Trotz Heuschnupfen schön durch den Frühling – Schmink- und Pflegetipps bei Hautreizungen

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Trotz Heuschnupfen schön durch den Frühling – Schmink- und Pflegetipps bei Hautreizungen
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Wenn der Frühling kommt, vergeht vielen Pollenallergikern erstmal jede Lust auf Make-up. Während Bäume und Sträucher ihre Blüten öffnen und die Natur sich überall in ihren schönsten und frischesten Farben zeigt, haben sie zunehmend mit lästigen und unschönen Symptomen zu kämpfen. Die Augen röten sich und tränen, die Nase läuft und wird wund, die Haut schwillt an und juckt. Besonders ärgerlich: Da vor allem die empfindliche Gesichtshaut betroffen ist, lässt sich Heuschnupfen nur schwer verstecken.

Dich die richtige Pflege hilft, auch gereizte und gestresste Haut schön durch den Frühling zu bringen. Und auf das frühlingsfrische Make-up müssen Allergiker ebenfalls nicht verzichten. Allerdings sollten die Schmink- und Pflegeprodukte sorgfältig ausgewählt, eingesetzt und kombiniert werden. Dann helfen sie nicht nur beim optischen Kaschieren von Heuschnupfensymptomen und Hautreizungen, sondern schützen die Haut vor Allergenen, lindern den Juckreiz und fördern die Regeneration.



Am besten immer dabeihaben: Die Notfallausrüstung für rote Augen und Schniefnasen

Wer Heuschnupfen hat, sollte in der Zeit des Pollenflugs nicht ohne Taschentücher aus dem Haus gehen. Deren häufiger Einsatz bei Niesreiz, laufender Nase und tränenden Augen stellt für die Haut jedoch eine zusätzliche Belastung dar – und sorgt ausserdem dafür, dass selbst das beste Make-up in den betroffenen Bereichen nicht lange hält. Da hilft es auch nicht viel, morgens beim Schminken dicker aufzutragen. Besser ist es, einen guten Concealer oder die getönte Tagescreme in der Pollenzeit ebenfalls immer dabei zu haben. So können die entsprechenden Stellen gezielt nachgeschminkt werden.

Für solche kleinen „Reparaturarbeiten“ sind stark deckende Produkte weniger geeignet, da es unterwegs meist nicht so gut möglich ist, den Effekt zu überprüfen. Zu viel Schminke zieht die Blicke auf die Problemstelle, statt von ihr abzulenken – hier ist weniger also mehr. Wenn die Haut richtig wund ist, sollte auf dekorative Kosmetik ganz verzichtet werden. Entzündete, offene, nässende oder schmerzende Stellen brauchen zuerst Zeit zum Heilen. Der Hautarzt kann für Notfälle bzw. zur raschen Symptombekämpfung Salben oder Cremes verschreiben.

Der Lippenbalsam bzw. Lippenpflegestift, der bei vielen Frauen ohnehin zur Standard-Notfallausrüstung gehört, eignet sich auch hervorragend zur Zwischendurch-Pflege von wunder Haut rund um die Nase. Ideal für diesen Bereich sind Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen, die rasch einziehen, keinen Fettfilm auf der Haut hinterlassen und entweder gar nicht oder nur schwach parfümiert sind. Gerötete Lidränder lassen sich mit weissem bzw. hellem Kajalstift verstecken, rote und geschwollene Oberlider mit hellem Lidschatten. Lidschattengrundierung schützt den Lidschatten vor dem Verwischen und dem Absetzen in den Lidfältchen. Doch auch dieser heisse Tipp aus dem Nähkästchen der Profis bringt bei schwerem Heuschnupfen keinen dauerhaften Effekt.



Zum Kaschieren roter Augenlider und geschwollener Tränensäcke dienen spezielle Grundierungen in Grüntönen, die oft auch reflektierende Pigmente enthalten. Sie können unter oder ohne Make-up und auch zwischendurch verwendet werden. Da Grün und Rot Komplementärfarben sind, heben sie einander auf: Die Rötung wird nicht verdeckt, sondern optisch neutralisiert. Auch dazu reicht in der Regel eine kleine Menge. Wer zu viel aufträgt, riskiert einen Grünschimmer, der statt Heuschnupfen leichte Seekrankheit oder schwere Schlaflosigkeit nahelegt – deshalb sparsam verwenden und den Effekt im Tageslicht prüfen (z. B. am Fenster).

Tränen- und wischfest schminken

Durch Verwendung wasserfester Produkte lässt sich die Lebensdauer des Make-up verlängern. Ein weiterer Faktor, der Make-up haltbarer macht, ist die Konzentration der darin enthaltenen Farbpigmente. Besonders pigmentreiches Make-up ist in jeder Drogerie erhältlich, doch für Laien ist es schwer, die nüchternen Fakten der Inhaltsstoffangaben mit den jeweiligen Werbeversprechen in Verbindung zu bringen. Wer sich hier mehr Hintergrundwissen wünscht, sollte sich beraten lassen – entweder von engagiertem und kundigem Fachpersonal oder vom Hautarzt oder einer Kosmetikerin.

