Beauty-Booster Knochensuppe: Warum der TikTok-Trend auf ein altes Hausmittel setzt
von J. Florence Pompe Gesundheit
In den sozialen Medien, insbesondere auf TikTok, feiert ein altes Hausmittel ein glamouröses Comeback: Knochensuppe! Unter Hashtags wie #BoneBrothBeauty wird das nahrhafte Gericht als Beauty-Booster gepriesen.
Es soll Haut, Haare und Nägel stärken. Doch was steckt hinter dem Hype? Und wie unterscheidet sich Knochensuppe von den Kollagenpulvern, die derzeit ebenfalls hoch im Kurs stehen? Lesen Sie weiter!
Knochensuppe: Uromas Klassiker als Beauty-Boost wiederentdeckt
Haben Sie sich auch schon mal gewundert, dass Frauen in den früheren Jahrzehnten weniger über Cellulitis geklagt haben, als seit den 80er Jahren? Cellulitis war früher gar kein Thema! Auch in alten Filmen sieht man nur straffe Beine. Ein Grund dafür könnte die Tradition gewesen sein, dass damals ganz selbstverständlich hin und wieder Knochensuppe auf dem Speiseplan stand.
Lange bevor es Nahrungsergänzungsmittel und Schönheitskuren gab, gehörte Knochensuppe nämlich selbstverständlich zur Küche. Unsere Ur-Grosseltern bereiteten sie nicht nur wegen ihres Geschmacks zu, sondern aus Geldmangel und Respekt vor dem Tier – es wurde „von der Nase bis zum Schwanz“ alles verwendet.
Knochen, die heute als Abfall gelten, wurden stundenlang ausgekocht, um eine kräftige Brühe zu gewinnen. Diese Tradition wieder zu erwecken, passt perfekt in unsere Zeit, in der Nachhaltigkeit und bewusster Konsum immer wichtiger werden.
Warum ist Knochensuppe ein Beauty-Booster?
Der Schlüssel liegt im Kollagen, einem Strukturprotein, das Haut, Gewebe, Bänder und Sehnen elastisch hält. Beim Kochen von Knochen werden Kollagen und andere wertvolle Stoffe wie Gelatine, Aminosäuren und Mineralien freigesetzt. Diese Bestandteile können:
- Die Haut aufpolstern: Kollagen aus der Suppe kann helfen, die Haut praller und straffer wirken zu lassen.
- Nägel und Haare stärken: Die enthaltenen Nährstoffe fördern gesundes Wachstum.
- Gelenke unterstützen: Gelatine wirkt wie ein Schmiermittel für die Gelenke.
Doch das ist vielen Frauen heute gar nichts Neues. Wir leben ja in einer Zeit, wo Kollagen ein regelrechter Hype geworden ist und in der einige Hersteller den Konsumentinnen einreden, nur ihr Pulver wäre das allerbeste, reinste und wirksamste. Fakt ist: So grosse Unterschiede gibt es nicht bei den Präparaten. Man sollte ein hochwertiges, reines und ökologisches Kollagen kaufen, das ist das Wichtigste.
Ob man es wirklich braucht, kann man an der Wirkung sehen. Wenn der Körper einen Mangel hatte, wird man das wirklich an der Haut, am Gewebe und der Elastizität der Gelenke merken. Fingernägel und Haare zeigen den Mangel nicht immer an, hier fehlen oft auch andere Stoffe wie Kieselsäure, Eisen, Biotin.
Haben Sie aber Probleme mit den Beinen, also zum Beispiel den Kniegelenken und merken Sie, dass die Beine nicht mehr so kräftig sind, Sie beim Treppensteigen Mühe haben oder die Bänder sich ausgeleiert anfühlen – dann ist es wirklich naheliegend, dass Sie einen Kollagenmangel haben.
Darunter leiden eher Frauen als Männer. Denn die Östrogenbildung im Körper hängt mit der Kollagenproduktion zusammen und die nimmt bekanntlich ab dem 25. Lebensjahr ab. Es kann also durchaus sinnvoll sein, wenn Frauen bereits ab 25 Jahren anfangen, hin und wieder Kollagen einzunehmen oder eben eine Knochensuppe zu essen.
Wenn Sie weiblich und über 25 Jahren sind und festgestellt haben, dass das Bindegewebe schlaffer geworden ist und sich früh Fältchen bilden, dann sind Sie wirklich eine Kandidatin für eine Kollagenkur. Experten raten mindestens 3 Monate Kollagen einzunehmen um eine Wirkung zu sehen. Wer aber einen eindeutigen Mangel hat und schon Knieprobleme, wird die positive Wirkung schon nach 3 Tagen spüren.
Wer gar keine Veränderung bemerkt, braucht dann auch kein Kollagen zu nehmen. Allerdings kann sich die Veränderung auch weniger optisch, als in einem gesünderen Verdauungssystem äussern. Männer haben übrigens weniger Probleme mit Kollagenmangel, sie haben einen stabileren Hormonhaushalt und eine dickere Haut, die das Kollagen besser speichern kann.
