Schnell einschlafen, erholt aufwachen: 4 Mythen über den Schlaf

09.10.2014 |  Von  |  Allgemein
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Schnell einschlafen, erholt aufwachen: 4 Mythen über den Schlaf
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Manchmal ist schwer, abends im Bett das Kopfkino einfach auszublenden und rasch einzuschlummern. Es gibt aber auch Nächte, in denen man wonnig einschläft, nach wenigen Stunden scheinbar grundlos aufwacht, lange wach liegt und einfach nicht wieder einschlafen kann. Was tun? Wir haben uns mit Experten unterhalten und berichten, mit welchen Tipps und Hilfsmitteln Sie entspannt durch die Nacht kommen.

Wer nicht ausreichend schläft, fühlt sich tagsüber abgespannt. Zudem leidet die Konzentration, sodass sich nach unruhigen Nächten im Job vermehrt Fehler einschleichen, schlimmstenfalls sogar Unfälle passieren. Während Frauen zumeist Schwierigkeiten mit dem Einschlafen haben, klagen Männer häufiger über Durchschlafschwierigkeiten. Schlafforscher wissen: Beide Geschlechter haben im Grunde genommen das gleiche Problem. Denn Menschen, die nachts aufwachen und nicht wieder einschlafen können, haben ebenfalls eine Einschlafstörung, wenn auch eine Wiedereinschlafstörung.



Was ist normal, was ungesund?

Die wenigsten Schweizerinnen und Schweizer wissen, dass es vollkommen normal ist, nachts ab und zu aufzuwachen. Selbst Menschen, die behaupten, sie hätten hervorragend geschlafen, waren während der Nachtruhe mit hoher Wahrscheinlichkeit 15 bis 30 Mal wach. Allerdings waren diese Phasen so kurz, dass sie gar nicht bewusst wahrgenommen wurden. Schlafstudien belegen, dass gesunde Menschen ohne bekannte Schlafstörungen in einer Nacht durchschnittlich 28 Mal für jeweils eine bis drei Minuten aufwachen.

Wenn die Nacht Mücken zu Elefanten werden lässt

Kritisch wird es allerdings, wenn die Aufwachphase länger andauert und das Kopfkino zu laufen beginnt. Selbst mit grosser Disziplin gelingt es niemandem, an gar nichts zu denken. Dann ist es entscheidend, nicht die Probleme des Vortages oder die vermeintlichen Sorgen des kommenden Tages zu wälzen. Es gilt nämlich als erwiesen, dass wir nachts allgemein depressiver gestimmt sind als am Tag.



Grund ist das Schlafhormon Melatonin, welches trotz Einschlafkrise unentwegt durch unser Blut zirkuliert. Das Hormon reguliert nicht nur unseren Schlafrhythmus, sondern drückt auch gewaltig auf die Stimmung! Deshalb ist es keinesfalls ratsam, nachts über Probleme nachzudenken oder sie gar lösen zu wollen. Die sprichwörtlichen Elefanten wären vorprogrammiert.

Schicken Sie Ihre Fantasie auf Reisen

Zwanghafte Gedanken, wie „Ich muss jetzt unbedingt einschlafen, sonst bin ich morgen fix und fertig“, sind ebenfalls keine Erfolg versprechende Ein- bzw. Weiterschlafstrategie. Es ist klüger, sich auf etwas Angenehmes zu konzentrieren. Hören Sie in Gedanken Ihre Lieblingsmusik, träumen Sie sich an einen Strand oder in die Berge. Diese Art der geistigen Entspannung funktioniert bei erwachsenen Menschen genauso wie bei Kindern, die sich ja auch mit einer unaufgeregten Geschichte oder einem Schlaflied zum Einschlafen bringen lassen.

Wer häufiger schlaflos im Bett liegt, sollte sich am besten schon vorher überlegen, was er tun könnte, falls es wieder zu Schlafproblemen kommt. Vielleicht liegt dann ein schönes Buch oder eine CD mit Entspannungsmusik auf dem Nachttisch.

Vier bekannte Mythen über den Schlaf

1. Ob man am nächsten Tag erholt ist oder nicht, entscheidet die Schlafdauer.

Diese These stimmt nur bedingt. Verschiedene Menschen benötigen unterschiedlich viel Schlaf, wobei das natürliche Pensum zwischen fünf und neun Stunden liegt. Sogar im Laufe des Lebens kann das Schlafbedürfnis, gemessen in Stunden, beim selben Mensch erheblich schwanken. Wichtiger als die Schlafdauer ist die Qualität. Es ist demnach besser, dem Gefühl beim Aufstehen sowie der Leistungsfähigkeit tagsüber zu vertrauen, als sich zwanghaft auf die Stundenanzahl zu fixieren.

Tipp: Ausreichend Bewegung und Sport erhöhen die Schlafqualität und somit auch das Wohlgefühl bei Tag. Sport macht nicht nur den Körper müde, sondern entspannt auch den Geist, was sich auf die erholsamen Tiefschlafphasen besonders förderlich auswirkt.

2. Der beste Schlaf findet vor Mitternacht statt.

Falls mit Mitternacht null Uhr gemeint ist, stimmt diese These nicht. Jeder Mensch hat seine persönliche, biologische „Mitternacht“. Wissenschaftler fanden heraus, dass diese bei den meisten gesunden Erwachsenen zwischen drei und vier Uhr morgens liegt. Auch Schichtarbeiter wissen: Die meisten Leistungsfunktionen von Körper und Geist befinden sich in dieser Zeit auf dem absoluten Tiefpunkt. Deshalb sollte die These lauten: „Der Schlaf vor der biologischen Mitternacht ist der wichtigste.“

Tipp: Die meisten Menschen haben ein weiteres Tief zur Mittagszeit. Falls es sich einrichten lässt, sollten Betroffene ihrem Bedürfnis nachgeben und einen kurzen Mittagsschlaf einschieben. Ein Nickerchen, maximal eine halbe Stunde lang, erhöht die Leistungsfähigkeit spürbar!

3. Wer zu wenig schläft, wird krank.



Stimmt! Zu wenig Schlaf schwächt auf Dauer das Immunsystem. Im Rahmen einer Studie wurden gesunde Personen mit Erkältungsviren kontaminiert. Während die Hälfte aller Probanden danach schlafen durfte, mussten die anderen 24 Stunden lang wach bleiben. Von denjenigen, die nicht schlafen durften, haben drei Mal so viele eine Erkältung bekommen wie von den Schläfern. Aber auch das Risiko einer psychischen Erkrankung steigt proportional zum regelmässigen Schlafdefizit.





Wer zu wenig schläft, wird krank. (Bild: Halfpoint / Shutterstock.com)

Wer zu wenig schläft, wird krank. (Bild: Halfpoint / Shutterstock.com)

4. Schäfchenzählen hilft beim Einschlafen.

Leider hilft das nur wenigen Menschen. Besser ist es, wenn man herausfindet, woher die Unruhe kommt. Sofern sie körperlich bedingt ist, hilft es zumeist, noch einmal aufzustehen und sich ein wenig zu bewegen. Ist der Körper allerdings müde, die Gedanken jedoch hellwach, lenkt Schäfchenzählen zumeist nicht genügend ab. Dann ist ein Hörspiel oder das Lauschen ruhiger Musik dem Schlaf weitaus förderlicher.




 

Oberstes Bild: © Lisa S. – Shutterstock.com

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