Anders schminken mit über 40 Jahren – was macht jünger?

Manche Make-Up Trends stehen in erster Linie jungen Frauen oder sind so aufwendig, dass Frauen mittleren Alters nach Alternativen suchen. Dazu gehört der akkurat gezogene Kajalstrich.

Bei jungen Mädchen sieht er betörend schön aus – der streng gezogene Kajalstrich mit Schwung im äusseren Augenwinkel, der zusätzliche Wimpern vortäuschen soll.

Auch jungen Damen fällt diese Schminkmethode gar nicht so leicht, wie man meinen könnte. Es braucht schon ein wenig Übung und gute Eyeliner. Dabei ist es bei ihm besonders wichtig genau und synchron zu arbeiten.

Wenn er gelingt, sieht er wirklich sehr toll aus und vergrössert und betont die Augen meist sehr vorteilhaft. Aber ein schwarzer Kajalstrich ist kein Muss um seine Augen zu betonen. Und Abwechslung in den Looks schadet auch nicht. Aber vor allem Frauen über 40 tun sich schwerer mit dem Klassiker Kajalstrich.


Cat-Eyes und rosa Lippenstift stehen vor allem jungen Damen sehr gut. (Bild: lenaer – shutterstock.com)

Zum einen hat man im Alltag dann oft nicht mehr Geduld für die sorgsam gezogene Linie, zum anderen findet man den Look für den Alltag meist zu dramatisch. Es kommen aber noch weitere Aspekte hinzu: Die Haut um die Augen verändert sich und oftmals lässt der schwarze Strich die Augen dann nicht mehr grösser, sondern kleiner wirken.

Auch ist es nicht mehr unbedingt so einfach den Strich zu ziehen, wenn die empfindliche Haut um die Augen nicht mehr ganz so glatt und straff ist wie in jungen Jahren. Zudem muss der Kajalstrich eng am Wimpernkranz gezogen werden, sieht man Haut durch, ist der tolle Effekt weg und diese Schmink-Technik wirkt etwas merkwürdig.

Daher sollten Damen, die von Jugend an, sich immer die Augen schwarz umrahmt haben, etwas umdenken, wenn sie in die mittleren Jahre kommen und überlegen, ob es nicht Alternativen gibt, die attraktiver aussehen.



Kajalstifte in anderen Farben als Schwarz

Wer auf die lieb gewordene Linie plus Winker am Auge partout nicht verzichten mag, kann durchaus auch andersfarbige Kajal-Stifte und Eyeliner verwenden. Diese wirken oft sogar frischer, lassen die Augen wacher wirken und betonen die individuelle Augenfarbe. Braun wirkt zum Beispiel sehr dezent und elegant und lässt blaue und grüne Augen richtig schön hervorstechen. Grauer Eyeliner ist ebenso eine tolle Alternative und betont blaue und grüne Augen sehr vorteilhaft.

Wer braune oder sogar fast schwarze Augen hat, kann sowieso mit den Farben spielen – alle Blautöne, Violett, Olivgrün, ja sogar Gelb und Neonfarben harmonieren mit so dunklen Augen sehr gut und setzen interessante Kontraste.

Um die richtigen Farben zu finden, sollte man sich etwas Zeit lassen. Zum Ausprobieren kann man sich erst mal günstigere Stifte kaufen und wenn man sich für eine oder mehrere neue Farben entschieden hat, ein teureres Produkt der Lieblingsmarke.


Ganz so schillernd blau, muss das Augen Make-Up zwar nicht sein, aber Farbe schadet nicht. (Bild: marinafrost – shutterstock.com)

Weiche Stifte oder gleich Lidschatten

Wer einmal vom harten Lidstrich weggekommen ist, wird auch erleichtert sein, denn die Alternativen sind schneller geschminkt und erleichtern den Alltag. Auch ist es kein Drama, wenn sie mal verwischen. Es gibt inzwischen extra weiche Kajalstifte, gerne mit Metallic-Partikeln, die eine Mischung aus Lidstrich und Lidschatten zaubern.

Die Stifte gibt es in unterschiedlichen Breiten. Ein breiter, weicher Stift wirkt schon fast wie ein Lidschatten. Man zieht bei solchen Stiften dann natürlich keinen Schwung mehr im Augenwinkel, sondern lässt den Stift sanft auslaufen. Auch kann man statt dem Oberlid nur das Unterlid schminken oder das Auge ganz umrahmen.

