Modehaus Kofler ignoriert Gesetze und schlägt Profit aus Qualpelz

18.12.2018 |  Von  |  Mode, News
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Modehaus Kofler ignoriert Gesetze und schlägt Profit aus Qualpelz
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Der Vollzug der Pelzdeklarationsverordnung hapert schweizweit. Mit der Kampagne „echt Pelz – echt grausam“ enthüllt der Zürcher Tierschutz erneut massive Deklarationsmängel im Luzerner Modehaus Kofler, obwohl es 2017 Besserung gelobte.

Doch Kofler ignoriert Gesetze ebenso wie ethische Werte und Tierschutz – nur der Profit zählt. Trotz Shitstorm auf Facebook beharrt Kofler auf Qualpelz und begeht damit Verrat an der Kundschaft.

Gravierende Gesetzesverstösse 2017 kritisiert

Im November 2017 fand der Zürcher Tierschutz in zwei Luzerner Filialen von Kofler bei 25 von 44 Echtpelz-Artikeln (57%) keinerlei Deklaration zu Tierart, Herkunft und Gewinnungsart und kritisierte diese Gesetzesverstösse in einer Pressemitteilung sowie im Kassensturz vom 5.12.2017. Dem Kassensturz versicherte Kofler, umgehend fehlende Deklarationen zu beheben. Doch Beratungsangebote des Zürcher Tierschutz ignorierte Kofler.


 Die meisten Pelzartikel bei Kofler waren nur mit diesem Wischi-Waschi-Text beschriftet. (Bild: obs/Zürcher Tierschutz)

Die meisten Pelzartikel bei Kofler waren nur mit diesem Wischi-Waschi-Text beschriftet. (Bild: obs/Zürcher Tierschutz)


Massive Deklarationsmängel verschleiern die Greuel

Nach Hinweisen über Missstände besuchte der Zürcher Tierschutz am 8.12.18 die Filiale an der Pilatusstrasse. Pikant: Kofler missachtet das Gesetz weiter. Von 26 Artikeln mit Pelz-Besatz waren 23 ohne Tierart und Herkunft deklariert (88%)! Überall stand nur „Kann aus Fallenjagd oder Jagd ohne Fallen oder jeder möglichen Haltungsart, insbesondere auch aus Käfighaltung stammen“. Dieser Wischi-Waschi-Text verschleiert die grausame Wahrheit. Tierleid interessiert Kofler offenbar nicht: Die drei korrekt deklarierten Pelz-Artikel stammen aus Käfighaltung in China, das für brutalste Tierquälereien und lebendiges Häuten bekannt ist.

Kofler hält Versprechen nicht, alles Lug und Trug!

Die Deklarationspflicht hat zum Ziel, die qualvollen Praktiken der Pelzindustrie offenzulegen. Doch Kofler verhindert Transparenz. Dies steht im Widerspruch zu den letztjährigen Versprechen gegenüber Kassensturz. Kofler verspricht zudem auf der Website „hohe Qualität“, zählt aber Ethik und Tierschutz nicht dazu. Das Modehaus lobt seine Fachkompetenz, ist aber unfähig, Artikel korrekt zu beschriften. Von einem „Gespür für angesagte Trends“ ist die Rede, doch Echtpelz ist out, Fake Fur ist in – dieser Trend wurde eindeutig verschlafen.

Shitstorm wird ignoriert: Vogel-Strauss-Politik Ende Oktober postete eine ehemalige Kundin die fehlerhafte Pelzdeklaration auf Facebook, worauf ein Shitstorm entbrannte. Kofler reagierte nicht und bezog auch zu Medienanfragen keine Stellung. Wo bleibt die vielgepriesene Fachkompetenz des Unternehmens? Soziale Kompetenz zählt bei Kofler nicht dazu. Auf Facebook hagelte es harsche Kritik und Boykott-Aufrufe, weil das Modehaus zwar „die Begeisterung für die Sortimente mit den Kundinnen teilt“, die Entrüstung hingegen nicht.

BLV kämpft gegen Deklarationsmängel – Hilfe vor Ort nötig

Das für den Vollzug der Pelz-Deklaration zuständige Bundesamt BLV hat seit September 2018 eine Person für Ladenkontrollen angestellt. Angesichts der schweizweiten Mängel fragt sich, ob eine 80%-Stelle genügt. Hilfreich wäre, wenn das BLV die Kontrollen auch an lokale Behörden, etwa die Stadtpolizei Zürich und andere Polizeicorps, delegieren würde.

Druck auf gewissenlose Unternehmen

Viele Kundinnen fühlen sich von Kofler verraten. Auch Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz ist entrüstet über die gewissenlose Profitmaximierung: „Wir haben Kofler beim BLV gemeldet und hoffen auf schnelles Eingreifen. Die Erfahrung zeigt, dass uneinsichtige Unter-nehmen erst nach massivem Druck durch öffentliche Kritik, stete Kontrollen oder Androhung von Bussen korrekt deklarieren.“

Titelbild: Massenhaft Deklarationsfehler in der Kofler-Filiale an der Pilatusstrasse in Luzern

 

Quelle: Zürcher Tierschutz
Titelbild: obs/Zürcher Tierschutz

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