Intimhygiene: Waschlotionen, Deos und Tonics – wichtig oder überflüssig?

03.09.2014 |  Von  |  Allgemein
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Intimhygiene: Waschlotionen, Deos und Tonics – wichtig oder überflüssig?
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Hygiene schön und gut. Doch was bringen moderne, speziell für den Intimbereich entwickelte Waschlotionen? Braucht frau die überhaupt?

Eine regelrechte Reinigungsoffensive für Intim-Waschlotionen, -Deos und -Tonics gab es bereits in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Viele Frauen meinten, es bestünde dringender Handlungsbedarf. Aus Schweizer Intimzonen wurden Schambereiche, die emsig gesäubert und desodoriert wurden. Wir haben recherchiert und berichten, welche aktuellen Erkenntnisse es zum Thema gibt.

Was passiert da unten eigentlich?

In der Scheide siedeln Milchsäurebakterien, wissenschaftlich auch Döderlein-Stäbchen genannt, die den pH-Wert im Innern der Scheide stabil halten. Der körpereigene Säureschutzmantel ist somit in der Lage, Keime abzuwehren und Infektionen auf natürliche Art zu verhindern.

Kehren wir einen Moment zurück in die 1970er-Jahre: Während des grossen Hypes rund um die Intimhygiene hatten etliche Nutzerinnen von Intimsprays und Desinfektionsmitteln häufiger Infektionen. Was war passiert? Als Folge des allzu gründlichen Reinigens, vor allem im Bereich der inneren Schleimhaut, war das Hautmilieu aus seinem natürlichen Gleichgewicht geraten. Was sich ansonsten von allein sauber und gesund erhält, war aggressiven Reinigungsmitteln und Deos zum Opfer gefallen, schlimmstenfalls sogar zerstört.

Worin unterscheiden sich die Produkte von damals und heute?

Inzwischen gibt es Waschlotionen und Tücher, die mit Milchsäurebakterien präpariert sind und somit den pH-Wert sowie das sensible Scheidenmilieu erhalten. Eine spezielle Behandlung benötigt der Intimbereich trotzdem nicht zwingend.

Ganz klar: Unter bestimmten Umständen, wie etwa bei Vaginalinfektionen oder nach einer Entbindung, ist die Reinigung mit einer Intim-Waschlotion ratsam. In den Wechseljahren kann ein Mangel an Östrogen für trockene Haut im Intimbereich sorgen, sodass sie verletzlicher und damit anfälliger für Infektionen wird. Trotzdem ist es wichtig, die Haut nicht über Gebühr zu strapazieren und generell nur die äusseren Hautfalten zu reinigen. Der innere Schleimhautbereich ist tabu!

Expertenrat

Frauen- und Hautärzte raten, den weiblichen Genitalbereich zwei Mal pro Tag mit Wasser zu waschen. Maximal ein Mal kann dabei eine milde Intim-Waschlotion verwendet werden, die den Säureschutzmantel der Haut erhält. Frauen, die unter extrem trockener Haut in diesem Bereich leiden, sollten ihn regelmässig mit einer Feuchtcreme pflegen. Dadurch kann die Schleimhaut wieder geschmeidiger und gleitfähiger werden. Hygienisch zwingend notwendig ist jedoch beides nicht.

Übrigens: Ein leichter Geruch im Intimbereich ist vollkommen normal. Wie unter den Acheln auch, sitzen dort nämlich spezielle geruchsbildende Schweissdrüsen, die dort permanent ihrer von der Natur vorbestimmten Aufgabe nachgehen.

Ist glatte Haut hygienischer?

Bereits im alten Ägypten war Wildwuchs verpönt. Glatte Haut galt hingegen als schön und hygienisch. Um sich von den Haaren zu befreien, griffen Männer und Frauen zu Pflanzenextrakten oder geschliffenen Steinen. Der Islam verlangt bis heute regelmässiges Enthaaren des Achsel- und Intimbereiches. Auch im Abendland legte man so lange Hand an, bis die Königin von Frankreich, Caterina de‘ Medici, dem Enthaaren abschwor.

Heute entspricht ein zumindest teilweise enthaarter Intimbereich in vielen Ländern wieder dem Schönheitsideal. Für die Hygiene spielt es allerdings kaum eine Rolle, ob die Härchen entfernt werden oder nicht. Auch der Schweissgeruch hat nichts mit der Behaarung, sondern vielmehr mit dem Allgemeinbefinden und den speziellen körperlichen Voraussetzungen zu tun. Entscheidender ist es, sich regelmässig zu duschen und zu waschen.

 

Oberstes Bild: © Alexstr – Shutterstock.com

Über Kerstin Birke

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