Floaten – wie schwerelos im Salzwasser schweben und entspannen

03.07.2015 |  Von  |  Wellness
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Floaten – wie schwerelos im Salzwasser schweben und entspannen
4.8 (95.81%)
43 Bewertung(en)

Floaten ist ein Therapieverfahren, bei dem man in einem Becken voller Salzwasser Körper, Geist und Seele vollkommen entspannen lässt.

Ähnlich wie beim Baden im Toten Meer haben das Salzwasser und der Schwebe-Effekt vielfältige positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Floating, zu Deutsch Schweben, wird das Baden in hoch konzentriertem Salzwasser genannt. Dabei beträgt die Wassertemperatur ca. 34,8 C. Diese Temperatur entspricht der Aussenhauttemperatur und wird als sehr angenehm empfunden. Beim Floaten muss der Körper nicht mehr sein Eigengewicht tragen, sondern kann sich völlig fallenlassen. Diesen Effekt haben wir sonst niemals im Leben, ausser in der Schwerelosigkeit. Nicht das beste Bett und auch keine Hängematte können diesen Effekt imitieren.

Das Floaten hilft nicht nur Stress abzubauen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, es kann noch mehr! Durch die Entlastung des eigenen Körpergewichts lösen sich Muskelverspannungen, bis tief in die Faszien. Wirbel, die falsch stehen, werden lockerer und können sich wieder in die richtige Position bewegen.

Im Solebad fühlt man weder Kälte noch Wärme und auch nicht mehr seine Körpergrenzen. Man verschmilzt förmlich mit dem Wasser. Da Aussenreize fehlen, kann man sich völlig auf sich selbst konzentrieren. Wem die absolute Stille zu unangenehm ist, der kann selbst wählen, ob er leise Musik hören will. Auch zwischen Dunkelheit und Licht kann gewählt werden.


Das Floaten hilft nicht nur Stress abzubauen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, es kann noch mehr! (Bild: © Kzenon - fotolia.com)

Das Floaten hilft nicht nur Stress abzubauen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, es kann noch mehr! (Bild: © Kzenon – fotolia.com)


Meditativ und erholsam für Geist und Gehirn

Floaten schaltet die Aussenreize aus, denen unser Geist sonst den ganzen Tag über ausgesetzt ist. Die Verarbeitung der Aussenreize beschäftigt das Gehirn so sehr, dass es dafür 80 % seiner Kapazitäten aufwenden muss. Ständig muss es zwischen Wichtigem und Unwichtigem entscheiden und die Sinneseindrücke filtern. Wie man weiss, schadet das dem Gehirn zwar nicht, denn es will gefordert sein – aber: Es stresst uns. Wir können nicht mehr so leicht abschalten, weil einfach zu viel auf uns einströmt. Die Dauerberieselung durch die neuen Medien tut ihr Übriges, um uns abzulenken und aus der inneren Ruhe zu bringen. Mit Selbstdisziplin kann man sich zwar seine eigenen Auszeiten nehmen, aber so ganz und gar abschalten, fällt vielen Menschen heute sehr schwer. Beim Floaten entfällt der übliche Geräuschpegel, es gibt keine visuellen Reize und der Körper muss seine Position nicht kontrollieren oder ändern.

So wirkt Floaten auf Gehirn und Geist

  • Konzentrationsfähigkeit, Produktivität und Kreativität werden gesteigert
  • Umweltbedingte Reizüberflutung wird ausgeschaltet
  • Es kommt zu einer Verlangsamung des Metabolismus
  • Die Gehirnhemisphären werden synchronisiert

All diese Effekte treten auch bei Tiefenentspannung und Meditation auf. Wer sein Gehirn zu mehr Leistung anregen will und die Methode des Superlearning anwenden möchte, kann mit Floaten noch bessere Ergebnisse erzielen.

