Wetterfühligkeit – wenn das Wetter krank macht

22.03.2020 |  Von  |  Gesundheit, News

Ständige Wetterwechsel machen vielen Menschen zu schaffen. Die Temperaturschwankungen bringen den Kreislauf durcheinander und verursachen verschiedene Beschwerden.

Im folgenden Artikel erfahren Sie, was Sie gegen Wetterfühligkeit tun können.

In einer Umfrage im Rahmen einer Studie des Deutschen Wetterdienstes aus dem Jahr 2015 gaben 50 Prozent aller Befragten an, wetterbedingte gesundheitliche Probleme zu spüren. Vor allem Kopfschmerzen und Migräne sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit gehören zu den häufigsten Symptomen. Auch Gelenkschmerzen und Schlafstörungen kommen häufiger vor.



Diese Wetteränderungen lassen uns leiden

Unser Körper muss sich den klimatischen Bedingungen anpassen. Sind die Änderungen moderat, macht das den meisten Menschen in der Regel nichts aus. Wir bemerken gar nicht, dass sich unser Körper sich an die geänderten Umstände anpasst. Ein drastischer Wetterumschwung hingegen sorgt häufig für Beschwerden.  Probleme bereiten vor allem Luftdruckschwankungen und wechselnde Temperaturen. Auch Änderungen der Lichtverhältnisse können einen Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen. Diese Faktoren werden als biotrope Wetterfaktoren bezeichnet. Studien zeigen, dass der menschliche Organismus besonders leidet, wenn das Wetter sich stark ändert. Gerade die Veränderungen von Luftmassen bereitet dabei Probleme.


Schmerzen nach Wetteränderungen. (Bild: Albina Glisic – shutterstock)


Temperaturen haben Einfluss auf unseren Blutdruck

Das Wetter hat Einfluss auf den Blutdruck. Studien zeigen, dass vor allem Menschen mit zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck unter dem Wetter leiden. Kalte Temperaturen verengen die Gefässe, so steigt der Blutdruck rasch an. Warmes Wetter hingegen sorgt für eine Erweiterung der Blutgefässe und der Blutdruck sinkt. Bei einem niedrigen Blutdruck leiden viele Betroffene unter Kreislaufschwächen.

Wann eine Wetterfühligkeit auftritt, ist von der Anpassungsfähigkeit des Körpers abhängig. Wie schnell kann sich der Organismus auf die neuen Bedingungen einstellen? Bei vielen Betroffenen spielt die Wetterart eine Rolle: Handelt es sich um ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet, die Zunahme von Kälte oder Hitze?

Grunderkrankungen begünstigen Wetterfühligkeit

Auch verschiedene Grunderkrankungen begünstigen Probleme bei Wetterumschwüngen. Insbesondere Probleme mit dem Blutdruck oder Herz-Kreislauferkrankungen sorgen dafür, dass der Körper reagiert. Wird es wärmer, haben Betroffene, die unter Heuschnupfen leiden, häufig mit Symptomen zu kämpfen.

Wer unter Asthma oder Rheuma leidet, spürt Wetterwechsel in den Knochen. Gerade wenn es kühler wird, zeigen sich die Beschwerden dann besonders deutlich. Vor allem Gelenkschmerzen machen den Betroffenen zu schaffen. Auch längst abgeheilte Verletzungen können durch die kühlen Temperaturen wieder anfangen zu schmerzen.