Ein Lidschatten ist auch schnell angebracht und braucht nicht die akkurate Präzision wie beim Cat-Eye. Wer noch nie Lidschatten ausprobiert hat, kann mit einem cremigen Produkt anfangen und überrascht sein über die schönen Effekte. Ob ganz dezent für den Alltag, oder dramatisch für den Abend – hier gibt es viele Alternativen.

Da man mit Lidschatten die Augen optisch vergrössern und allgemein ein wenig zaubern kann, gibt es inzwischen viele Produkte, die 3-in-1 Farbe bieten. So läuft der Lidschatten hell aus und wirkt frisch. Nicht alle AnwenderInnen aber mögen so viel Farbe oder Make-Up auf den Augenlidern. Und wer Schlupflider hat, verwischt die Farbe obendrein. Es reicht oft ein etwas breiterer Lidstrich als Lidschatten.



Foundations, Lippenstift und co. – mit über 40 ist weniger mehr

Für viele Make-Up-Trends gilt: Erst mal vorsichtig ausprobieren, ob sie einem stehen, wenn man die 40 überschritten hat, oder auch nur die 35. Denn das, was wir in der Werbung sehen, sind blutjunge Models, die noch herrlich experimentieren können mit dramatischen Looks.

Aber für alle Frauen gilt: Im Alltag will man sich wohlfühlen, meist will man weder ein bunter Vogel sein, ein punkiger Vamp, noch älter wirken als man ist. Und genau das passiert bei vielen trendigen Schmink-Methoden – nämlich, dass sie unter Umständen die Person älter wirken lassen als sie ist.


Ein dezentes Make-Up in natürlichen, erdigen Nuancen steht Frauen in jedem Alter. (Bild: kiuikson – shutterstock.com)

Das ist schnell geschehen, natürlich auch bei jungen Frauen. Es reicht die falsche Farbe für Lippen, unpassende Foundation und falsches Rouge. Man sollte einfach nicht zu sehr nach aktuellen Trends gehen, sondern selbst schauen, welche Farben frisch wirken. Ein klassisches Beispiel: Der rosa Lippenstift macht nicht unbedingt jugendlich, oft wirkt ein schöner Rotton viel schicker und vorteilhafter. Verkrampftes Bemühen sich jünger zu schminken und zu kleiden, betont eher, dass man nicht mehr so jung ist.

Die Farbe des Make-Ups ist auch ein heikles Thema. Gesunde Sonnenbräune aus der Tube ist ebenfalls etwas, was ältlicher aussehen lässt, statt frischer. Der richtige Farbton sollte mit dem eigenen Teint regelrecht verschmelzen und nicht aussehen wie eine Maske. Allerdings ist es auch nicht richtig, ihn zu hell zu wählen, wie man früher gerne riet.



Helle Foundations und Make-Up Produkte decken zwar gut ab, aber machen dann einen fahlen, kränklichen Teint. Und dies kann man dann auch nicht mit einer extra Portion Rouge beheben. Meist braucht Haut jenseits der 40 nur eine leichte Abdeckung. Texturen, die die Haut nicht austrocknen und ihr eine frische Farbe verleihen, sind das beste. Bei der Farbe muss man sehr genau schauen, welchen Unterton der eigene Teint hat und auch hier kann man nicht sein Leben lang immer das gleiche Produkt wählen.

Viele Frauen, die früher wahre Sonnanbeterinnen waren, meiden ab 35 eher die Sonne, aus Angst vor früher Hautalterung. Dann aber verändert sich auch der Teint und man muss andere Farben für Styling und Make-Up wählen als früher. Kommen die ersten grauen Haare dazu, wirkt der Teint automatisch fahler.

Das alles ist aber kein Drama – sondern nur eine Veränderung. Frauen können in jeder Altersdekade sehr attraktiv geschminkt und gestylt sein, sie müssen sich aber selbst die Veränderungen eingestehen und auch mutig und motiviert andere Produkte und Farben ausprobieren. Den wenigsten Frauen steht der Look aus der Jugend, was Frisur, Farben und Kleidung angeht, ihr ganzes Leben lang. Aber jede Typveränderung macht auch Spass und kann dem Leben neuen Wind einhauchen.


Das Experimentieren mit Make-Up macht in jedem Alter Spass und wer es richtig macht, wirkt jung und frisch. (Bild: UfaBizPhoto – shutterstock.com)

 

Titelbild: Roman Samborskyi – shutterstock.com

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