So wirkt Floaten auf physiologischer Ebene

  • Die Wirbelsäule wird entlastet, ebenso wie Muskulatur und Gelenke
  • Schmerzlinderung bei Gelenkerkrankungen
  • Schmerzlinderung bei Bandscheibenvorfällen, Hexenschuss und Ischiasreizung
  • Schmerzlinderung bei Stauchungen, Zerrungen, muskulären Verspannungen
  • Kopfschmerzen und Migräne können deutlich gelindert werden
  • Der Heilungsprozess bei Verletzungen und Brüchen wird angeregt
  • Rheumatische Beschwerden werden abgeschwächt
  • Hohe Blutdruckwerte können gesenkt werden
  • Der Puls wird ruhiger
  • Die Durchblutung wird gesteigert
  • Blut- und Kapillargefässe erweitern sich
  • Der Anteil von Kortisol, Adrenalin, ACTH und Laktat im Blut kann gesenkt werden
  • Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne werden gelindert
  • Die Endorphinausschüttung wird gesteigert 

Floaten bei Wirbelsäulenerkrankungen

Das Floaten gewinnt immer mehr Bedeutung in der Orthopädie. Der Schwebeeffekt bewirkt, dass die Wirbelsäule, insbesondere auch im Nackenbereich, ohne die üblichen Belastungen, Drehungen und Druckstellen getragen wird. Dadurch kann das Floaten in der Behandlung hartnäckiger und chronischer Rückenerkrankungen grosse Dienste leisten. Durch die Entkrampfung der angespannten Muskeln lösen sich auch schwere Blockaden. Keine andere Liegeposition kann leisten, was das hochkonzentrierte Solebad bietet. Kein Wasserbett, kein Schwimmbad und keine noch so gute Matratze entlastet die Wirbelsäule so sehr. Die Wirbelsäule liegt absolut gerade und das ohne Druckstellen, wie es auf einer geraden Unterfläche wie dem Boden der Fall wäre. Es gibt keine Verdrehungen des Nackens und des Schulterbereiches. Alle Bereiche des Rückens können so gleichzeitig entspannt werden. Sämtliche Bandscheiben und Gelenke werden entlastet.


Das Floaten gewinnt immer mehr Bedeutung in der Orthopädie. (Bild: © Antonio Guillem - shutterstock.com)

Das Floaten gewinnt immer mehr Bedeutung in der Orthopädie. (Bild: © Antonio Guillem – shutterstock.com)


Floating hilft bei Erkrankungen der Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule.

  • Halswirbelsäule: Bei Fehlstellungen und Fehlbelastungen entstehen hier Migräne, Neuralgien, Schwindel und Tinnitus. Die Halswirbelsäule trägt die Last des Kopfes. Nachts wird sie bei Bauchschläfern verdreht, und auch in Rücken- und Seitenlage nicht gut entlastet. Im Solebad kann die Halswirbelsäule einmal richtig entspannen. Alle Wirbel strecken sich aus und werden getragen. Blockaden lösen sich und erkrankte Partien regenerieren sich.
  • Brustwirbelsäule: Fehlstellungen in der Brustwirbelsäule sind recht häufig. Viele Menschen haben eine Skoliose, bei der die Wirbelsäule sich zu sehr zu einer Seite neigt. Im Lauf der Jahre sorgen diese Fehlstellungen für diverse Beschwerden, da Nervenbahnen beeinflusst werden. Das Solebad hilft die Beschwerden zu lindern.
  • Lendenwirbelsäule: In diesem Bereich haben die meisten Menschen im Laufe des Lebens irgendwann mal Probleme. Die Lendenwirbelsäule trägt die Last des gesamten Rumpfes. Die Wirbelgelenke werden in fast jeder Position belastet: Beim Gehen, Stehen und beim Sitzen. Tagsüber verlieren die Bandscheiben die Flüssigkeit, die hilft, die Bewegungen abzufedern. Nachts im Liegen wird dies wieder ausgeglichen, doch der regenerative Effekt nimmt im Laufe des Lebens ab. Auch bei zu starker Belastung können die Bandscheiben nicht mehr ihre Arbeit leisten. Es kommt zu Fehlstellungen. Floating wirkt diesen entgegen und hilft den Bandscheiben bei der Regeneration. Bei Bandscheibenvorfällen ist das Floaten eine sehr sinnvolle Anwendung.

