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Grünes Wunder – Entgiften mit Algen

24.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Ernährung

Geschätzte Lesezeit: 6 minutes

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Entgiften und Heilfasten liegen im Trend. Zahlreiche Menschen schwören auf die jährliche Entgiftungskur und fühlen sich danach wie neu geboren. In aller Munde ist das Entgiften mit Chlorella- und Spirulina-Algen, die dem Körper bei der Detox-Kur helfen.

Die Algen wirken nicht nur beim Detoxen Wunder, sondern sind gesunde Vitalbomben, die den Körper mit neuer Energie versorgen. Dennoch ist die Wirkungsweise der Wunderalgen nicht unumstritten. Vor allem bei der Einnahme minderwertiger Algen-Tabletten kann es zu negativen Effekten kommen.



Die innere Reinigung des Körpers ist nicht neu. Menschen praktizieren schon seit Jahrtausenden verschiedene Fastenrituale, die Körper und Geist reinigen sollen. Dabei spielen auch meditative Erfahrungen während der Fastenzeit eine Rolle.

Die Algen sollen den Körper bei der Ausleitung von Schwermetallen unterstützen. Die schädlichen Metalle nehmen wir mit der Nahrung auf. So sind Fische, die wir verzehren, durch die zunehmende Umweltbelastung mit Schwermetallen verseucht. Obst und Gemüse nehmen die Schadstoffe durch Dünger oder Pflanzenschutzmittel auf.

Die Giftstoffe wie Blei, Cadmium oder Quecksilber und Aluminium lagern sich zu geringen Teilen in unserem Körper ab. Insbesondere in den Knochen, im Gehirn, in der Leber und den Nieren befinden sich die unerwünschten Stoffe.

Bekannt wurde die Schwermetallbelastung insbesondere durch die Amalgamfüllungen in den Zähnen. Zahlreiche chronische Erkrankungen werden auf die Belastung mit Metallen wie Quecksilber zurückgeführt. Ständige Müdigkeit, Erschöpfung oder Hautausschläge können erste Hinweise auf eine Beeinflussung des Immunsystems durch Blei, Cadmium und Co. sein.



Um den Körper von den Giftstoffen zu befreien, setzen viele Menschen auf eine Algen-Kur. Die genaue Dauer der Entgiftung und die Dosis sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker abstimmen. Experten empfehlen einen Zeitraum von rund drei Monaten, um ein positives Ergebnis zu erzielen.



Forscher der südkoreanischen Hanyang University stellten fest, dass Chlorella-Algen den Körper bei der Ausleitung von Cadmium unterstützen. In einem 2008 erschienenen Artikel in der Zeitschrift “Journal of Medicinal Food” wird die Wirkungsweise der Algen beschrieben. Zudem soll die Alge den Fettstoffwechsel des Körpers verbessern. Sie soll sich aufgrund des enthaltenen Chlorophylls positiv auf die Darmtätigkeit auswirken und die Zellwände schützen.

Die Chlorella-Alge bindet mit ihren enthaltenen Proteinen und Peptiden die Metalle und hilft, die unerwünschten Stoffe aus dem Körper zu leiten. Die Algen sind im Handel in Tablettenform erhältlich. Experten raten, bei der Entgiftung hohe Dosen von etwa 20 bis 30 Gramm einzunehmen. Idealerweise beginnen Sie mit einer geringen Dosis und steigern diese langsam, um den Körper an die Algen zu gewöhnen. Zum Ende der Detox-Kur sollten Sie die Dosis langsam ausschleichen lassen.

Mit Chlorella können Sie nicht nur wirkungsvoll entgiften, die Alge gilt als wahres Nährstoffwunder: Neben dem hohen Chlorophyllgehalt verfügt die Pflanze über Vitamine, Eisen, Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium und Zink. Darüber hinaus enthält sie Beta-Carotin und Lutin sowie Nukleinsäuren und Protein. Die Alge wird nicht nur innerlich angewendet, sondern trägt bei äusserlicher Anwendung effektiv zur Wundheilung bei. Experten gehen davon aus, dass die Alge das gesamte Immunsystem stärkt und für eine verbesserte Haar- und Nagelstruktur sorgt.



Im Unterschied zur Chlorella- soll die Spirulina-Alge besser verdaulich sein. Die Inhaltsstoffe der beiden Pflanzen sind ähnlich, Unterschiede bestehen lediglich beim Ausleiten der Schwermetalle aus dem Körper. Beide Algen eigenen sich zur kombinierten Einnahme.

Die Spirulina-Alge sorgt vor allem für den Abtransport von Quecksilber und radioaktiven Stoffen, die sich im Körper abgelagert haben. Sie macht auch Cadmium und Blei den Garaus. Die Spirulina-Alge wirkt als sogenannter Chelatbildner, der sich um die Schadstoffe legt, sie also quasi umklammert. Legt sich der Chelatbildner um ein Quecksilberion, wird dieses wirkungslos und vom Körper ausgeschieden. Während der Entgiftungskur sollten Sie ausreichend Wasser zu sich nehmen. Mindestens 2,5 Liter stilles Wasser täglich sind Pflicht, um die Schadstoffe aus dem Körper zu leiten.

Spirulina-Alge soll besser verdaulich sein. (Bild: jetil Kolbjornsrud / Shutterstock.com)

Spirulina-Alge soll besser verdaulich sein. (Bild: jetil Kolbjornsrud / Shutterstock.com)

Grundsätzlich gilt: Wer eine Entschlackung oder Entgiftung plant, sollte sich vorher vom Arzt gründlich untersuchen lassen. Nicht immer sind abgelagerte Schadstoffe verantwortlich für Abgeschlagenheit oder Müdigkeit. Es können durchaus ernste Erkrankungen hinter den Symptomen stecken. Ein vorheriges Besprechen mit dem Arzt ist also dringend erforderlich.

In der Studie der Hanyang University wurde die entgiftende Wirkung anhand eines Tests mit Ratten beschrieben. Dennoch ist die Einnahme der Algentabletten nicht unumstritten. Auf der einen Seite bescheinigen biologische Forschungen den Algen eine positive Wirkung. Auf der anderen Seite gibt es kritische Stimmen. In einem Beitrag riet die Stiftung Warentest im Jahr 2011 von einer Einnahme der grünen Wunderpillen ab. In einigen getesteten Präparaten entdeckten die Tester sogar giftige Microcystine, die nach einer Einstufung der Weltgesundheitsorganisation als möglicherweise krebserregend gelten.

Zudem bemängeln die Tester die Konzentration von Chlorella und Spirulina in den Tabletten. Häufig waren die Dosierungen zu gering, um positive Effekte zu erzielen. Wenn Sie eine Entgiftung mit Algenpräparaten planen, sollten Sie auf qualitativ hochwertige Produkte setzen und sich mit Ihrem Hausarzt oder Heilpraktiker beraten. Die Chlorella-Alge lagert selbst Schwermetalle ein. Wenn Sie Algen-Produkte minderer Qualität zu sich nehmen, entgiften Sie Ihren Körper nicht, sondern versorgen ihn zusätzlich mit schädlichen Schwermetallen.

Text: Andrea Hauser



 

Oberstes Bild: Spirulina Tabletten (© Madlen / Shutterstock.com)

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