Dreamteam gegen Spätakne: AHA, BHA und Teebaumöl

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Dreamteam gegen Spätakne: AHA, BHA und Teebaumöl
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Spätakne ist eines der gemeinsten Hautprobleme, die die Natur sich ausgedacht hat. Während sich schon die ersten Falten im Gesicht entwickeln, werden Stirn, Kinn, Dekolleté oder Rücken noch von fies entzündeten Pickeln heimgesucht. Hautalterung und Pubertätsleiden in einem? Echt fies! Betroffen sind Menschen um die 30 Jahre und älter, vor allem Frauen.

Jetzt sagen wir mit drei effektiven Wirkstoffen der Akne und sogar ersten Falten den Kampf an: AHAs wie Fruchtsäuren, BHAs und Teebaumöl.

Schokolade, Hormone oder Stress? Was verursacht Spätakne?

Viele äussere und innere Einflüsse können auf das Hautbild einwirken. Ganz gleich, welche spezielle Kombination an Umständen dafür verantwortlich ist, zu einem Pickel führen letztendlich immer drei wesentliche Faktoren. Die Haut produziert, von Hormonen gesteuert, zu viel Hautfett (Sebum), und dieses tritt nicht aus der Pore aus, weil sie beispielsweise verstopft ist. Sebum und abgestorbene Hautschüppchen bilden zusammen eine zähe Masse, an der sich eine spezielle Bakterienart labt und dabei unkontrolliert vermehrt. Bis das Immunsystem reagiert, eine Entzündung in Gang setzt, in deren Verlauf ein geröteter, schmerzender Pickel mit einer Füllung aus Eiter, abgestorbenen Hautzellen und Sebum sichtbar wird. Nicht gerade lecker, aber so verhindert das Immunsystem grössere Infektionen.

Auch wenn die Pubertät lange vorbei ist, liegen diesen Entzündungen meist hormonelle Schwankungen zugrunde. Das können Schwangerschaften, Wechsel oder Absetzen der Pille, zyklusbedingte Schwankungen und körperliche Reaktionen auf Stress sein. Bis auf den letzten Fall sind von den Ereignissen also ausschliesslich Frauen betroffen, weshalb sie öfter mit Spätakne zu kämpfen haben.


Die Entstehung von Akne (Bild: Designua – shutterstock.com)

Die Entstehung von Akne (Bild: Designua – shutterstock.com)


Mögliche Ursachen für Akne nach der Pubertät im Überblick:

  • hormonelle Umstellungen, zum Beispiel in der Schwangerschaft, nach dem Absetzen der Pille oder im Verlauf des Monatszyklus
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • keine echte Akne, aber ähnlich unangenehm: Pickel, die durch Unverträglichkeiten ausgelöst werden; beispielsweise bei zu fettiger Creme oder allergieauslösenden Inhaltsstoffen in der Pflege
  • zu scharfe Reiniger, Peelings oder Kosmetikbehandlungen, die die Haut reizen. Diese wehrt sich mit entzündlichen Pusteln. Nicht mit Akne verwechseln, denn Anti-Pickel-Pflege kann die Haut in diesem Fall noch mehr reizen.

Übrigens: Lebensmittel wie Schokolade, Senf oder Chips führen, wenn man alle Zutaten normalerweise gut verträgt, auch bei übermässigem Konsum nicht zu unreiner Haut. Das ist ein Mythos, der längst wissenschaftlich widerlegt wurde. Ebenfalls kein Grund für Pickel ist mangelnde Hygiene. Zwar deutet das Wort „Unreinheiten“ darauf hin, doch mit schmutziger Haut hat das nichts zu tun.

Was hilft wirklich gegen Akne?

Um jegliche Form echter Akne erfolgreich zu bekämpfen, muss an den einzelnen Ursachen gearbeitet werden. Die oben genannten Faktoren zeigen schon deutlich, was ein wirksames Mittel gegen Unreinheiten können muss. An unserem Hormonspiegel lässt sich zunächst ohne medizinische Hilfe nichts ändern, deshalb sind die Bakterien auf der Hautoberfläche sowie die verstopften Poren Hauptangriffspunkt bei Spätakne.

  • Das produzierte Hautfett muss aus den Poren abfliessen können. Wirkstoffe, die abgestorbene Hautschüppchen entfernen, verhindern Pfropfen und verstopfte Talgdrüsen.
  • Verschlossene Poren müssen gereinigt werden, bevor sie sich entzünden; dafür sind Wirkstoffe nötig, die darin eindringen können. Das Innere von Poren lässt sich jedoch nicht mit Waschgel oder Reinigungsmilch manuell reinigen.
  • Entzündungshemmende Stoffe dämmen bereits vorhandene Entzündungen ein und hemmen die Hautreaktionen bei neu entstehenden Pickeln.
  • Antibakterielle Mittel vermindern die Anzahl der Bakterien auf der Haut und verhindern so neue Entzündungen der verstopften Poren.

