Die Königin der Arzneipflanzen – Aloe vera

04.11.2014 |  Von  |  Hautpflege Allgemein
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Die Königin der Arzneipflanzen – Aloe vera
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Gehören Sie zu den Menschen, die an irgendeiner Stelle ihres Körpers immer einen Sonnenbrand erwischen, gleich wie lang die Kleidung ist und wie stark die Sonnencreme?Dann suchen Sie sicher auch verzweifelt nach einem Balsam für Ihre Wunden, nach einem Heilmittel, das den Verbrennungsschmerz lindert und die entzündete Haut kuriert.

Eine Möglichkeit ist, ein Mittel in der Apotheke zu erwerben. Ebenso gut braucht man das Haus  nicht zu verlassen, denn man kann sich ganz einfach in der Küche und auf der Fensterbank umschauen. Hier finden sich bestimmt Quark und Gurke, die helfend zum Einsatz kommen können. Vom Fenstersims gegebenenfalls die Königin der Heilpflanzen: Aloe vera.

So lange es die zivilisierte Menschheit gibt, so alt ist auch die arzneiliche Anwendung der Wüstenlilie Aloe vera. Schon die Pharaonen pflanzten sie an den Strassen zum Tal der Könige. Alexander liess die Verletzungen seiner Soldaten mit ihr behandeln. Die „Pflanze der Unsterblichkeit“ spielte in Rom, in Griechenland sowie im jungen Christentum eine Rolle und Christoph Kolumbus nahm Aloe vera als Überlebenspflanze mit auf seine Schiffe. Die illustren Zeugnisse vom guten Ruf dieses Gewächses könnten einen eigenen Beitrag füllen. Es ist daher sehr verwunderlich, dass diese bedeutende Arzneipflanze in der westlichen Welt erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine Renaissance erlebt.

Die zwei Wirkstoffe der Pflanze

Zwei Wirkstoffe werden aus Aloe vera gewonnen: Gel und Harz. Harz wird traditionell bei Verstopfungen angewendet. Es ist leicht giftig, reizt stark ist aber medizinisch umstritten, denn dem Glykosid Aloin, das in ihm enthalten ist, wird krebsfördernde Wirkung zugeschrieben. Darum lassen wir dieses fragwürdige Thema beiseite und widmen uns dem Gel. Aloe-vera-Gel kann sowohl äusserlich als auch innerlich angewendet werden.

Sonnenbrand mit Gel heilen

In unseren Gedanken wandern wir zurück zu Ihrem Sonnenbrand. Sie haben sich sofort eine  Quarkpackung aufgelegt, die Sie aus einer Mischung von Quark mit etwas Milch hergestellt haben und eine halbe Stunde einwirken lassen. Das kühlt fantastisch! Nachdem Sie die Auflage sorgfältig entfernt haben, beginnt die Haut erneut höllisch zu brennen. Sie können  nicht den ganzen Abend lang eine Quarkpackung nach dem anderen anlegen. Sie brauchen eine Nachbehandlung, die lindert, nachhaltig wirkt und letztlich heilt – Aloe-vera-Gel.

Das Gel wird wie eine Creme auf die Haut aufgetragen. Seine stark kühlende Wirkung sorgt für ein Wohlgefühl an den verbrannten Körperregionen. Es lindert den Reiz und steckt erwiessenermassen voller antibakterieller Wirkstoffe, die die Entzündung hemmen. Das Aloe-vea-Gel beschleunigt die Wundheilung und bekämpft den Juckreiz. Wenn Sie ein leidenschaftlicher Sonnenanbeter sind, sollten eine Tube dieses Mittels im Kühlschrank oder eine frische Aloe-vera-Pflanze auf dem Fensterbrett niemals fehlen.


