Das 1×1 der Verhütung

02.08.2019 |  Von  |  Sexualität
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Das 1×1 der Verhütung
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Es gibt viele Verhütungsmittel. Leider werden andere Verhütungsmittel neben der Pille und dem Kondom oft vergessen. 

Dabei sollte dein Verhütungsmittel zu dir und zu deiner Lebenssituation passen. Wir stellen das 1×1 der Verhütung vor!

Pearl-Index

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben, trotz Anwendung einer Verhütungsmethode schwanger werden. Ein Pearl Index von fünf bedeutet beispielsweise, das fünf von hundert Frauen innerhalb eines Jahres trotz Anwendung der Methode x schwanger werden. Du kannst so feststellen, wie sicher eine Methode ist.

Kondom

Das Kondom kann wohl als das wichtigste Verhütungsmittel angesehen werden. Ein grosser Pluspunkt ist natürlich, dass das Kondom nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor Krankheiten schützt. Das Kondom ist daher zum Beispiel bei One-Night-Stands mit Männern unverzichtbar.


Auch wenn das Kondom als ungeschlagene Nummer 1 unter den Verhütungsmittel gilt, sollte es für einen optimalen Schutz trotzdem kombiniert werden. Bild: [fongbeerredhot] – shutterstock.com


Der Pearl-Index von Kondomen liegt jedoch bei 2 – 12. Deswegen sollten Kondome mit einer anderen Schwangerschaftsverhütung wie etwas hormoneller oder natürlicher Verhütung kombiniert werden.

Hormonelle Verhütung

Die hormonelle Verhütung gilt als die sicherste Verhütung. Im Vergleich zur natürlichen Verhütung ist die hormonelle Verhütung mit wenig Kosten verbunden. Sie steht aber auch in der Kritik, weil viele Frauen ihren Körper einer starken Belastung aussetzen. Da jede Frau anders auf die Hormone reagiert, können die Nebenwirkungen nicht so einfach zusammengefasst werden.

Manche Frauen fühlen sich mit der hormonellen Verhütung besser. Andere kommen mit den Auswirkungen nicht zurecht. Das kann auch nach dem Absetzen der Pille noch einige Zeit nachwirken. Zudem sind Methoden, wie die natürlich Verhütung deutlich günstiger als die hormonelle Verhütung. Klassische hormonelle Verhütungsmittel sind die Anti-Baby-Pille, die Hormonspirale oder die Verhütungsstäbchen.

Mikrochip

Hierbei handelt es sich um eine Erfindung aus den USA. Ein Chip unter der Haut und eine Fernbedienung sollen bis zu 16 Jahren sichere Verhütung ermöglichen. Der Chip wird mittel eine kleinen chirugischen Eingriffs unter die Haut implantiert. Der Chip enthält Hormone, die in regelmässigen Abständen an den Körper abgegeben werden.

Mit der Fernbedienung soll der Chip bei einem Kinderwunsch deaktiviert werden können. Momentan ist der Mikrochip noch nicht auf dem Markt, da noch nicht sichergestellt werden kann, dass er auch von Hackern gesteuert wird. Noch wurde der Chip daher nicht an Patientinnen getestet.

Natürliche Verhütung

Die natürliche Verhütung hat offensichtlich den Vorteil, dass der weibliche Körper nicht mit Hormonen und anderen Stoffen überschwemmt wird. Zudem kann sie das Körpergefühl verbessern, denn du beobachtest den Körper bei dieser Methode ganz genau. Sie erfordert viel Achtsamkeit, da es sonst schnell zu Fehlern kommt und die Methode dann nicht mehr sicher ist.

Bei korrekter Anwendung sind natürliche Methoden jedoch genauso sicher, wie die hormonelle Verhütung. Ebenso wie bei der hormonellen Verhütung handelt es sich um eine Verhütung von Schwangerschaften. Bei Sex mit unbekannten oder Partnern mit übertragbaren Krankheiten ersetzt sie das Kondom selbstverständlich nicht.

Allen Methoden der natürlichen Verhütung ist gemein, dass du die Signale deines Körpers genau beobachtest. So weisst du ganz genau, in welcher Phase des Zyklus du dich befindest und ob du gerade fruchtbar bist. Die Methoden können daher auch umgekehrt angewendet werden, wenn schwanger werden willst.

Wenn Du eine Schwangerschaft verhindern möchtest, solltest du während der fruchtbaren Tage auf Geschlechtsverkehr verzichten oder Barrieriemethoden verwenden. In den unfruchtbaren Tagen brauchst du dir dagegen keine Gedanken mehr machen. Wenn du gerne schwanger werden möchtest, kannst du bewusst während der fruchtbaren Tage Geschlechtsverkehr haben.



Die natürliche Verhütung übst du am besten zu Beginn in Kombination mit anderen Verhütungsmitteln. Den eigenen Körper zu kennen erfordert nämlich ein wenig Übung. Umso schöner ist es später von hormonellen Mitteln, wie der Pille unabhängig zu sein.

Das die hormonelle Verhütung nicht ganz sicher ist, wie beispielsweise die Pille, bedeutet nicht, dass es sich dabei um eine unsichere Methode handelt. Wenn du allerdings weisst, dass du einen unsteten Lebenswandel hast, ist die natürliche Verhütung vielleicht nicht der richtige Weg für dich. Idealerweise kombinierst du übrigens die verschiedenen Methoden der natürlichen Verhütung.

Fühlmethode

Diese Methode macht es sich zunutze, dass sich im Verlauf des Zyklus der Zervixschleim verändert. Der Schleim wird vor dem Eisprung flüssiger. Während der fruchtbaren Tage zieht er Fäden.

Kalendermethode

Sie wird oft auch als Knaus-Ogino-Methode bezeichnet. Der Zyklus muss für diese Methode mindestens sechs Monate lang protokolliert worden sein. Durch die genaue Beobachtung deines Zyklus kannst du die fruchtbaren Tage ermitteln. Zur Anwendung mit dieser Methode solltest Du Dich gut mit dem Zyklus und der Lebensdauer von Spermien auskennen. Die Methode sollte zusammen mit der Temperaturmethode verwendet werden.

Temperaturmethode

Beim Temperaturmessen misst du jeden morgen deine Körpertemperatur, um deinen Zyklus zu beobachten. Mittlerweile gibt es sogar Thermometer, die die Daten direkt an eine App auf deinem Smartphone senden.

Diese App berechnet nicht nur, ob du fruchtbar bist, sondern kommt auch damit zurecht, wenn du das Messen mal an einem Morgen vergisst. Der Eisprung wird übrigens durch einen Temperaturanstieg von 0,2 bis 6 Grand angezeigt. Der Pearl-Index der Temperaturmethode liegt bei 0,8 – 3.

 

Titelbild: George Rudy – shutterstock.com


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