Medizinische Hauttypen: So bestimmen Sie Ihr eigenes Hautbild

22.06.2014 |  Von  |  Haarpflege
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Medizinische Hauttypen: So bestimmen Sie Ihr eigenes Hautbild
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Nicht nur, aber ganz besonders für die Bestimmung des Lichtschutzfaktors ist es wichtig, dass Sie Ihren Hauttyp kennen. Oft wird dieser jedoch falsch eingeschätzt. Das kann entweder langfristig zu einem hautschädigenden Verhalten führen, indem die Haut nicht ausreichend vor der UV-Strahlung geschützt wird; oder es resultiert umgekehrt in Vorsichtsmassnahmen, die gar nicht notwendig sind und die Ferienfreude nur unnötig schmälern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mehr über Ihren Hauttyp in Erfahrung bringen und typgerecht auf Umwelteinflüsse reagieren können.

Das Spektrum der Hauttypen reicht von extrem hellhäutig bis sehr dunkel. Zu welchem Typus Sie exakt gehören, kann nur eine dermatologische Analyse des Melanin-Anteils Ihrer Haut bestimmen, jenes Pigments also, das auch für Ihre Sonnenbräune sorgt. Melanin wird von spezialisierten Pigmentzellen unterhalb der Hornhaut gebildet; es dient als Schutz der tiefer liegenden und empfindlicheren Epidermis-Schichten.



UV-A-Strahlen aktivieren bereits vorhandenes Melanin. Deshalb können Sie auch nach nur einem Tag Sonneneinstrahlung bräunen. UV-B-Strahlen wiederum veranlassen die Pigmentzellen zur Neubildung von Melanin, ein Prozess, der allerdings erst nach zwei bis drei Tagen einsetzt.

Dabei ist die Melaninbildung nicht der einzige Eigenschutz der Haut vor UV-Strahlung, auch wenn sie ausschlaggebend für die Hauttyp-Bestimmung ist. Zusätzlich ist nämlich die oberste Hautschicht in der Lage, sich bei längerer, kontinuierlicher UV-Bestrahlung zu verdicken. Die entstandene Mikro-Hornhaut wird dementsprechend Lichtschwiele genannt und kann den natürlichen Eigenschutz nochmals bis zum Faktor 4 erhöhen. Allerdings braucht die Lichtschwiele bis zu drei Wochen, um sich zu bilden.

Wenn Sie vorhaben, in ein Gebiet mit extremer Sonnenbestrahlung wie etwa Australien oder die Tropen zu reisen, kann ein vorheriger Besuch beim Hautarzt mit einer Melanin-Bestimmung genau definieren, wie hoch Ihre Eigenschutzzeit ist.

Ansonsten können Sie aber meist selbst anhand verschiedener Faktoren bestimmen, zu welchem der möglichen Hauttypen Sie gehören: Die natürliche Pigmentierung Ihrer Haut und Ihre Haarfarbe verraten es. Der Hauttyp wiederum gibt Aufschluss über die gegebene Eigenschutzzeit Ihrer Epidermis. Unter Eigenschutzzeit wird die Zeitdauer verstanden, für die Sie täglich Ihre ungeschützte Haut der Sonne aussetzen könnten, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren (tatsächlich sollten Sie dies eigentlich gar nicht erst ausprobieren, sondern vor allem im Sommer immer direkt eine Sonnencreme auf ungeschützte Hautpartien auftragen).



Abhängig vom Hauttyp variiert die Eigenschutzzeit stark, nämlich zwischen etwa 5 und 45 Minuten. Bemessungsgrundlage hierfür ist der sogenannte UV-Index 8. Der UV-Index 8 entspricht etwa der Stärke der mitteleuropäischen Mittagssonne bei wolkenfreiem Himmel im Hochsommer. Aber Achtung: Auch für die UV-Indexwerte 3 bis 7 wird die Verwendung von Sonnenschutzmitteln bereits dringend empfohlen. Durch die Verwendung von Sonnenschutz wird die gefahrlose Verweildauer in der Sonne um die Formel Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor verlängert.

