Mythen, Irrtümer und Wahrheiten über Lebensmittel

13.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung
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Mythen, Irrtümer und Wahrheiten über Lebensmittel
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Um Lebensmittel und ihre Verwendung ranken sich viele Mythen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre Kindheit, als Ihnen die Eltern mit nachfolgenden Sätzen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Lebensmitteln nahebrachten. Doch was ist dran an diesen Statements? Stimmen sie tatsächlich oder wird masslos übertrieben?

Haben Sie diese „Warnungen“ auch zu hören bekommen und vielleicht auch schon selbst ausgesprochen? Lebensmittel, die auf dem Boden landen, gehören in den Müll. Eine Gabel zerkratzt die Pfanne und steigert das Krebsrisiko. Schimmel muss man immer grosszügig wegschneiden, dann ist der Rest noch essbar. Gelten diese Regeln oder können sie über Bord geworfen werden?



Bei der Verwendung von Lebensmitteln muss ein hohes Mass an Hygiene selbstverständlich sein, damit wir sie bedenkenlos verarbeiten und verzehren können. Lebensmittel, die mit Bakterien in Verbindung kommen, werden zu einem Gesundheitsrisiko, das sich zu einem Krankheitsrisiko entwickeln kann. Einige Behauptungen, die in diesem Zusammenhang aufgestellt werden, sind einfach nicht richtig. Andere sollten Sie sich unbedingt zu Herzen nehmen. In Deutschland landen täglich tonnenweise Lebensmittel im Müll, weil davon ausgegangen wird, dass sie nicht mehr geniessbar sind. Schauen wir etwas genauer hin!

Heruntergefallene Lebensmittel immer wegwerfen – Schimmel einfach wegschneiden?

So allgemein stimmt die Behauptung nicht, dass eine heruntergefallene Scheibe Brot, ein Stückchen Wurst oder Obst gleich in den Müll gehören. Zunächst ist zu unterscheiden, wo das Lebensmittel auf den Boden fällt. Geschieht es zuhause in der heimischen Küche oder unterwegs auf einem Gehweg? Fest steht, dass ein Lebensmittel, das weniger als fünf Sekunden auf dem Fussboden liegt, durchaus noch verzehrt werden kann. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Bakterien länger als fünf Sekunden benötigen, um sich an ein Lebensmittel „zu hängen“. Heben Sie also Heruntergefallenes sofort wieder auf, können Sie weiterhin mit Genuss hineinbeissen.

Was Schimmel anbelangt, hält sich die Aussage hartnäckig, dass bei Lebensmitteln wie Käse die schimmelige Stelle lediglich weggeschnitten werden müsse, der Rest könne dann bedenkenlos verzehrt werden. Diese Aussage tritt aber nur auf Hartkäse am Stück zu. Bei allen anderen Sorten wie Schnitt- und Frischkäse reicht es nicht, den Schimmel zu entfernen. Und bedenken Sie: Schimmel kann für den menschlichen Körper gefährlich werden. Durchfall ist noch die harmloseste Folge, wenn Sie Schimmel zu sich genommen haben. Im schlimmsten Fall kann durch die vom Schimmel produzierten Stoffwechselprodukte Leberkrebs entstehen.



Werfen Sie mit Schimmel behafteten Käse lieber in den Müll. Auch bei Obst oder Gemüse sollten Sie bei Schimmel nicht an Ihren Geldbeutel, sondern an Ihre Gesundheit denken. Wegschneiden löst das Problem leider nicht! Vor allem bei sehr wasserhaltigen Obstsorten wie Erdbeeren können sich in der Frucht Schimmelsporen bilden. Also wegwerfen, zukünftig lieber weniger kaufen und gleich verzehren!

Werfen Sie mit Schimmel behaftete Lebensmittel lieber in den Müll. (Bild: Iakov Filimonov / Shutterstock.com)

Werfen Sie mit Schimmel behaftete Lebensmittel lieber in den Müll. (Bild: Iakov Filimonov / Shutterstock.com)




Kratzer in der Pfanne führen zu Krebs – die Mikrowelle tötet Vitamine ab



Die Behauptung, dass ins Essen gelangte abgelöste Teilchen der Teflonbeschichtung Krebs auslösen können, ist schlichtweg falsch. Die Partikel sind so klein, dass sie keine gesundheitsgefährdende Wirkung haben. Zudem scheidet der Körper diese Partikel einfach wieder aus. Erhöhte Vorsicht sollten Sie allerdings gegenüber Teflondämpfen walten lassen. Sie entstehen, wenn die Pfanne über 260 Grad erhitzt wird. Das Einatmen dieser Dämpfe kann das sogenannte Teflonfieber auslösen, das sich durch grippeähnliche Symptome äussert.

Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die sich bisher keine Mikrowelle gekauft haben. Auch um „die Mikro“ ranken sich nämlich so einige Mythen. So wird immer wieder gerne behauptet, die Mikrowellen seien schädlich und in der Mikrowelle erhitztes Gemüse verliere Vitamine. Das ist nicht richtig! Erstens hat sich die Technik dieser Geräte ständig weiterentwickelt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, die von Mikrowellen verursacht werden, sind nicht zu erwarten. Und bei der Zubereitung in der Mikrowelle werden nur die Wasserpartikel erhitzt – die Vitamine bleiben also erhalten.

Mindesthaltbarkeitsdatum – der Name sagt es schon!

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt nur ein vom Hersteller garantiertes Datum vor, bis wann das Lebensmittel in ungeöffnetem Zustand haltbar ist. Irrtümlicherweise werden Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums vom Verbraucher in den Müll geworfen, obwohl das oftmals gar nicht sein müsste! Möglicherweise haben Sie auch schon so gehandelt und das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verfallsdatum verwechselt. Eine breite Palette an Lebensmitteln ist jedoch auch dann noch geniessbar, wenn das MDH bereits überschritten ist:

  • Reis, Nudeln und Mehl sind auch nach Ablauf den MDH noch mehrere Monate später geniessbar.
  • Eier können noch zwei Wochen nach Ablauf des MDH verwendet werden, aber nur hartgekocht.
  • Milch ist nach Ablauf des MDH noch maximal drei Tage verzehrbar.

Gekochten Spinat oder Pilze kann man nicht aufwärmen?

Dieser Mythos ist ebenfalls nicht aus den Köpfen zu verbannen; er hält sich seit Jahrzehnten. Er stammt aus Zeiten, als es noch keine Kühlschränke gab. Heute dürfen Sie beide Lebensmittel noch einmal aufwärmen, allerdings unter der Beachtung nachfolgender Regeln: Nach der Zubereitung sollten Pilz- und Spinat-Reste in den Kühlschrank. Sie sollten nur einen Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden. Während des Aufwärmens dürfen Sie die Lebensmittel maximal auf 70 Grad erhitzen. Ein drittes Mal aufwärmen? Bitte nicht!

Mit einem sinnvollen Umgang mit Lebensmitteln sparen Sie Zeit und Geld. Wenn Sie wichtige Regeln beachten, können Sie ohne Bedenken geniessen.



 

Oberstes Bild: Viele Mythen ranken sich um Lebensmittel und deren Verwendung. (© Anna Omelchenko / Shutterstock.com)

Über Kirsten Schlier

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