Stevia – endlich ein kalorienfreier und gesunder Zuckerersatz?

21.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Stevia – endlich ein kalorienfreier und gesunder Zuckerersatz?
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Gerade hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Empfehlungen hinsichtlich des täglichen Zuckerkonsums revidiert. Künftig soll nur noch die Hälfte der bisher angegebenen Menge gesundheitlich unbedenklich sein. Zucker gehört immer noch zu den unterschätzten Schadstoffen für den menschlichen Organismus – und das nicht nur, wenn eine Diät angesagt ist. Da ist es kein Wunder, dass das Interesse an Stevia in den letzten Jahren stetig gewachsen ist.

Stevia (Stevia rebaudiana) ist eine der Sonnenblumenfamilie angehörende Pflanze, aus der besonders in Paraguay und Brasilien seit Jahrhunderten ein natürlicher, pflanzlicher Süssstoff gewonnen wird. Er ist an sich 300-mal so süss wie Zucker, aber die in Stevia enthaltenen Kalorien werden vom menschlichen Stoffwechsel nicht verarbeitet. Die Konsequenz: Wir schmecken zwar die Süsse, aber nehmen keinerlei Kalorien zu uns.



Unser Blutzuckerspiegel bleibt unten und Kariesbakterien springen auf den natürlichen Süssstoff auch nicht an. Im Gegenteil: Aus naturheilkundlichen Quellen ist bekannt, dass Stevia aktiv anti-kariogen, also karieshemmend, wirken und ausserdem noch die Entwicklung von Plaque (Zahnbelag) verhindern können soll.

Während das Süssungsmittel zum Beispiel in Japan bereits seit mehr als 40 Jahren industriell eingesetzt wird, war Stevia in der EU bis 2011 nicht als Lebensmittelzusatz erlaubt. Offiziell, weil seine Langzeitwirkung nicht ausreichend erforscht war – inoffiziell allerdings weist viel darauf hin, dass hier die Lobby der Zuckerhersteller und Saatgutproduzenten einen nicht unerheblichen Einfluss ausübte. Natürlich waren auch die Hersteller künstlicher Süssstoffe wie Aspartam von den Aussichten, Stevia als natürliche Konkurrenz verbuchen zu müssen, nicht gerade angetan.

Setzen Sie idealerweise auf ganz natürliches Stevia. (Bild: Anneka / Shutterstock.com)

Setzen Sie idealerweise auf ganz natürliches Stevia. (Bild: Anneka / Shutterstock.com)

Nun sind dem Gebrauch von Stevia keine Grenzen mehr gesetzt. Innerhalb und ausserhalb der EU findet sich Stevia in allen möglichen Darreichungsformen sowie in Lebensmitteln verarbeitet. Dennoch weiss zumindest die westliche Wissenschaft noch nicht, wie sich welche Menge von Stevia langfristig auf den menschlichen Organismus auswirkt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt deshalb, auf einen lebenslangen Konsum hochgerechnet, eine tägliche Höchstdosis von vier Milligramm Stevioläquivalenten pro Kilogramm Körpergewicht.



Diese Menge werden Sie kaum überschreiten, wenn Sie Stevia nicht exzessiv nutzen. Sorgen bereitet Forschern hauptsächlich die Tatsache, dass Versuchstiere deutlich und ungesund abnehmen, wenn sie hohe Einheiten Steviolglykoside zu sich nehmen. Ob dieser Effekt aber überhaupt auf Menschen übertragbar ist, ist unklar.



Tatsache ist in jedem Fall, dass die in Südamerika auch als Honigkraut bekannte Pflanze dort schon seit Jahrhunderten ohne überlieferte Nebeneffekte genossen wird. Sie ist nicht nur für ihre kulinarischen Reize bekannt, sondern auch zur Stärkung der Herzmuskulatur und als natürliches Mittel gegen Bluthochdruck und stressbedingte Symptome. Nachgewiesen ist in jedem Fall, dass viele Zuckerarten wie etwa Fruktose das Risiko von Bluthochdruck erheblich erhöhen können. Ein Zuckeraustauschstoff ist also in jedem Fall eine Gegenmassnahme, falls Sie unter diesem Symptom leiden. Zusätzlich vermeiden Sie mit Stevia vor allem in Stresssituationen den Energieabfall nach erhöhtem Zuckerkonsum.



Entscheidend dabei ist, zu welchem Steviaprodukt Sie greifen. Denn seit die grossen Konzerne den Stevia-Hype nicht mehr abwenden konnten, sind sie natürlich auf den Zug aufgesprungen. So werden immer neue Extraktions- und Verarbeitungsverfahren entwickelt, oft unter Namen, denen die Stevia-Herkunft nicht mehr anzumerken ist. Coca-Cola etwa hat einen Stevia-basierten Süssstoff entwickelt, den das Unternehmen „Rebiana“ nennt. Rebiana scheint jedoch nur noch zu süssen und die anderen gesundheitsfördernden Wirkungen der Pflanze eingebüsst zu haben.

Setzen Sie deshalb idealerweise auf ganz natürliches Stevia, das nicht in aufwendigen chemischen Extraktionsverfahren gewonnen wird. Für Getränke eignen sich die getrockneten und pulverisierten Pflanzen. Für den Gebrauch beim Kochen und Backen kommen Sie mit einem Stevia-Extrakt aus dem ganzen Blatt der Pflanze gut zurecht. Sie finden beides in Bio-Qualität in Bio-Supermärkten und Reformhäusern. Natürlich können Sie Stevia auch selber anbauen und dann trocknen.

Nutzen lässt sich Stevia überall dort, wo Sie auch Zucker einsetzen würden – allerdings nicht im Verhältnis eins zu eins. Folgen Sie den Anweisungen auf den Verpackungen Ihres jeweiligen Produktes. Probieren Sie ein wenig aus, wie viel Pulver Sie mögen und benötigen. Zu Beginn ist der Geschmack gerade in reinem Kaffee und Tee etwas gewöhnungsbedürftig – aber bleiben Sie dran! Die meisten Menschen gewöhnen sich innerhalb einiger Tage an das etwas andere Aroma. Wenn Sie mit Stevia backen wollen, empfiehlt sich für die ersten Versuche ein Kuchenrezept, das eigens für den Pflanzensüssstoff entwickelt wurde.

Wie wäre es als Einstieg mit diesem wunderbar gesunden Smoothie, den Sie graduell mit etwa Stevia nachsüssen können? Er ist perfekt geeignet, um nach der Fitness wieder Energie zu tanken. Eine reife Avocado wird mit einer reifen Banane, einem grossen Glas Ananassaft und einem Glas trinkfertigem Kokosnuss-Saft im Blender vermixt. Probieren und dann nach Bedarf jeweils einen Viertelteelöffel Stevia zugeben – so gewinnen Sie ein Gefühl für Dosierungen und Geschmacksnuancen.



 

Oberstes Bild: Stevia – der natürliche Zuckeraustauschstoff. (© Swapan Photography / Shutterstock.com)



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