Ratgeber Deodorant: Sind aluminiumhaltige Antitranspirante krebserregend?

20.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Parfüm
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Ratgeber Deodorant: Sind aluminiumhaltige Antitranspirante krebserregend?
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In fast jedem Badezimmer sind sie zu finden: Deodorants. Doch durch kürzlich erschienene Meldungen, laut denen aluminiumhaltige Deodorants in Verdacht stehen, krebserregend zu sein, herrscht Unsicherheit. Unsere Redaktion hat aus aktuellem Anlass einen Ratgeber erstellt, der Übersicht schafft und die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet.

Wann wurde das Deodorant erfunden?



Frühe Vorläufer des Deodorants gab es bereits im Ägypten des 18. Jahrhunderts. Die Vermarktung von Deodorants erfolgte ab 1931. Während erste Roll-on-Deos gegen Ende der 1940er-Jahre auf den Markt kamen, sind Deo-Sprays seit 1965 erhältlich. Später wurden Deostifte, Deolotionen und Deopuder entwickelt.

Welche Aufgabe erfüllt ein Deodorant genau?

Jeder Mensch verfügt über etwa drei Millionen Schweissdrüsen, mithilfe derer Körpertemperatur und Wasserhaushalt reguliert werden können – deshalb ist das Schwitzen eine selbstverständliche und überlebenswichtige Körperfunktion. Während frischer Schweiss geruchsneutral ist, kann es durch die Kombination mit Bakterien, die sich auf der Hautoberfläche befinden, zu unangenehmen Gerüchen kommen.

Hier sollen Deodorants gegensteuern, Schweiss- und Geruchsbildung sollen reduziert werden. Konventionelle Deodorants sollen die Bildung von Körpergerüchen durch die Kombination von Schweiss und Bakterien vermindern. Antitranspirante hingegen sollen die Schweissbildung als solche verhindern, indem die entsprechenden Hautpartien zusammengezogen und die Schweissporen verschlossen werden.



Welche Inhaltsstoffe sind in konventionellen Deodorants enthalten?

Zunächst werden die grundlegenden Inhaltsstoffe von der Art des Deodorants bestimmt – so können etwa Wasser, Alkohol oder Wachse als Basis verwendet werden. Dazu kommen individuelle Duft- und Pflegestoffe zum Einsatz, die sich je nach Hersteller unterscheiden und dem Deodorant eine individuelle Duftnote und Wirksamkeit geben. Als wichtigste wirksame Bestandteile enthält ein Deodorant synthetische Duftstoffe oder natürliche ätherische Öle als Geruchsüberdecker, keimhemmende Substanzen zur Eindämmung der geruchsverursachenden Bakterien auf der Haut, Schweisshemmer zur Verminderung der Schweissdrüsenaktivität sowie Geruchsabsorber zur Geruchsneutralisierung und Antioxidantien, welche die Geschwindigkeit der geruchsbildenden Prozesse minimieren sollen.

Sind die Inhaltsstoffe eines Deodorants gesundheitlich unbedenklich?

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind die in Deodorants enthaltenen Inhalts- und Wirkstoffe gesundheitlich unbedenklich. Allerdings können bestimmte Inhaltsstoffe, darunter Duftstoffe, bei manchen Anwendern zu Überempfindlichkeitserscheinungen führen. Die Inhaltsstoffe Aluminiumchlorid und Parabene sollen zudem ein Krebsrisiko darstellen.

Sind die Deodorants gesundheitlich unbedenklich? (Bild: CandyBox Images / Shutterstock.com)

Sind die Deodorants gesundheitlich unbedenklich? (Bild: CandyBox Images / Shutterstock.com)

Verursachen oder fördern aluminiumhaltige Antitranspirante wirklich die Krebsentwicklung?