Eine neuere Studie der TU München bestätigt die positive Auswirkung auf die erkrankte oder schief stehende Wirbelsäule.

Floating bei Fibromyalgie

Floaten kann auch bei der sehr schmerzhaften und unangenehmen Erkrankung Fibromyalgie helfen. Diese Krankheit äussert sich vor allem durch Schmerzen. Die Beschwerden wechseln dabei häufig. Mal treten sie in den Gelenken auf, mal in der Muskulatur, mal im Rücken oder den Beinen. Hinzu kommen beeinträchtigende Symptome wie Depressionen, chronische Müdigkeit, Antriebsschwäche, allgemeines Unwohlsein und Schwellungen an Füssen, Händen und im Gesicht. Aufgrund der diffusen Symptome werden die Patienten oft falsch behandelt. Die Auslöser dieser Krankheit sind noch immer nicht hinreichend erforscht. Manchmal liegt eine genetische Veranlagung vor, manchmal ist der Auslöser eine Operation oder Verletzung. Es gibt auch psychische Auslöser wie ein traumatisches Erlebnis.


Floaten kann auch bei der sehr schmerzhaften und unangenehmen Erkrankung Fibromyalgie helfen. (Bild: © Tobias Arhelger - fotolia.com)

Floaten kann auch bei der sehr schmerzhaften und unangenehmen Erkrankung Fibromyalgie helfen. (Bild: © Tobias Arhelger – fotolia.com)


Der deutsche Floating-Verband testete im Rahmen einer Studie mit 81 Fibromyalgie-Patienten aus aller Welt die Wirkung der Therapie auf diese Erkrankung. Dabei sollte jeder Patient über drei Wochen hinweg drei Sitzungen à 60 min absolvieren. Alle Probanden zeigten eine signifikante Besserung ihrer Symptome. Sie konnten sich besser bewegen, fühlten sich entspannter und wohler und hatten mehr Energie.

Die Geschichte des Floatens

Der erste Floating-Tank wurde Mitte der 1950er Jahre aufgestellt. Es war der Hirnforscher John C. Lilly, der ihn entwickelte. Es ging darum herauszufinden, wie das Gehirn auf Reizentzug reagiert. Man vermutete unter anderem sogar, dass dies schlecht für das Gehirn sei, dass es dadurch Gehirnzellen verlieren würde. Lilly glaubte dies nicht und baute seinen Isolationstank. Über viele Jahrzehnte wurde die Wirkungsweise des Floatens auf das menschliche Gehirn erforscht. Zu John Lilly kam Michael Hutchinson, der die positive Wirkung auf die Gesundheit des menschlichen Körpers durch das Floaten publik machte. Er schrieb 1984 ein Buch darüber, führte 300 wissenschaftliche Untersuchungen auf und wertete die Ergebnisse allgemeinverständlich aus. Seit Ende der 1990er Jahre verbreitete sich das Floaten von den USA aus nach Europa und Asien.

Floaten im Unterschied zum Sole-Bad

Die Therapieform des Floatens ist nicht mit den reinen Sole-Bädern gegen Hauterkrankungen gleichzusetzen. Der Deutsche Floating-Verband hat eine eindeutige Definition vorgegeben: Floaten ist zum einen das Liegen in einer Starksole aus Magnesiumsulfat, die so hoch konzentriert ist, dass sie den Körper trägt. Zum anderen werden äussere Reize ausgeschaltet. Ein Floating-Center darf nicht nur Sole-Bäder anbieten, sondern muss auch die Komponente des Wegfallens jeglicher äusserer Reizungen enthalten. Das bedeutet, dass ein Schallschutz vorliegen muss, der auch den Alltagslärm abhält.