Eine Hautpflege, die eine Kombination aus all diesen Eigenschaften zusammenbringt, bekämpft effektiv unreine Haut sowie Mitesser und verhindert die Neuentstehung von Akne. Wer auch auf hormoneller Basis etwas gegen unreine Haut tun möchte, kann sich eine Verhütungspille verschreiben lassen, die für positive Auswirkungen auf die Haut bekannt ist, oder sich vom Frauenarzt zum Pillenwechsel beraten lassen. Für alle Frauen, die gerne schwanger werden möchten, ist das natürlich keine Option; die hier genannten Hautpflegemittel bieten aber ebenfalls gute Ergebnisse.

AHA: Alpha Hydroxy Acid – Fruchtsäure für glatte und reine Haut

AHAs wie Fruchtsäure (Glykolsäure und Zitronensäure) und Milchsäure lösen als chemisches Peeling abgestorbene Hautzellen von der obersten Hautschicht, weichen Verhornungen auf und sorgen dabei für ein glatteres Hautbild. Aknenarben werden nach und nach abgetragen und dabei blasser, Poren befreit und die Haut wird aufnahmefähig für darauffolgende Wirkstoffe. Nebenbei werden Falten minimal geglättet und die Kollagen- und Elastinproduktion nach einigen Monaten Anwendung angekurbelt. Eine Wirkung gegen Unreinheiten und alternde Haut zugleich ist genau das Richtige für alle, die unter Spätakne leiden. Frucht- und Milchsäuren sind nur bei einem sauren pH-Wert bis etwa 4 wirksam als Peeling. Vor dem Kauf in der Apotheke nachfragen, ob das gewählte Produkt einen sauren pH-Wert besitzt.

Erhältlich sind Cremes und Lotionen für die Anwendung über Nacht, Tonics und Reinigungsgele sowie Masken, die schon nach ein paar Minuten wirken. Alphahydroxysäuren machen die Haut lichtempfindlich und müssen daher unbedingt in Kombination mit einem Sonnenschutz verwendet werden.


AHAs lösen als chemisches Peeling abgestorbene Hautzellen von der obersten Hautschicht. (Bild: Serghei Starus – shutterstock.com)

AHAs lösen als chemisches Peeling abgestorbene Hautzellen von der obersten Hautschicht. (Bild: Serghei Starus – shutterstock.com)


BHA: Beta Hydroxy Acid – was bei Migräne hilft, schützt auch vor verstopften Poren

Die bekannteste Betahydroxysäure ist bekannt aus der Medizin. Die entzündungshemmende und schmerzlindernde Salicylsäure ist beispielsweise in Aspirin und anderen Kopfschmerztabletten enthalten. Die Wirkung gegen Akne liegt bei diesem Wirkstoff in seiner Fähigkeit, in die Pore einzudringen und sie von innen zu reinigen, begründet. Ein Peeling damit ist also im wahrsten Sinne des Wortes porentief.

BHAs wirken bei einem pH-Wert von 3 hautschälend und porenreinigend, bei Werten darüber tritt die entzündungshemmende Wirkung ein. Sie sind in Tonics, Gesichtsreinigern, Masken und Gelen enthalten. Die in der Drogerie erhältlichen Salicylsäureprodukte wie Pickeltupfer und Masken besitzen meist einen hautneutralen pH-Wert und wirken entzündungshemmend, nicht aber hautschälend. Auch Betahydroxysäuren erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut und müssen mit Sonnenschutzmitteln kombiniert werden.


Peeling-Wattepads mit Salicylsäure. (Bild: Obli, Wikimedia, GNU)

Peeling-Wattepads mit Salicylsäure. (Bild: Obli, Wikimedia, GNU)


Teebaumöl – antibakterielles Aknemittel aus der Natur

Während uns AHA und BHA nicht den Gang in die Apotheke oder eine sehr gut sortierte Parfümerie ersparen, ist der dritte Helfer im Kampf gegen Akne mittlerweile fast überall erhältlich. Ätherisches Teebaumöl oder Teebaumhydrolat, das aus den Blättern des Teebaums gewonnen wird, hat eine antimikrobielle Wirkung gegen unerwünschte Bakterien auf der Haut. Anders als Alkohol trocknet es dabei die Haut nicht aus.