In Europa werden vier Hauttypen unterschieden:

Hauttyp 1

Merkmale: Der Hauttyp 1, auch keltischer Typ genannt, hat eine sehr helle, manchmal fast durchscheinende Haut, fast immer mit Sommersprossen, die meist das ganze Jahr über sichtbar sind. Die Augenfarbe ist entweder Grün oder Blau. Die Haarfarbe kann zwischen hellstem Blond und kräftigem Rot variieren.

Eigenschutzzeit: Die Eigenschutzzeit des Hauttyps 1 ist extrem kurz, in keinem Fall mehr als zehn Minuten; häufig reichen bereits einige Minuten in der prallen Sonne, damit die Haut sich angespannt anfühlt und erste Rötungen sichtbar werden. Wenn Sie zum Hauttyp 1 gehören, sollten Sie sich so häufig wie möglich im Schatten aufhalten, einen sehr hohen Lichtschutzfaktor von mindestens LSF 30 wählen und unbedingt auf After-Sun-Pflege achten.





Helle-Haut-Mila Supinskaya-Shutterstock.com

Helle-Haut-Mila Supinskaya-Shutterstock.com

Hauttyp 2

Merkmale: Der Hauttyp 2 hat ebenfalls helle Haut. Manchmal zeigt sich ein Hang zu Sommersprossen, die sich meist im Sommer verstärken. Die Augenfarbe ist entweder Grau, Grün oder Blau. Die Haarfarbe ist fast immer Blond.

Eigenschutzzeit: Der Hauttyp 2 bräunt zwar, allerdings nur langsam, und hat immer noch eine hohe Neigung zum Sonnenbrand. Die Eigenschutzzeit des Hauttyps 2 liegt zwischen 10 und 20 Minuten. Wenn Sie zum Hauttyp 2 gehören, sollten Sie die Mittagssonne meiden und einen hohen Lichtschutzfaktor von mindestens LSF 25 wählen.

Hauttyp 3



Merkmale: Der Hauttyp 3 hat mittelhelle Haut. Die Augenfarbe ist entweder grau, grün oder hellbraun bis braun. Die Haarfarbe kann zwischen einem hellen Braun bis zu Dunkelbraun variieren.

Eigenschutzzeit: Der Hauttyp 3 bräunt schnell und unkompliziert. Lassen Sie sich hiervon aber nicht täuschen, wenn Sie zum Hauttyp 3 gehören. Zwar liegt Ihre Eigenschutzzeit zwischen 20 und 30 Minuten, aber danach kann eben doch ein Sonnenbrand entstehen, der sich so oft unbemerkt „anschleicht“. Wenn Sie zum Hauttyp 3 gehören, sollten Sie immer noch einen mittleren Lichtschutzfaktor von LSF 15 bis 20 wählen und das Eincremen auch vor dem Baden nicht vergessen.

Bräunliche Haut. (Bild: Sofia Andreevna / Shutterstock.com)

Bräunliche Haut. (Bild: Sofia Andreevna / Shutterstock.com)

Hauttyp 4

Merkmale: Der Hauttyp 4 hat bereits eine bräunliche Haut, die auch im Winter stets sonnenverwöhnt aussieht. Die Augenfarbe ist seltener Hellbraun, meist Dunkelbraun. Die Haarfarbe kann zwischen Mittelbraun, Dunkelbraun und Schwarz variieren.

Eigenschutzzeit: Der Hauttyp 4 bräunt ebenfalls sehr schnell und unkompliziert. Wenn Sie zum Hauttyp 4 gehören, liegt Ihre Eigenschutzzeit bei etwa 45 Minuten. Danach jedoch können auch Sie sich verbrennen! Wenn Sie zum Hauttyp 4 gehören, können Sie jedoch einen niedrigen Lichtschutzfaktor von LSF 10 bis 20 wählen, abhängig vom Aufenthaltsort und der dortigen Sonneneinstrahlung.



 

Oberstes Bild: © Subbotina Anna – Shutterstock.com


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