„Osterhäschen“ leiden millionenfach in der Pelz- und Wollproduktion

15.04.2019 |  Von  |  Mode, News
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„Osterhäschen“ leiden millionenfach in der Pelz- und Wollproduktion
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Der „echte“ Osterhase ist ein Feldhase, kein Kaninchen.

Aber es sind die Kaninchen, die weitherum als Ostersymbol gelten: putzig, flauschig und niedlich.

Auf der Streckbank

Das Fell der Angorakaninchen wird vor allem wegen seiner wärmenden Eigenschaften geschätzt. Angorawolle stammt aus Massenproduktion. Die Kaninchen leben in beengter Einzelhaltung in Drahtgitterkäfigen. Vier- bis fünfmal pro Jahr werden sie zur Schur auf einer Art Streckbank fixiert und manchmal werden sie nicht geschoren, sondern gerupft. Die Tiere tragen blutende Wunden davon. China produziert mehr als 90 Prozent der Angorawolle. Vereinzelt wird auch in Europa produziert, in Ungarn und in unserem Nachbarland Frankreich.

Ein Irrtum

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, Kaninchenfell sei „nur ein Nebenprodukt“ der Fleischindustrie. Dem ist nicht so. Die besonders flauschigen Rex-Kaninchen werden gezüchtet und getötet, um ausnahmslos aus ihren Fellen Gewinn zu schlagen. Was für die Angorakaninchen gilt – Einzelhaltug in Drahtgitterkäfigen, die in etwa der Grösse von zwei Schuhschachteln entsprechen – gilt auch für die meisten Kaninchen in Farmhaltung. Hier wartet nach einem kurzen Leben der Tod durch Genickbruch oder einen Schlag auf den Kopf, bevor den Tieren das Fell über die Ohren gezogen wird. Es dürften jährlich Hunderte Millionen Kaninchen sein, die nur oder auch ihres Pelzes wegen getötet werden.

(Fehlende) Deklaration

In der Schweiz muss Kaninchenpelz gemäss Pelzdeklarationsverordnung gekennzeichnet sein nach Herkunft, Tierart und Gewinnungsart. Und was für jeden Echtpelz gilt, gilt auch für das Fell der Kaninchen: Pelztragen ist und bleibt Gewissensfrage.

Für Herkunft und Produktionsform von Angora, fehlt heute eine Deklarationspflicht, die dem Konsumenten eine Entscheidung zugunsten tierfreundlich produzierter Wolle ermöglichen würde. Ebenso fehlen internationale Standards für als tiergerecht geltende Herstellungsmethoden von Angora, wie das schonendere Auskämmen des Fells. Wer sicher sein will, kein Qualprodukt zu tragen, verzichtet auf Angorawolle und bevorzugt beim Einkauf Firmen, die keine Angoraprodukte anbieten (wie z.B. H&M, Esprit, C&A, Hugo Boss).

 

Quelle: Schweizer Tierschutz STS
Titelbild: obs/Schweizer Tierschutz STS/L214, CC BY-NC-SA 3.0

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