Teebaumöl findet sich in Cremes, Feuchtigkeitsgelen, Pickeltupfern und Gesichtswassern wie dem „Balancing Facial Tonic“ von PHB Ethical Beauty oder dem Teebaumwasser von Farfalla. Auch pur ist das ätherische Öl erhältlich und kann tropfenweise in kosmetische Produkte eingearbeitet werden. Dabei ist eine Konzentration von 1–5 % Teebaumöl im Endprodukt empfehlenswert, Konzentrationen darüber sollte man nur unter Aufsicht eines Arztes anwenden. Einige Bestandteile im Öl können Kontaktallergien auslösen. Für Allergiker ist Vorsicht geboten.


Teebaumöl ist fast überall erhältlich. (Bild: Stephanie, Wikimedia, GNU)

Teebaumöl ist fast überall erhältlich. (Bild: Stephanie, Wikimedia, GNU)


Und gibt es auch Nebenwirkungen?

Ja, alle genannten Wirkstoffe können auch negative Effekte auf die Haut haben. Teebaumöl kann wie erwähnt Allergien auslösen, und wo der eine einen „angenehm frischen“ Duft wahrnimmt, bemerkt der andere eher einen beissenden, unangenehmen Geruch. Frucht- und Glykolsäure können die Haut reizen und Rötungen hervorrufen, etwas milder ist Milchsäure. Salicylsäure kann die Haut austrocknen, in einigen Fällen schält diese sich. Generell kann es bei chemischen Peelings zu dünner, überstrapazierter Haut kommen, dann die Anwendung unbedingt abbrechen und es mit geringeren Konzentrationen oder seltenerer Anwendung versuchen.

AHA, BHA und Teebaumöl richtig anwenden

  • Vor der Anwendung von AHAs und BHAs das Gesicht mit einem milden, hautneutralen Waschgel oder einer Waschcreme reinigen. Seife ist alkalisch und mindert die Wirkung von Frucht- oder Salicylsäure. Austrocknende Produkte bei der Reinigung vermeiden, sie reizen die Haut unnötig und regen die Talgproduktion an.
  • Gesichtswasser mit Teebaumöl grosszügig mit einem Wattebausch auf die betroffenen Partien auftragen. Anti-Pickel-Tupfer mit Teebaumöl, Zink, Salicylsäure und hautberuhigenden Inhaltsstoffen wirken punktuell auf entzündeten Stellen.
  • Frucht- oder Glykolsäure mit 5–10%iger Konzentration ein- oder zweimal pro Woche als Kur anwenden und über Nacht einwirken lassen. Mit einer geringen Konzentration beginnen. Höher konzentrierte Produkte sind als Gesichtsmaske mit weitaus geringerer Einwirkzeit gedacht, auf keinen Fall die angegebene Zeit überschreiten, sonst drohen Verätzungen.
  • Wer Frucht-, Milch- oder Glykolsäure benutzt, muss tagsüber einen Lichtschutzfaktor tragen.
  • Produkte mit einem Salicylsäuregehalt von 1–2 % wirken gegen verstopfte Poren und Mitesser. Sie können bis zu zweimal am Tag aufgetragen werden. Bei empfindlicher Haut mit Anwendungen an jedem zweiten Abend starten. Auch hier muss als Ergänzung ein Lichtschutzfaktor getragen werden.
  • Feuchtigkeitsseren oder -gels mit Teebaumöl sind ideal als Make-up-Unterlage oder an den Tagen, an denen keine peelende Säure genutzt wird.
  • Masken mit Teebaumöl und Heilerde wirken entzündungshemmend, die Erde saugt überschüssiges Hautfett auf. Anwendung ein- bis zweimal pro Woche.
  • Bei allen gekauften oder selbst angerührten Produkten mit Teebaumöl, Salicyl- oder Fruchtsäuren müssen die Schleimhäute, die Lippen und die Augenpartie bei der Anwendung grosszügig ausgespart werden, sonst drohen Hautreizungen.
  • Teebaumöl niemals pur anwenden oder einnehmen.

Feuchtigkeitspflege, Fruchtsäure, Lichtschutzfaktor, Teebaumöl – ganz schön viele Produkte, die da zusammenkommen. Einige Hersteller haben deshalb Kombinationspräparate im Angebot, in denen gleich mehrere der Pickelkiller enthalten sind. Das „Photoderm AKN Mat Fluid“ von Bioderma enthält Salicyl- und Glykolsäure, mattiert ölige Haut und schützt mit einem Lichtschutzfaktor von 30 vor der Sonne, ideal für die Aknebehandlung am Tag. Das „Sébium AKN“ desselben Herstellers bietet eine Kombination aus Salicyl- und Fruchtsäure und spendet der Haut ausreichend Feuchtigkeit.