Die Versuchung, unerwünschter Feuchtigkeit mit Puder zu begegnen, ist gross. Doch um auch nur eine Träne aufzusaugen, ist jede Menge Puder nötig. Ausserdem soll die Träne ja nicht auf der Haut bleiben und zusammen mit dem Puder dort antrocknen. Mit der schnell zurechtgefalteten oder ‑gerollten Ecke eines weichen Kosmetik- oder Taschentuchs lassen sich Tränen auffangen, bevor sie aus dem Auge herauslaufen. Um die Haut und das Make-up zu schonen, sollten Tränen ohnehin immer weggetupft und nicht weggewischt oder -gerieben werden.

Nur durch Verwendung wasserfester Produkte lässt sich die Lebensdauer des Make-up verlängern. (Bild: © Artem Efimov – shutterstock.com)

Nur durch Verwendung wasserfester Produkte lässt sich die Lebensdauer des Make-up verlängern. (Bild: © Artem Efimov – shutterstock.com)




Moderne Medizin: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Damit weder Augen noch Nase zu stark laufen, empfiehlt sich die Verwendung eines Heuschnupfenmittels vom Arzt oder aus der Apotheke. Die Auswahl an antiallergischen Nasensprays, Augentropfen und Tabletten mit Depotwirkung ist während der letzten Jahre kontinuierlich grösser geworden. Auch die Benutzerfreundlichkeit ist gestiegen: Während vor allem antiallergische Tropfen und Pillen früher fast zwangsläufig müde, schlapp und unkonzentriert machten, kommen viele Heuschnupfenmittel mittlerweile fast oder ganz ohne Nebenwirkungen daher und sind bestens für den täglichen Gebrauch geeignet. Hier können Betroffene also für vergleichsweise wenig Geld experimentieren, bis sie den oder die Wirkstoffe gefunden haben, die ihnen am besten helfen.



Die Symptome von Heuschnupfen und die von Neurodermitis (atopisches Ekzem) treten oft gemeinsam auf, da die Anlagen zusammen vererbt werden. Viele Allergiker, Neurodermitiker und Menschen mit Ekzemen wünschen sich ein Notfallpräparat zur raschen und wirksamen Linderung von Hautreizungen. Auf starke und umstrittene Wirkstoffe wie Cortison und deren mögliche Nebenwirkungen wollen sie jedoch lieber verzichten. Rezeptfreie Präparate mit dem Wirkstoff Hydrocortison (Cortisol) werden seit mehreren Jahren als risikoarme Alternativen angeboten.

Cremen und Salben hilft allenthalben

Allergikerhaut braucht liebevolle und konsequente Pflege. Sanfte Peelings glätten schuppige Stellen, Feuchtigkeitscremes machen die Haut tragfähig für dekoratives Make-up und schützen vor dem Austrocknen. Sehr gut geeignet zur Reinigung und Pflege von Problemhaut sind seifen- und parfümfreie Produkte mit einem hohen Anteil an Harnsäure (Urea). Manche Öle, darunter Nachtkerzensamen- und Olivenöl, verringern das Risiko allergischer Hautreaktionen. Hautärzte und Allergologen verordnen nicht nur Medikamente, sondern geben auch Tipps zu Pflegeserien aus Drogerie oder Apotheke und klären über deren Inhaltsstoffe und Wirkweise auf. Sie können auch Cremes und Lotionen verschreiben, die dann in der Apotheke individuell zusammengemischt werden.

Im Gegensatz zu fast allen rezeptpflichtigen Cortisoncremes und -salben sind frei verkäufliche Hydrocortisonpräparate auch zur Anwendung im Gesicht oder zum längeren Gebrauch geeignet. Allerdings führt Hydrocortison bei der Daueranwendung ebenfalls zu einem Dünnerwerden der Haut und bekämpft überdies nicht Ursachen, sondern lediglich Symptome auf der Haut. Daher sollten Produkte mit diesem Inhaltsstoff nur so lange verwendet werden, bis die akuten Beschwerden abgeklungen sind. Zudem ist Hydrokortison nicht für jedes Beschwerdebild geeignet. So hilft es zwar bei Neurodermitis bzw. dem atopischen Ekzem, aber nicht bei Rosacea oder perioraler Dermatitis, da deren Symptome nach dem Ende der Anwendung meist verstärkt zurückkehren.

Fazit: Natürlich erfordert es ein wenig mehr Hintergrundwissen, Engagement und auch Geduld, gereizte Haut richtig zu pflegen und zu schminken. Doch für viele Pollenallergiker ist die kritische Zeit schon im Sommer vorbei – und auch Neurodermitiker haben meist im Winter mehr Hautprobleme. Grundsätzlich gilt: Jede Haut freut sich zwischendurch über Schminkpausen – ein Tag pro Woche ohne Make-up ist also nie verkehrt.



 

Oberstes Bild: Mit guten Tipps können auch Frauen mit Heuschnupfen im Frühling Make-up tragen. (© wavebreakmedia / Shutterstock.com)

Über Christine Praetorius

Christine Praetorius, Jahrgang 1971, spricht und schreibt über Neues, Altes, Schönes und Kurioses. Ich liebe Sprache und Musik als die grössten von Menschen für Menschen gemachten Freuden – und bleibe gerne länger wach, um ihnen noch etwas hinzuzufügen. Seit 2012 arbeite ich mit meinem Mann Christian als freie Texterin, Autorin und Lektorin.


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