Ringelblume – Multitalent für Schönheit, Pflege und Gesundheit

18.10.2014 |  Von  |  Allgemein
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Ringelblume – Multitalent für Schönheit, Pflege und Gesundheit
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Bei der Ringelblume denkt man zuerst an die hautberuhigenden Calendula-Salben, die mit ihren entzündungshemmenden Eigenschaften Wunden schneller heilen lassen. In der hübschen Blume steckt aber noch viel mehr: Sie wirkt gegen zahlreiche andere gesundheitliche Probleme, ist ein geschätzter Bestandteil in Kosmetika und bereichert sogar unseren Speiseplan.

Es gibt zahlreiche Arten, die ursprüngliche Heimat liegt vermutlich im Mittelmeerraum. Heute ist in Europa überwiegend die kultivierte Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) verbreitet. Als einzige wilde Art wächst hierzulande in wärmeren Gebieten die Acker-Ringelblume (Calendula arvensis). Leider ist sie stark gefährdet.



Über Jahrhunderte hinweg nutzten vor allem Bauern die Calendula als praktischen Wetterfrosch: Wenn die Pflanze am Morgen ihre Blüten nicht öffnet, gibt es an diesem Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit Regen.

Heilkraft von innen und aussen

Wissenschaftler haben der Calendula weitreichende pharmazeutische Wirkkraft bestätigt. Äusserlich angewendet, lindert sie Schmerzen und bildet schneller Narbengewebe bei Ekzemen, Verbrennungen, Hautgeschwüren oder Entzündungen. Darüber hinaus wirkt sie innerlich bei Darm- und Magenbeschwerden bis hin zu Geschwüren. Sie soll ferner den Gallenfluss anregen, die Blutfettwerte senken, gegen Menstruations- und Leberbeschwerden helfen.

Die ersten Erwähnungen der Ringelblume als Heilpflanze reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. So gibt es schriftliche Aufzeichnungen, in denen Hildegard von Bingen Calendula als Arznei gegen Vergiftungen empfahl.



Wer die Wirkstoffe für sich nutzen möchte, bekommt entsprechende Produkte in Apotheken, Reformhäusern oder Drogerien. Natürlich kann man die Ringelblumen auch selbst pflücken, trocknen und zu Salben, Tinkturen, Öl oder Tee verarbeiten. Wichtig: Keine Blüten von gekauften Schnittblumen verwenden; Gartenpflanzen nur dann, wenn sie nicht mit chemischen Pestiziden und Düngemitteln behandelt wurden.

Zum Selbermachen: Ringelblumensalbe

Zutaten/Zubehör:

  • Grosser Salbentiegel (in der Apotheke erhältlich)
  • Teesieb oder Teefilter
  • 10 Gramm Ringelblumenblüten
  • 90 Gramm Pflanzenfett
  • 15 Milliliter Rapsöl (oder anderes Pflanzenöl)

Herstellung:

  • Das Fett etwas kleiner schneiden, mit dem Öl in einen Topf geben. Die Blüten darüber verteilen. Bei niedriger Hitze das Fett schmelzen, gelegentlich rühren. 30 Minuten bei geringer Temperatur leicht sieden lassen.
  • Topf vom Herd nehmen, über Nacht ruhen lassen. Am Folgetag erneut auf dem Herd platzieren, wieder einschmelzen, 30 Minuten sieden.
  • Den Teefilter in den Salbentiegel setzen, die flüssige Masse vorsichtig durch den Filter giessen. Filter entnehmen. Salbe abkühlen lassen, Tiegel verschliessen.

Wertvolle Gartenpflanze

Im Garten bezaubert die einjährige Ringelblume mit ihren leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten, die sie ab Juni bis zu den ersten Frösten zeigt. Grosse Ansprüche stellt sie nicht, mag aber sonnige Standorte mit durchlässigem Boden. Sie wird bis zu 60 Zentimetern hoch und sät sich fleissig immer wieder selbst aus.

Gartenbesitzer sollten auf jeden Fall Sorten mit ungefüllten Blüten verwenden: Diese stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln dar; bei gefüllten Blüten kommen die Insekten nicht an den Nektar heran.



Die Ringelblume ist zudem eine wertvolle Gründüngerpflanze, sie lockert mit ihren langen Pfahlwurzeln den Boden auf. Als Beipflanze in Gemüsebeeten hält sie zuverlässig Fadenwürmer ab. Verwelkte Calendula lassen sich noch gut als organischer Dünger verwenden.