Frisches Aloe-vera-Gel kann in Joghurt oder im Müsli konsumiert werden. (Bild: © Dream79 - shutterstock.com)

Frisches Aloe-vera-Gel kann in Joghurt oder im Müsli konsumiert werden. (Bild: © Dream79 – shutterstock.com)


Weitere Hautprobleme

Sonnenbrand auf der Haut gibt es, seit die Menschheit Wälder und Höhlen verlassen hat und durch die Steppe gezogen ist. Aber auch andere Leiden plagen die Menschen seit Urzeiten. Juckreiz, Entzündungen nach Insektenstichen, Schürfwunden, Akne: Gegen all das wirkt Aloe-vera-Gel hilfreich und ist gut verträglich. Auch Zivilisationskrankheiten wie die Neurodermitis können mit dieser Wunderwaffe gelindert werden.

Aloe vera zur innerlichen Anwendung

Aloe vera, die Wüstenlilie, ist als Pflanze ein Überlebenskünstler. Forscher haben wissenschaftlich analysiert, dass jede Aloe eine wahre Quelle an Vitalstoffen ist. Sie enthält Vitamine, Spurenelemente, essenzielle Aminosäuren, Mineralstoffe, stoffwechselwirksame Enzyme. Dieses Reservoir wertvoller Inhaltsstoffe stellt die Pflanze der arzneilichen Anwendung zur Verfügung. Es ist also kein Wunder, dass bei vielen Menschen auch die innerliche Anwendung beliebt ist. Frisches Aloe-vera-Gel kann in Joghurt oder im Müsli konsumiert werden. Allerdings sollte es nicht gekocht werden, denn dadurch verliert es seine Wirksamkeit.

Für Menschen, die öfter unter Sodbrennen, einem gereizten Magen oder Darm leiden, ist der regelmässige Konsum frischen oder präparierten Gels zu empfehlen. Die dauerhafte Einnahme soll das Immunsystem stärken. Jedoch ist dies bislang nicht wissenschaftlich belegt. Auch eine Senkung des Cholesterinspiegels wird der Aloe vera zugesprochen – aber ebenso noch ohne medizinische Untermauerung. Um den Organismus positiv zu unterstützen, ist die regelmässige Einnahme über längere Zeit bedeutsam. Wer sich dafür entscheidet, beginnt mit der Minimaldosierung und steigert sie langsam.

Tipps zum eigenen Anbau

Aloe-vera-Präparate sind relativ teuer. Wenn Sie sich selbst versorgen möchten und frische Produkte vorziehen, können Sie die Pflanzen auf dem Fensterbord grossziehen. Eine Aloe braucht als Wüstenpflanze sandigen Boden und bevorzugt als Topfware einen schattigen Platz. Haben Sie eine kleine Pflanze erworben, brauchen Sie etwas Geduld, denn bis zur ersten Ernte vergehen zwei Jahre. Eine sehr leichte Regel fürs Gedeihen der Aloe vera ist: Es sollten immer zwölf Blätter stehen bleiben, um das Wachstum nicht zu gefährden.

Zur Verwendung schneiden Sie ein unteres Pflanzenblatt frisch ab. Unmittelbar nach dem Schnitt läuft gelber Saft aus der Wunde, der das stark reizende Harz enthält, das früher ein beliebtes Abführmittel darstellte – nutzen Sie dieses umstrittene Pflanzenprodukt nicht. Trennen Sie stattdessen ein Teilstück vom Blatt ab. Den Rest können Sie folienumwickelt im Kühlschrank für ein paar Tage aufbewahren und nach und nach verbrauchen.

Gel-Entnahme

Die Gel-Gewinnung ist ganz einfach. Für die äusserliche Anwendung drücken Sie das Blatt mit der Gelseite auf die Haut und verstreichen Sie die lindernd-heilende Paste. Für die innerliche Anwendung wird das Gel vorsichtig mit dem Messer vom Blatt getrennt. Wohl bekomm’s!

 

Oberstes Bild: © Africa Studio – shutterstock.com

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