Masken mit Teebaumöl selbst anrühren

Um die antiseptische Wirkung des Teebaumöls zu nutzen, kannst du das ätherische Öl nicht nur in Cremes und Gesichtswasser geben, sondern auch deine eigenen Gesichtsmasken damit anrühren. Teebaumöl ist in Drogerien, Apotheken und Naturkostfachgeschäften erhältlich, sogar manche Supermärkte und Discounter haben es ab und zu im Angebot. Das ätherische Öl oxidiert bei Kontakt mit Luft, wobei sich die Wirkstoffe chemisch verändern. Kaufe daher eine kleine Flasche, die du schnell aufbrauchen kannst, und verschliesse den Deckel nach jeder Anwendung sorgfältig.

Diese Maske ist ideal für unreine Haut:

  • 1 EL Leinsamen, geschrotet oder gemahlen
  • 3–4 EL Kamillentee
  • 1 TL Mandel- oder Traubenkernöl
  • 4 Tropfen Teebaumöl.

Alle Zutaten miteinander verrühren, sofort auf die betroffenen Hautpartien auftragen und etwa 20 Minuten einwirken lassen. Danach mit Kosmetiktüchern abnehmen und das Gesicht mit klarem Wasser abspülen.

Masken mit Heilerde wirken gegen ölige Haut und Unreinheiten. Heilerdepulver ist in Drogerien oder Naturkostfachgeschäften erhältlich. Joghurt spendet Feuchtigkeit und unterstützt die natürliche Flora der Haut.

Joghurt-Heilerde-Maske mit Teebaumöl:

  • 2 gehäufte EL Heilerde
  • 1 EL Naturjoghurt
  • 3 Tropfen Teebaumöl.

Alle Zutaten verrühren und die Maske sofort auf das Gesicht auftragen. Einwirken lassen, bis die Maske komplett getrocknet ist. Danach mit viel Wasser abspülen.

Was Kosmetikerinnen und Dermatologen tun können

Bis mit Cremes und Gelen ein Erfolg im Kampf gegen Akne sichtbar wird, kann einige Zeit vergehen. Wer schnell sichtbare Verbesserungen erzielen möchte, kann bei der Kosmetikerin ein höher konzentriertes Fruchtsäurepeeling vornehmen lassen. Dabei wird die oberste Schicht der Haut abgeschält, mit ihr auch Aknenarben. Verstopfte Poren können dabei geöffnet werden, der enthaltene Talg fliesst ab. Chemische Peelings reizen die Haut, sie kann danach tagelang gerötet sein und ist für einige Zeit sonnenempfindlich. Bei der Kosmetikerin sind oft auch Produkte für eine Anwendung zu Hause erhältlich.

Bei starker und schmerzender Akne ist ein Gang zum Hautarzt unumgänglich. Dieser kann Antibiotika oder Aknemittel wie Benzoylperoxid in Form von Salben oder auch systemische Medikamente verordnen und die Ursache für das Hautproblem ergründen. Wer eine Medikation oder Salben vom Dermatologen bekommen hat, sollte weitere Mittel nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt benutzen.



Bitte nicht nachmachen: Was bei Akne gar nicht hilft

  • Peelings mit grober Körnung hinterlassen ein „reines“ Hautgefühl und weiche Haut. Nicht sichtbar sind die feinen Kratzer, die sie verursachen und in denen sich Bakterien ansiedeln, die neue Pickel verursachen können.
  • Besonders die Haut ab 30 benötigt das Hautsebum, damit keine feinen Mimik- und Trockenheitsfalten entstehen und die Haut immer prall und straff aussieht. Austrocknende Anti-Pickel-Mittelchen für Teenies sind deshalb im Kampf gegen Spätakne die falsche Wahl.

Spätakne ist kein Grund zu verzweifeln, denn es gibt Mittel, die nicht nur Pickel bekämpfen, sondern auch Anti-Aging-Wirkung besitzen. Die Kombination von Fruchtsäuren, Salicylsäure und Teebaumöl wirkt entzündungshemmend, peelend, klärend und antiseptisch und sorgt so für reine, glatte Haut.

 

Artikelbild: © Andrey_Popov – shutterstock.com

Über Maria Wildt

Maria Wildt ist Agraringenieurin und Beautybloggerin der ersten Stunde. Beauty, Lifestyle, Natur, Umwelt und Wissenschaften sind daher ihre liebsten Themen. Seit 2007 ist sie Bloggerin, seit 2013 freiberufliche Onlineredakteurin und Texterin.


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