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Richtiger Sonnenschutz: „Noch viel Aufklärungsarbeit nötig“

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Richtiger Sonnenschutz: „Noch viel Aufklärungsarbeit nötig“
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Der Sommer kommt – und mit ihm eine noch immer unterschätzte Gefahr. „In Sachen Sonnenschutz ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig“, sagt Privatdozent Dr. Hans-Joachim Schulze, Chefarzt an der Fachklinik Hornheide.

Dabei ist die UV-Strahlung der grösste Risikofaktor für Hautkrebs – und Prävention gar nicht so schwierig. Wichtig sei laut Schulze ein gesunder Umgang mit der Sonne. Der Mediziner empfiehlt vor allem Kleidung, um sich vor Risiken direkter Sonneneinstrahlung zu schützen: Den besten Sonnenschutz gebe es in der Boutique, nicht in der Apotheke.

„Textiler Sonnenschutz ist am wirksamsten. Dabei gilt, dass bunte Kleidung, etwa in gelb, rot oder grün aufgrund der Reflexion besseren Schutz bietet als schwarze oder weisse Kleidung, die UV-Strahlung absorbiert“, erklärt Schulze, Chefarzt der Dermatologie in Hornheide und Leiter des Hauttumorzentrums Münster sowie des Onkologischen Zentrums Münsteraner Allianz gegen Krebs (MagKs).


Dr. Schulze (Bild: Sputnik)

Dr. Schulze (Bild: Sputnik)


Weisse Kleidung dürfte auch im kommenden WM-Sommer bei deutschen Fussball-Fans besonders beliebt sein, spielt die deutsche Nationalmannschaft doch traditionell in Weiss. Den besten Sonnenschutz bieten die Trikots aufgrund ihrer Farbe allerdings nicht. Daran sollten Fans auch beim Public Viewing im Freien denken.

Ohnehin eingecremt gehören alle Körperpartien, die nicht bedeckt sind. Wichtig ist dabei, Sonnencremes zu verwenden, die sowohl im UVB- als auch UVA-Bereich schützen. Je nach Hauttyp und Lichtschutzfaktor richtet sich dann der Zeitraum, den man in der Sonne verbringen kann. Ideal ist es, sich bereits etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne einzucremen.

Vorsicht ist laut Schulze übrigens auch im Schatten geboten: Wasser, Sand oder helle Wände seien allesamt Reflexionsflächen für die Sonne, die somit trotz Schattenspendern wie Bäumen oder Schirmen die Haut erreicht.

Intensiver Schutz vor allem bei Kindern wichtig

Besonders wichtig ist der Hautschutz bei Kindern. „Die Statistiken zeigen, dass sich 75 Prozent der Hauttumore vermeiden lassen, wenn vor dem 20. Lebensjahr kein Sonnenbrand vorlag“, sagt Schulze. Da sich Hautkrebs aber erst nach Jahren zeige, sei die Aufklärung auch so schwierig. Erwiesen ist indes der Zusammenhang zwischen übermässigem Sonnengenuss bzw. Sonnenbränden und der Entstehung von Hautkrebs.

Die Deutsche Krebshilfe geht von mehr als 260.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs in Deutschland pro Jahr aus. Die Zahlen sind zwar auch auf die intensivierte Früherkennung zurückzuführen. „Die Zahl der Melanome nimmt aber so rasant zu wie kein anderer Tumor weltweit“, sagt Schulze.

Unsichtbare Schäden in der Erbsubstanz der Hautzellen

Auch die ganz normale Urlaubsbräune ist derweil bereits ein Alarmsignal der Haut, wie Schulze erläutert: „Die Bräune ist eine Reaktion der Haut, um UV-Strahlung abzuwehren.“

Nicht sichtbar sind auch jene Schäden, die die Strahlung im UVB-Bereich an der Erbsubstanz der Hautzellen anrichten und die später zu Hautkrebs führen können. Allerdings empfehle er selbst Patienten mit Hautkrebs nicht, die Sonne komplett zu meiden: „Die psychisch und physiologisch nützlichen Aspekte der Sonne dürfen nicht vergessen werden.“

Tipps und Infos

…um den Sommer und die Sonne unbeschwert geniessen zu können:

Vermeiden Sie jeden Sonnenbrand: „Die Haut vergisst nichts“, sagt Privatdozent Dr. Hans-Joachim Schulze von der Fachklinik Hornheide. Deshalb erhöhe bereits ein einziger Sonnenbrand die Gefahr an Hautkrebs zu erkranken, erheblich. Dabei macht es übrigens keinen Unterschied, welche Körperpartie betroffen ist.

Kleidung ist der beste Sonnenschutz: Vor allem bunte Kleidung schützt effektiv gegen Sonnenbrand. Lange, luftige Kleidung sowie Hüte sollten deshalb die erste Alternative beim Sonnenschutz sein.

Mittagssonne meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am intensivsten. Auch Aspekte wie Breitengrad, Höhe, Temperatur und Jahreszeit beeinflussen die Stärke der UV-Strahlung. Das ist vor allem für den Urlaub im Süden zu beachten.

Sonnencreme aus dem vergangenen Jahr nicht mehr verwenden: „Bereits geöffnete Sonnencremeflaschen sollten nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht mehr verwendet werden“, sagt Dr. Hans-Joachim Schulze. Hintergrund ist die nachlassende Wirkstoffkonzentration des UV-Schutzmittels.

Sonnencreme mit UVA- und UVB-Schutz verwenden: Die Strahlen dringen unterschiedlich tief in die Haut ein, können letztlich aber beide für Sonnenbrand verantwortlich sein. „Grundsätzlich tut die Sonnenstrahlung aber natürlich nicht weh – das ist bei der Gefahreneinschätzung das Problem“, sagt Dr. Hans-Joachim Schulze

Sonne „gesund“ geniessen ist erlaubt: Dr. Hans-Joachim Schulze: „Wie das eine Stück Schokolade ist auch die Sonne ein Gewinn. Sie liefert beispielsweise Vitamin D und ist auch für unsere Psyche wertvoll.“

 

Quelle: Sputnik
Artikelbild: © Martin Carlsson – shutterstock.com

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