Haut im Winter schützen – Interview Petra Liekfeld

03.02.2016 |  Von  |  Hautpflege
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Haut im Winter schützen – Interview Petra Liekfeld
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Ob Kanarische Inseln oder Kitzbühel – in den Winterferien braucht die Haut in jedem Fall besonderen Schutz. Wir baten Petra Liekfeld, Fachapothekerin für Offizin-Pharmazie und Expertin bei Boots Laboratories, um Informationen und Tipps zum Thema.

Petra Liekfeld ist als stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Dermokosmetik der „Gesellschaft für Dermopharmazie e.V.“ und Mitglied des Netzwerks „Hautkompetenter Apotheken“ seit vielen Jahren kompetente Referentin bei Vorträgen und Seminaren. Petra Liekfeld ist Fachapothekerin für Offizin-Pharmazie und seit 30 Jahren selbstständige Apothekerin.

Kanarische Inseln oder Kitzbühel – wo hat die Haut einen höheren Lichtschutzfaktor nötig?

Petra Liekfeld: Die Eigenschutzmechanismen der Haut wie Pigmentierung und Lichtschwiele sind im Winter zumindest in unseren Breitengraden reduziert. Die UV–Belastung der Haut hängt von diversen Faktoren ab, neben dem individuellen Sonnentyp und Hautzustand auch von den Umgebungsbedingungen. Meer und Sand, aber auch Schnee reflektieren UV–Strahlen und intensivieren somit die UV–Belastung. Daher sollten sowohl am Strand als auch in den Bergen Produkte mit hohen Lichtschutzfaktoren angewendet werden.

Lichtschutzfaktoren werden mit Auftragemengen von 2 mg / cm2 Anwendung ermittelt. Dies hört sich nach gar nicht so viel an, bedeutet aber in der Praxis für eine einmalige Ganzkörperanwendung beim Erwachsenen eine Menge von ca. 25 bis 30 ml. Bei geringeren Mengen verringert sich der Schutz drastisch. Daher lieber einen höheren Schutzfaktor wählen.


Sowohl am Strand als auch in den Bergen sollten Produkte mit hohen Lichtschutzfaktoren angewendet werden. (Bild: Maridav – Shutterstock.com)

Sowohl am Strand als auch in den Bergen sollten Produkte mit hohen Lichtschutzfaktoren angewendet werden. (Bild: Maridav – Shutterstock.com)


Tipp: Denken Sie auch an den Schutz der empfindlichen Lippenpartie und der Augen (Sonnenbrille).

Warum ist ein Sonnenschutz im Gebirge besonders wichtig?

Petra Liekfeld: Die verstärkte UV–Intensität in der Höhe, gepaart mit Wind, Kälte und geringer Luftfeuchtigkeit, strapaziert die Haut besonders. Bei niedrigen Temperaturen ist das ausgeklügelte Wasser–Lipid-Hornschicht-System, das unsere Haut vor äusseren Einflüssen schützt, in Mitleidenschaft gezogen. In Bezug auf Winter-Sonnenschutz im Gebirge sollte daher die Komponente des Kälteschutzes nicht vernachlässigt werden.

Tipp: Am Tag die reichhaltigere Nachtcreme auflegen, allerdings nur in Kombination mit einem Sonnenschutz!

Ausserdem wird auf einer weissen Schneelandschaft die Intensität der UV–B-Strahlung erhöht – hier lauert also auch bei diffusen Lichtverhältnissen eine tückische Sonnenbrandgefahr für alle nicht von Kleidung bedeckten Körperareale. Ist man auch während des Skifahrens gut eingepackt, so wird doch gerne bei der mittäglichen Rast die Kleidung gelockert und der Körper zu gering geschützt der intensiven Strahlung ausgesetzt.

Tipp: Auch im Winter – und vor allem in den Bergen – ist Sonnenschutz ein „must have“. Nehmen Sie Ihre Sonnencreme mit auf die Piste, damit Sie bei Bedarf nachcremen können. Bewahren Sie die Creme körpernah auf, so bleibt sie auch bei niedrigen Temperaturen geschmeidig und lässt sich angenehmer und gleichmässiger verteilen.



Wie erspare ich meiner Haut während der Ferien einen Feuchtigkeitsverlust?

Petra Liekfeld: Winterhaut ist weitgehend „sonnenentwöhnt“ und reagiert deutlich sensibler auf den „Sonnenstress“. Eine auf Hauttyp und Hautzustand abgestimmte Sonnenpflege und ein vernünftiger Umgang mit der Sonne sind daher die Basis für langanhaltend schöne – und gesunde – Sonnenhaut.

Wer seine Haut vor vorzeitiger, lichtbedingter Alterung und gesundheitlichen Schäden schützen möchte, sollte in puncto Sonnenschutz stets an folgende Regeln denken:

• „Viel hilft viel“
• Schutz hat Vorrang vor Bräune
• Auftragen vor dem Sonnenbad, nicht erst in der Sonne
• Nach dem Schwimmen gut abtrocknen und erneut eincremen

Ein ausgewogenes Pflegeregime ist ebenso unerlässlich, um die Haut auch während der Sonnenzeit – ob nun an der See oder in den Bergen – ausreichend zu versorgen. Schritt eins ist immer der Reinigungsvorgang. Hier bieten sich Produktlinien an, die eine bereits auf die Pflege abgestimmte, mit Aktivstoffen angereicherte Reinigungslinie umfassen. So werden Reste der Sonnencreme, Schweiss und Hautschüppchen entfernt und die Haut ist optimal vorbereitet.

Ein feuchtigkeitsspendendes Serum täglich nach der Reinigung und insbesondere vor der Nachtpflege grosszügig auf Gesicht, Hals und Dekolleté aufgetragen regeneriert, schützt und gleicht als hochdosiertes „SOS“–Produkt Feuchtigkeitsdefizite und die ein oder andere Hautreizung wieder aus.

Tipp: Auch die sehr empfindliche Augenpartie grosszügig mit einer Augenpflege bedecken!

Tipp: Öfter mal eine regenerierende Maske benutzen oder einfach die Nachtcreme „maskendick“ auftragen, einwirken lassen und Reste einmassieren oder mit einem Papiertuch abnehmen!

Tipp: Insbesondere beim Strandurlaub auch den Körper mit einer After–Sun–Pflege verwöhnen.

Wie pflege ich meine Haut vor und nach dem Winterurlaub idealerweise?

Petra Liekfeld: Die klassische Pflegeroutine kann insbesondere vor dem Urlaub durch die Anwendung eines Peelings für Gesicht und Körper ergänzt werden. So ist die Hautoberfläche von Hautschüppchen befreit und glatter und kann gleichmässiger bräunen.

Tipp: Um sanfte Bräune und ein frisches Aussehen nach den Sonnentagen möglichst lange zu bewahren, leistet ein Selbstbräuner gute Dienste.

 

Artikel von: beautypress.de
Artikelbild: © Julia Pivovarova – Shutterstock.com

Über Sorin Barbuta

Ich habe bildende Künste studiert und arbeite seit vielen Jahren als freiberuflicher Graphik Designer. Da für mich selbständiges Arbeiten und Eigenverantwortung sehr wichtig sind, bin sehr gerne in der Welt des Web Content Managements unterwegs.


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