Antitranspirante, die die Schweissbildung verhindern sollen, enthalten in geringer Konzentration Aluminiumchlorid, also Aluminiumsalze. Diese stehen im Verdacht, Brustkrebs auszulösen. Allerdings gibt es bisher keine wissenschaftlichen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Aluminiumchlorid und Brustkrebs auch beweisen. Hier bedarf es intensiver und tiefgründiger Forschung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte aluminiumhaltige Antitranspirante meiden und zu konventionellen Deodorants greifen, die lediglich die Geruchsbildung, nicht jedoch die Schweissbildung reduzieren. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe, die jeder Hersteller auf der Produktverpackung angeben muss.

Welche Alternativen gibt es derzeit zu aluminiumhaltigen Antitranspiranten?

Derzeit sind aluminiumhaltige Antitranspirante die einzig wirksame Methode, starkes Schwitzen zu unterbinden. Alternativ können Deodorants verwendet werden, die zwar die geruchs-, jedoch nicht die Schweissbildung als solche reduzieren bzw. verhindern. Unkonventionellere Methoden, die das Schwitzen verringern, sind medizinische Eingriffe oder Medikamente. Ein Arzt kann hier beratend zur Seite stehen und die geeignete Behandlungsmethode ermitteln, wenn übermässiges Schwitzen zur Belastung wird.

Wie oft und wann sollte ein Deodorant verwendet werden?



Konventionelle Deodorants, welche die Geruchsbildung bei frischer Schweissbildung reduzieren sollen, können bedenkenlos täglich verwendet werden. Bei aluminiumhaltigen Antitranspiranten ist aus oben genannten Gründen Vorsicht geboten. Da sie dennoch die derzeit einzige zuverlässige nichtmedizinische Lösung sind, die Schweissbildung zu reduzieren, sollten entsprechende Produkte nicht täglich und nur in überschaubaren Mengen verwendet werden. Deodorants am besten am Morgen anwenden, Antitranspirante am Abend. Nach der Rasur im Achselbereich mindestens sechs Stunden vor der Verwendung eines Deodorants warten, um Hautirritationen zu verhindern.

Können Deodorants verwendet werden, um Gerüche zu neutralisieren?

Nein, bereits entwickelte Gerüche können durch ein Deodorant nicht entfernt werden. Deodorants dienen lediglich dazu, die Geruchsbildung bei frischem Schweiss zu verhindern, wenn vor der Schweissbildung angewendet. Antitranspirante hingegen wirken nicht gegen die Geruchsbildung, sondern sollen die Schweissbildung als solche verhindern. Deshalb sollten entsprechende Produkte immer nach dem Waschen angewendet werden, um eine optimale Wirksamkeit zu garantieren.

Welche Deodorantart ist am empfehlenswertesten?



Grundsätzlich spielt es hinsichtlich der Wirksamkeit keine Rolle, welche Art von Deodorant verwendet wird. Lediglich die Anwendungsform und der Aggregatzustand unterscheiden sich. Viele Menschen bevorzugen jedoch Deo-Sprays, da sie kein Nässegefühl verursachen und eine kühlende Wirkung entfalten.

Fazit: Konventionelle Deodorants nützlich, Antitranspirante jedoch nicht risikofrei

Konventionelle Deodorants sind eine altbewährte Methode zur Geruchsminimierung. Sie verhindern effektiv, dass sich unangenehme Gerüche bilden können, wirken allerdings nicht gegen schon bestehende Gerüche. Antitranspirante sind eine einfache Methode gegen Schweissbildung, die Inhaltsstoffe gelten jedoch als nicht unbedenklich – auch wenn es noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt. Sollen Antitranspirante aber unbedingt angewendet werden, sollte dies nicht täglich und nur in geringen Mengen geschehen. Bei Problemen mit übermässigem Schwitzen über einen längeren Zeitraum sollte ein Arzt konsultiert werden, hier können eventuelle medizinische Lösungen ermittelt und besprochen werden.

Text: Thomas Schlösser



 

Bild: Wie wirken Deodorants und Antitranspirante? (© Alliance / Shutterstock.com)

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