Die Plus-Size-Pinonierinnen: Diese 5 kurvigen Frauen definieren Schönheit neu

04.06.2015 |  Von  |  Figur, Mode
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Die Plus-Size-Pinonierinnen: Diese 5 kurvigen Frauen definieren Schönheit neu
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Die Modewelt macht eine Veränderung durch. Noch vor 15 oder 20 Jahren war das Schönheitsideal für den Körper einer Frau klar und einfach definiert: schlank.

Was die Models auf den Laufstegen und in Fotostrecken der Zeitschriften vormachten, versuchten viele Frauen zu kopieren. 2015 haben sich die Zeiten geändert, denn Models, Schauspielerinnen und die ganz normale Frau von nebenan revolutionieren das Bild von der „guten Figur“.

Das Credo: Jede Figur ist schön, ganz gleich, ob dick oder dünn. Dass kurvig und mollig genauso schön sein kann wie schlank, beweisen fünf Vorreiterinnen eines neuen Körpergefühls.

Vom Serien- und Hollywoodstar zur Modeschöpferin: Melissa McCarthy

Melissa McCarthy ist von Haus aus Komödiantin und spielte in Serien wie „Gilmore Girls“ und „Mike & Molly“ sowie grossen Hollywoodfilmen wie „Taffe Mädels“ und „Hangover 3“. Mal verkörpert die mollige Schauspielerin eine lustige Köchin, mal eine Polizistin oder eine einsame Frau, die sich in einen schwergewichtigen Polizisten verliebt. Ihr Weg von der Statistin über die Nebendarstellerin zur Hauptdarstellerin und zu grossen Rollen zeigt, dass man keine Idealmasse braucht, um es im Filmbusiness zu schaffen. Die Hürden für übergewichtige Frauen im Showbiz hat Melissa McCarthy zwar bravourös gemeistert, doch beim Shopping findet sie wie andere Frauen mit Übergrössen kaum Kleidung, die ihr gefällt.


Melissa McCarthy (Bild: © Helga Esteb - shutterstock.com)

Melissa McCarthy (Bild: © Helga Esteb – shutterstock.com)


Das soll sich ändern: Im August dieses Jahres startet in den USA, Kanada, Grossbritannien und online der Verkauf der Kleidung aus ihrem neuen Modelabel „Melissa McCarthy Seven7“. Dazu sagt sie: „Menschen hören bei Grösse 42 nicht auf“, und demgemäss präsentiert sie bald legere Mode für alle Grössen.

#Fatkini – Bloggerin Gabi Gregg

Das Web 2.0 legte mit seinen breiten Möglichkeiten der Veröffentlichung von Videos, Fotos und Text die Macht der Meinungsbildung unter anderem in die Hände der Blogger. Das ist auch an der Modeindustrie nicht spurlos vorübergegangen, denn heutzutage haben Modebloggerinnen einen grossen Einfluss auf den Geschmack der Frauen dieser Welt. Die typische Bloggerin ist eine ganz normale Frau mit einer Figur, die die ganze Spannweite an weiblichen Körperformen annehmen kann, und damit hat sie ganz andere Ansprüche an Kleidung als Models, Moderedakteure und Stylisten.



So auch Gabi Gregg vom Modeblog gabifresh.com. Die mollige Modeliebhaberin aus den USA entschied 2012, dass jede Frau, egal ob dick oder dünn, ungeniert und ohne Schamgefühl einen Bikini tragen können sollte. Sie erfand den Hashtag #Fatkini und postete Fotos von sich selbst im Bikini auf Twitter und Instagram. Fatkini wurde 2014 zur weltweiten Bewegung, überall auf der Welt zeigen sich seitdem mollige und übergewichtige Frauen stolz im Bikini. Sie posten das Foto im Netz und kämpfen so für mehr Akzeptanz und gegen „Fatshaming“, bei dem Menschen sich für ihr Gewicht schämen und es verstecken.

Ein Erfolg war das nicht nur für das Körpergefühl der teilnehmenden Frauen, sondern auch für Gabi Gregg, die mittlerweile bereits für die zweite Saison Bademode für ein Übergrössen-Bademodenlabel entwirft. Ihre Kollektion ist, genau wie ihre Fatkini-Bewegung, zum Renner geworden.

XL-Model mit eigentlich ganz normaler Figur: Sophie Dahl

Sophie Dahl gilt als die Vorreiterin in Sachen XL-Mode, dabei waren ihre Rundungen zu Zeiten ihrer Laufstegkarriere nie wirklich auf XL-Mass. Doch im durchweg auf Magerwahn getrimmten Modezirkus Ende der 90er war sie mit ihrer Figur deutlich kräftiger als die Laufstegkolleginnen. Trotzdem schaffte es die 1977 geborene Britin auf die grossen Laufstege und arbeitete in Kampagnen für Versace, Gap und Alexander McQueen. Die Enkelin des Schriftstellers Roald Dahl war das erste Übergrössenmodel im berühmten Pirellikalender, danach sollte ihr 16 Jahre lang keines mehr folgen. Die Britin tritt mittlerweile in die Fussstapfen ihres berühmten Grossvaters, ihr erster Roman erschien 2003.