Wer das Saatgut für das nächste Jahr sammeln und trocknen möchte, wählt dazu am besten einen sonnigen Tag im Spätherbst aus. Die Samen lassen sich dann leicht von den Blüten abstreifen.

Die Ringelblume in Kosmetika. (Bild: photo-oasis / Shutterstock.com)

Die Ringelblume in Kosmetika. (Bild: photo-oasis / Shutterstock.com)

Die Ringelblume in Kosmetika

Cremes mit Calendula pflegen, glätten und beruhigen trockene Haut. Wer mit rissigen, spröden Händen zu kämpfen hat, kann bei regelmässiger Anwendung gute Erfolge erzielen. In Fettstiften wirken die Inhaltsstoffe gegen trockene, aufgesprungene Lippen; Ringelblumenshampoos machen die Haare geschmeidig. Die Kosmetikhersteller setzen Calendula in zahlreichen weiteren Produkten ein, darunter Seifen, Massageöle, Hornhautcremes, Babycremes.

Zum Selbermachen: Ringelblumenshampoo mit leicht aufhellendem Effekt für blonde Haare



Zutaten/Zubehör:

  • 1 Haarsieb oder Kaffeefiltertüte
  • Saubere Kunststoffflasche oder anderer Behälter
  • 4 Esslöffel Naturshampoo ohne Zusätze (in Reformhäusern erhältlich)
  • 2 Teelöffel getrocknete Ringelblumenblüten
  • 2 Teelöffel getrocknete Kamillenblüten
  • 2 Teelöffel geriebene Zitronenschalen
  • 250 Milliliter destilliertes Wasser

Herstellung:

  • Destilliertes Wasser, Blüten und Zitronenschalen in einen Topf geben, zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen, 30 Minuten ziehen lassen.
  • Den Topfinhalt durch das Sieb filtern, Flüssigkeit auffangen, mit dem Naturshampoo gründlich vermischen. In die Flasche abfüllen.

Guten Appetit!

Der magenberuhigende Tee aus den getrockneten Pflanzen eignet sich in erster Linie als Arznei. Dank der schönen gelben Farbe werden die Blüten als sogenannte Schmuckdrogen auch in anderen Teesorten eingesetzt: So sieht der Tee einfach schöner aus und soll zum Kauf anregen.

Die Blüten sind ein Blickfang in Salaten und lassen als Dekoration auf dem Teller so manches Gericht noch appetitlicher erscheinen. Zudem dient Ringelblumenextrakt als Lebensmittelfarbe, etwa für Butter, Kuchen oder asiatische Gerichte.

Rezeptbeispiel: Ringelblumensirup als Süssmittel, Limonadenkonzentrat oder Aroma für Backwaren

Zutaten:

  • 1 Handvoll Blüten und Blätter der Ringelblume
  • 1 Liter destilliertes Wasser
  • 1 Kilogramm Zucker
  • 1 gestrichener Teelöffel Zitronensäure

Zubereitung:



  • Die Blätter und Blüten gründlich waschen. Das destillierte Wasser mit den Pflanzenteilen in einen Topf geben, einmal aufkochen lassen, vom Herd nehmen. Eine halbe Stunde ruhen lassen.
  • Den Topfinhalt durch ein Sieb abgiessen, Flüssigkeit auffangen, wieder in den Topf füllen. Nun den Zucker einrühren, zum Kochen bringen, dabei ständig rühren. Solange kochen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat.
  • Die Zitronensäure einrühren, erneut aufkochen, vom Herd nehmen. Den heissen Sirup in sterilisierte Flaschen füllen, verschliessen.

 

Oberstes Bild: © LianeM – Shutterstock.com

Über Andrea Durst

Ich bin selbstständige Texterin und liebe an meinem Beruf die Abwechslung bei der Umsetzung unterschiedlicher Kundenwünsche. Auch die persönliche Freiheit spielt eine grosse Rolle: Arbeiten zu jeder beliebigen Zeit und an jedem Ort, natürlich immer im Rahmen der Abgabetermine. Für die Belmedia-Portale schreibe ich sehr gern, da die Autoren Themen wählen können, die sie persönlich am meisten interessieren. In meinem Fall sind das Tiere und Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit, Ernährung, Pflanzen und Naturkosmetik.


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