Gesundheit dank aufgewogener Ernährung. (Bild: ifong – shutterstock)


Tipps gegen Wetterfühligkeit

  • Kann der Körper sich nicht gut auf ändernde Wetterbedingungen einstellen, fühlen wir uns angeschlagen. Mit verschiedenen Tipps können Sie der Wetterfühligkeit vorbeugen und den Organismus stärken:
  • Wer unter Migräne leidet, spürt den Wetterwechsel häufig besonders stark. Experten raten, ein Schmerztagebuch zu führen, in dem Sie das jeweilige Wetter und die Schmerzen dokumentieren. Auf dieser Grundlage ist es für den behandelnden Arzt möglich, eine geeignete Strategie gegen die Beschwerden festzulegen.
  • Ausreichend Bewegung bei frischer Luft tut immer gut. Wer täglich mindestens eine halbe Stunde bei jedem Wetter draußen unterwegs ist, härtet den Körper ab. Der Organismus kann so leichter mit Wetterumschwüngen umgehen und wir werden weniger anfällig. Wichtig ist, langsam anzufangen und den Körper nicht zu überfordern. Starten Sie also mässig und steigern Distanz und Geschwindigkeit täglich etwas.
  • Wer wetterfühlig ist, und sich schlecht fühlt, sollte die Bewegung idealerweise auf die früheren Morgenstunden legen. Leichtes Walken oder schnelleres Gehen reichen aus, um den Körper etwas in Schwung zu bringen. Professor Dr. Andreas Matzarakis vom Zentrum der Medizin-Meteorologischen Forschung des Deutschen Wetterdienstes rät dazu, nicht auf leichte Spaziergänge zu verzichten, auch wenn das Wetter gerade für gesundheitliche Probleme sorgt. Der Körper brauche die Kältereize, um die Abwehrkräfte zu stärken. Also raus ins Freie, auch wenn es schwerfällt!
  • Eine ausgewogene Ernährung ist für jeden zu empfehlen. Wer vitaminreich und gesund isst, beugt Erkrankungen vor und sorgt dafür, dass der Körper optimal mit allen Vitaminen und Nährstoffen versorgt wird. Die Ernährungspyramide liefert wichtige Informationen zur Zusammenstellung der einzelnen Lebensmittel.
  • Wer unter ständigen Wetterwechseln leidet, sollte auf ausreichend Entspannung achten und Stress möglichst vermeiden. Sinnvoll sind etwa Entspannungsbäder oder andere Wellnessanwendungen – also einfach einmal die Seele baumeln lassen! Auch Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung können hilfreich sein.
  • Wichtig ist zudem ausreichender und regelmässiger Schlaf. Idealerweise behalten Sie übliche Zubettgeh- und Aufstehzeiten bei, so kann der Körper sich am besten daran gewönnen. Auch ein kleines Mittagsschläfchen ist hilfreich, sollte aber nicht zu lange dauern, sonst können Sie die Müdigkeit für den Rest des Tages nicht vertreiben.
  • Ausreichend Trinken ist für jeden wichtig. Wer wetterfühlig ist, sollte extrem auf genug Flüssigkeitszufuhr achten. Stellen Sie einfach am Morgen die Menge Wasser bereit, die Sie über den Tag verteilt zu sich nehmen möchten, so klappts am besten.
  • Wechselduschen oder Saunagänge können ebenfalls helfen, den Körper abzuhärten, auch Kneipp-Güsse sorgen für mehr Wohlbefinden. An kalten Tagen sorgt ein warmes Fussbad für Entspannung.
  • Wer im Voraus wissen möchte, mit welchen Wetterbedingungen in den nächsten Tagen zu rechnen ist, wirft einfach einen Blick auf das Bio- Wetter. Der Deutsche Wetterdienst informiert über mögliche Gesundheitsprobleme, die bei derzeitige Wetterlage auftreten können. Dabei unterscheiden die Experten zwischen allgemeinen Beeinträchtigungen, asthmatischen Erkrankungen, rheumatischen Beschwerden und Kreislauf-Beschwerden. Auf Grundlage der Vorhersage können Wetterfühlige den Tag besser planen und eventuell zusätzliche Belastungen gezielt vermeiden.

 

Titelbild: UMB-O – shutterstock

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.


Ihr Kommentar zu:

Wetterfühligkeit – wenn das Wetter krank macht

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.