Kollagenpulver vs. Knochensuppe: Was ist besser?
Während Kollagenpulver gezielt isolierte Proteine liefert, enthält Knochensuppe ein breiteres Spektrum an Nährstoffen. Einige Unterschiede:
| Knochensuppe | Kollagenpulver |
|---|---|
| Liefert Kollagen, Gelatine, Aminosäuren, Mineralien | Enthält reines, konzentriertes Kollagen |
| Nachhaltig, da Knochen verwertet werden | Industriell hergestellt |
| Hausgemacht und individuell anpassbar | Bequeme Einnahme |
| Zusätzlicher Genussfaktor als warmes Gericht | Geschmacksneutral, leicht in Getränke mischbar |
Während Kollagenpulver ideal für unterwegs ist, punktet Knochensuppe durch ihre natürliche Zusammensetzung und Vielseitigkeit.
Welche Knochen eignen sich für die nahrhafte Suppe?
Für eine gelungene Knochensuppe sind die richtigen Zutaten entscheidend:
- Rinderknochen: Besonders Mark- und Gelenkknochen liefern viel Kollagen.
- Hühnerkarkassen: Sie enthalten sowohl Kollagen als auch intensives Aroma.
- Schweineknochen: Eignen sich für eine besonders gehaltvolle Brühe.
- Fischgräten und Köpfe: Ideal für eine leichtere Brühe mit wichtigen Spurenelementen.
Rezept-Tipp: So gelingt die Knochensuppe
- Zutaten:
- 1 kg Knochen (z. B. Rindermark- oder Hühnerknochen)
- 2 Liter Wasser
- Gemüse nach Wahl (z. B. Karotten, Sellerie, Zwiebeln)
- Gewürze (z. B. Lorbeer, Pfefferkörner)
- Zubereitung:
- Knochen kurz in kochendem Wasser blanchieren, um Verunreinigungen zu entfernen.
- Knochen, Gemüse und Gewürze in einen Topf geben und mit Wasser bedecken.
- Mindestens 12 Stunden auf kleiner Flamme köcheln lassen.
- Verwendung:
- Die Suppe pur geniessen oder als Basis für andere Gerichte wie Risotto oder Suppen verwenden.
Wie oft sollte man Knochensuppe essen?
Für spürbare Effekte auf Haut, Haare und Gelenke empfiehlt es sich, Knochensuppe regelmässig zu konsumieren. Zwei bis drei Portionen pro Woche sind ein guter Richtwert. Dabei reichen schon 200 bis 300 Milliliter pro Mahlzeit, um den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Natürlich kann man die Häufigkeit anpassen – einige Fans schwören auf eine tägliche Portion als festen Bestandteil ihrer Ernährung.
Wer offensichtliche Verbesserungen spürt, kann dabei bleiben. Besonders wichtig wäre die Kollagenzufuhr allerdings für alte Menschen, hier hat man in den letzten Jahrzehnten die positive Wirkung von Kollagen bei der Behandlung von Senioren sehr vernachlässigt. Wenn aber schon junge Menschen drastische Wirkungen bemerken, dann muss eine Kollagenzufuhr für Senioren ein wahrer Segen sein.
Was sagen Veganer und Vegetarier dazu?
Für Veganer und Vegetarier ist Knochensuppe aus offensichtlichen Gründen keine Option. Die Idee, tierische Überreste zu verwenden, steht im Gegensatz zu ihrer Überzeugung, keine tierischen Produkte zu konsumieren. Dennoch erkennen viele, dass Kollagen für Haut, Haare und Gelenke wichtig ist – und suchen nach pflanzlichen Alternativen.
Eine beliebte Alternative ist Muschelmehl, das aus der Schale von Muscheln oder Krustentieren gewonnen wird. Dieses enthält natürliche Mineralien, die ähnliche positive Effekte haben können. Für rein pflanzliche Optionen greifen Veganer auf:
- Siliziumreiche Lebensmittel: Hirse, Hafer oder Bambussprossen unterstützen die körpereigene Kollagenproduktion.
- Vitamin C: Dieses Vitamin, reichlich in Paprika, Kiwi oder Zitrusfrüchten enthalten, ist entscheidend für die Kollagensynthese im Körper.
Pflanzliche Kollagenpräparate auf Basis von Hefe oder Algen sind ebenfalls auf dem Vormarsch. Auch wenn sie kein echtes Kollagen liefern, fördern sie die natürlichen Prozesse im Körper und bieten eine nachhaltige Alternative.
Obwohl der TikTok-Trend bei Veganern und Vegetariern oft kritisch gesehen wird, zeigt sich, dass es auch hier Wege gibt, die Schönheit von innen zu unterstützen – ganz ohne tierische Produkte.
Titelbild: staras – shutterstock.com