Sophie Dahl (Bild: © Featureflash - shutterstock.com)

Sophie Dahl (Bild: © Featureflash – shutterstock.com)


Zu sexy fürs Fernsehprogramm: Ashley Graham

Diese Frau ist dabei, alles zu erreichen, was bisher nur schlankere Topmodels in dieser Industrie erreichen konnten. Sie ist bei der Topagentur „Ford Models“ unter Vertrag, in zahlreichen TV-Spots zu sehen, ist Gesicht mehrerer Modemarken und hatte eine Fotostrecke mit anderen Models in der „Vogue“. Sie war erstes Übergrössenmodel in der berühmten Bademodenausgabe der „Sports Illustrated“, der Sportzeitschrift, deren Cover einst Heidi Klum zierte, was der grosse Durchbruch des deutschen Topmodels war.

Ashley Graham selbst sieht sich nicht nur als Model, sondern als „Körper-Aktivistin“, die dafür kämpft, dass Frauen aller Grössen und Gewichtsklassen als „schön“ anerkannt werden. Seit Neuestem setzt sie sich dafür ein, die Bezeichnung „Plus-Size“, also „Übergrösse“, abzuschaffen. Sie möchte, dass eine Kleidergrösse einfach eine Zahl ist, ohne dabei Körper in wertende Kategorien einzuteilen.



Der leuchtendste Hinweis darauf, dass Models mit Plusgrössen in den USA mittlerweile offiziell zum Sexsymbol erklärt werden, ist Grahams Werbespot für die Übergrössenmarke Lane Bryant. In dem Spot führt sie eine neue Unterwäschelinie der Marke vor und zeigt dabei reichlich sexy Kurven – zu sexy für die Sender ABC und Fox, die sich weigerten, den Spot zu zeigen. Er sei zu heiss, zu sexy für das Fernsehen, argumentierten die Sender. Lane Bryant konterte damit, dass die Werbespots der Unterwäschemarke „Victoria’s Secret“ mit ähnlich viel nackter Haut zu sehen seien, und klagte. Die Sender räumten dann ein, den Spot zu einer späteren Sendezeit zu zeigen.

Dass Werbeclips mit dünneren Unterwäschemodels gezeigt werden, Übergrössen jedoch nicht, ist zwar eine Diskriminierung gegenüber den Übergrössenmodels, aber auch ein Erfolg. Denn mit dem Stempel „zu sexy fürs Fernsehen“ hat Ashley Graham nebenbei viel für das Image der kurvigeren Frauen und der Marken, die deren Bedarf bedienen, getan.

Ein Gesicht, das viele kurvige Fashionistas kennen: Candice Huffine

Nach Sophie Dahl kam lange nichts, dann war Candice Huffine 16 Jahre später das zweite Übergrössenmodel im Pirellikalender. In Latex und mit toupierter 60ties-Mähne liess sie sich vom Fotografen Steven Meisel für den Kultkalender des italienischen Reifenherstellers ablichten. Sie war ausserdem zweimal auf dem Cover der italienischen „Vogue“ und Teil einer Unterwäschekampagne von vogue.com. Otta Normalverbraucherin, die gerne bequem auf der Couch online shoppt, wird ihr hübsches Gesicht aus der „Curve“-Linie des britischen Modeshops „Asos“ kennen, für die die US-Amerikanerin regelmässig posiert.


Candice Huffine (Bild: © Ovidiu Hrubaru - shutterstock.com)

Candice Huffine (Bild: © Ovidiu Hrubaru – shutterstock.com)


Ob durchtrainiert, schlank, mollig, kurvig oder übergewichtig: Jede Figur ist schön. Dass auch mollige Frauen sich ohne Scham im Bikini zeigen sollten und schöne Mode nicht nur für schlanke Frauen gemacht ist, beweisen unsere fünf Beispiele. Jetzt fehlen in den Plus-Size-Kampagnen nur noch die Herren.

 

Oberstes Bild: © BeautyBlowFlow – shutterstock.com

Über Maria Wildt

Maria Wildt ist Agraringenieurin und Beautybloggerin der ersten Stunde. Beauty, Lifestyle, Natur, Umwelt und Wissenschaften sind daher ihre liebsten Themen. Seit 2007 ist sie Bloggerin, seit 2013 freiberufliche Onlineredakteurin und Texterin.


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