Erstaunlicherweise haben Klaustrophobiker oft keine Probleme mit dem Isolations-Tank. (Bild: © Kzenon - fotolia.com)

Erstaunlicherweise haben Klaustrophobiker oft keine Probleme mit dem Isolations-Tank. (Bild: © Kzenon – fotolia.com)


Was braucht man zum Floaten und was sollte man beachten?

Zu einer Floating-Sitzung muss man meist kaum etwas mitbringen. Man kann die Sitzung in Badebekleidung oder ganz ohne erleben. Bademützen sind hinderlich. Vor einer Sitzung sollte man keinen Alkohol und natürlich keine Drogen zu sich genommen haben. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens 1 h zurückliegen. Am Tag der Sitzung sollte die Haut nicht rasiert oder epiliert worden sein, weil das Salzwasser die Haut reizen könnte.

Wer Bedenken hat, dass er im Tank einschläft und untergehen könnte, kann beruhigt werden. Es ist nicht möglich unterzugehen, da die Sole hochkonzentriert ist. Ohren und Hinterkopf sind unter Wasser, das Gesicht bleibt unberührt. Die Atmung ist also in keinster Weise beeinträchtigt.

Erstaunlicherweise haben Klaustrophobiker oft keine Probleme mit dem Isolations-Tank. Nach erstem Zögern beim Anblick des Tankes schwinden während der Sitzung Ängste und Beklemmungen.



Wer sollte auf das Floaten lieber verzichten?

Bei verschiedenen Vorerkrankungen und chronischen Erkrankungen ist das Floaten nicht empfehlenswert. Verzichten Sie bitte darauf bei:

  • Erkältungen
  • Infekten und ansteckenden Krankheiten
  • Stärkeren Hautverletzungen wie Schnittwunden, Rissen, Insektenstichen, Abschürfungen und offenen Hautstellen
  • Epilepsie, ausser es wird therapeutisch verordnet
  • Neigung zu Thrombosebildung
  • Fehlfunktion des Schliessmuskels der Speiseröhre
  • Nierenerkrankungen
  • psychischen Erkrankungen, ausser es wird therapeutisch verordnet
  • Geisteskrankheiten
  • Suizidgefährdung
  • Borderline-Syndrom
  • Herzmuskelerkrankungen
  • Herzschrittmacher-Patienten
  • hohem Blutdruck ohne Rücksprache mit dem Arzt
  • Klaustrophobie ohne Rücksprache mit dem Arzt
  • Menstruation
  • Inkontinenz
  • verletztem Trommelfell

Wissenschaftliche Hintergründe

Seit der Entwicklung des Floaten sind mehrere hundert klinische Studien und Forschungen zur Wirkung des Floatens auf den menschlichen Körpers erschienen. Die meisten Untersuchungen wurden in den USA vorgenommen. Neuere Forschungen gingen aber von Schweden aus. Heute konzentriert man sich dabei auf die Bereiche Orthopädie, Sportmedizin, Dermatologie und Stressmanagement.

 

Oberstes Bild: © Kzenon – fotolia.com

Über J. Florence Pompe

J. Florence Pompe hat Germanistik und Pädagogik studiert und ist seit 2010 hauptberufliche Texterin. Spezialisiert auf die Themen Mode und Schmuck, führt sie zu diesen Themen mit viel Freude eigene Blogs, auch in Gemeinschaft mit anderen Autorinnen. Da sie Erfahrung im Schneidern von passgenauer Kleidung hat, kennt sie sich gut mit Stoffen, Schnitten und sorgfältiger Verarbeitung von Modeartikeln aus!


Ihr Kommentar zu:

Floaten – wie schwerelos im Salzwasser schweben und entspannen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.