszuständen wie Diabetes könnte der zusätzliche Zucker problematisch sein.
  • Geschmack: Nicht jeder mag den Geschmack von gesalzenem Zuckerwasser.
  • Alternative Optionen: Es gibt kommerzielle Sportgetränke, die gut formulierte Elektrolytlösungen bieten, oft mit einem besseren Geschmack und ohne die Notwendigkeit, sie selbst herzustellen.

Es ist jedoch wichtig, den individuellen Gesundheitszustand und den täglichen Bedarf zu berücksichtigen. Für die meisten Menschen ist es auch eine gute Idee, die Mischung mit anderen hydratisierenden Getränken abzuwechseln und auf kommerziell verfügbare Elektrolytgetränke zurückzugreifen, wenn dies praktischer ist.


Es ist ganz natürlich, dass uns solche Getränke mehr zum Trinken animieren als reines Wasser. (Bild: Elena Veselova – shutterstock.com)

Was ist mit Softdrinks und Light-Getränken?

Leider kann man nun nicht den Rückschluss ziehen, täglich gesüsste und gesalzene Getränke zu trinken, wäre das beste. Denn der regelmässige Konsum von Softdrinks, insbesondere solchen mit hohem Zuckergehalt oder künstlichen Süssstoffen, kann gesundheitliche Folgen haben.

Eine Studie der Universität Yonsei und der Katholischen Kwandong Universität in Südkorea ergab, dass Personen, die täglich mehr als 250 Milliliter zuckergesüsste oder künstlich gesüsste Getränke zu sich nahmen, ein höheres Risiko für chronische Nierenerkrankungen hatten.

Warum können zucker- und künstlich gesüsste Getränke Nierenerkrankungen verursachen? Zum einen sind sie hochglykämisch, was bedeutet, dass sie den Blutzucker- und Insulinspiegel erhöhen. Darüber hinaus enthalten sie oft Phosphorsäure, die ebenfalls ein Risikofaktor für Nierenerkrankungen ist.

Wenn es um die Wahl von Getränken geht, sind Wasser, Kräuter- und Früchtetees allgemein sowie stark verdünnte Saftschorlen eine bessere Option als Softdrinks. Süssstoffgesüsste Getränke sollten jedoch auch nur in kleiner Dosierung konsumiert werden. Es ist wichtig, auf eine ausgewogene Flüssigkeitszufuhr zu achten, aber reines Wasser bleibt die beste Wahl, um den Körper effektiv zu hydrieren.

Nur an sehr heissen Tagen, wenn Sie viel schwitzen oder wenn Sie intensiv Sport treiben oder körperlich arbeiten, aber auch in den Wechseljahren, wenn Sie Hitzewallungen bekommen, sind isotonische Getränke und eine selbst hergestellte Elektrolytlösung die bessere Wahl.


Der Durst auf Softdrinks, Radler und co. an heissen Tagen ist gesünder als man denkt. (Bild: fongbeerredhot – shutterstock.com)

Rezept für selbst hergestellte Elektrolyt-Limonade

Wenn Sie an heissen Tagen immer sehr leiden, müde, schlapp energielos sind, kann es daran liegen, dass das viele Trinken Ihnen nichts hilft, weil der kleine Teelöffel Salz im Getränk fehlt.

Vielleicht zwingen Sie sich auch dazu, nur Wasser zu trinken, wegen des Kaloriengehaltes anderer Getränke. Wenn Sie aber an manchen Tagen das Gefühl haben, das Wasser ist „schal“ und sie würden viel lieber etwas anderes, mit „Geschmack“ trinken, so hat ihr Körper wahrscheinlich recht.

Versuchen Sie ein Mal diese hausgemachte Elektrolyt-Limonade zu trinken, sie ist erfrischend und hilft dabei, den Elektrolythaushalt zu stabilisieren und die Flüssigkeitsaufnahme zu verbessern, besonders an heissen Sommertagen oder nach körperlicher Anstrengung.

Zutaten:

  • 1 Liter Wasser
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Salz
  • Saft von 2 frischen Zitronen (ca. 100 ml)
  • Einige Minzblätter (optional)
  • Eiswürfel (optional)

Zubereitung:

  1. Wasser vorbereiten:
    • Giessen Sie 1 Liter Wasser in eine grosse Karaffe oder einen Krug.
  2. Zucker und Salz hinzufügen:
    • Fügen Sie 2 Esslöffel Zucker und 1 Teelöffel Salz in das Wasser. Rühren Sie gut um, bis sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben.
  3. Zitronensaft hinzufügen:
    • Pressen Sie den Saft von 2 frischen Zitronen aus (ca. 100 ml) und geben Sie den Saft in die Wasser-Zucker-Salz-Mischung. Rühren Sie gut um.
  4. Geschmack verfeinern:
    • Für eine zusätzliche Geschmacksnote können Sie einige frische Minzblätter in die Limonade geben und leicht zerdrücken, um die ätherischen Öle freizusetzen.
  5. Kühlen und servieren:
    • Kühlen Sie die Limonade im Kühlschrank für mindestens 30 Minuten. Vor dem Servieren können Sie Eiswürfel hinzufügen, um die Limonade noch erfrischender zu machen.
  6. Geniessen:
    • Servieren Sie die selbstgemachte Elektrolyt-Limonade gekühlt in Gläsern und geniessen Sie sie als erfrischendes und hydratisierendes Getränk.

Limonaden selbst herzustellen ist gar nicht so schwer. (Bild: Shelofast Hanna – shutterstock.com)

Tipps:

  • Variationen: Sie können auch andere Zitrusfrüchte wie Limetten oder Orangen verwenden, um den Geschmack zu variieren.
  • Süsse anpassen: Je nach persönlichem Geschmack können Sie die Menge des Zuckers anpassen.
  • Minze: Minzblätter sind optional, verleihen der Limonade aber eine erfrischende Note.

Nährwertangaben (pro Liter):

  • Kalorien: ca. 80 kcal
  • Natrium: ca. 2300 mg (entspricht dem Teelöffel Salz)
  • Zucker: ca. 24 g (entspricht den 2 Esslöffeln Zucker)

Diese Elektrolyt-Limonade ist nicht nur erfrischend und lecker, sondern hilft auch dabei, den Körper mit wichtigen Elektrolyten zu versorgen, die durch Schwitzen verloren gehen. Sie ist eine ausgezeichnete Alternative zu kommerziellen Sportgetränken und kann einfach zu Hause zubereitet werden.



 

Titelbild: PeopleImages.com – Yuri A – shutterstock.com

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