Mein Vorsatz für 2015: Endlich frei werden vom Schönheitsdiktat und Schlankheitswahn

12.01.2015 |  Von  |  Allgemein
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Mein Vorsatz für 2015: Endlich frei werden vom Schönheitsdiktat und Schlankheitswahn
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Das neue Jahr hat begonnen und alle Menschen legen frischen Schwung und Elan an den Tag, denn in diesem Jahr soll alles besser werden. Und natürlich will man in diesem Jahr endlich seine Vorsätze einhalten: Endlich abnehmen! Endlich aufhören zu rauchen! Endlich mehr für sich selbst tun! Und dabei tut man das meiste eigentlich nur für die anderen …

Auch ich habe mir Vorsätze gefasst, die ich einhalten möchte. Zum Beispiel möchte ich entschleunigen und auch mal nicht unter Strom stehen. Ich würde auch gerne etwas für meinen Körper tun und lasse deswegen zusätzlich Gluten weg. Abnehmen allerdings steht in diesem Jahr nicht mehr auf meinem Wunschzettel. Zum ersten Mal seit Jahren. Wahrscheinlich zum ersten Mal seit jeher.

Zwar bin ich noch nicht bei meinem Wunschgewicht angekommen und ich weiss, dass ich noch einiges vor mich habe, was ich auch erreichen möchte, aber ich habe keine Lust mehr, irgendeinem Schönheitsideal nachzuhetzen und mich so modellieren zu wollen, wie es andere schön finden.

Aufgezwungene Schönheitsideale

Was ist eigentlich schön? Und wer bestimmt, was schön ist und was nicht? Warum können uns Zeitschriften, Fernsehsendungen oder Filme diktieren, wie eine Frau auszusehen hat? Warum muss Frau Size Zero tragen, um begehrt und geliebt zu werden, und warum gilt eine Frau mit einer normalen Figur und einer Grösse 40/42 (wie ich sie trage) gleich als fett? Und warum fühlen sich so viele Frauen mit dieser Grösse fett – und denken, sie wären schlecht, nur weil ihr Hintern rund ist und ihre Oberschenkel breit sind (wenn überhaupt)?

Ihr seht, nach all den Jahren habe auch ich immer noch diese Probleme, mache mir diese Vorhaltungen und jage einem Idealbild von Schlankheit und einem Gewicht jenseits der 70 Kilo nach.

Wäre ich in eine andere Zeit geboren worden, wäre ich, glaube ich, der Hit im Hühnerstall! Denn im Laufe der Geschichte gab es viele Schönheitsideale – mitunter gesündere als heute.

Fangen wir also mal ganz am Anfang an …

In der Steinzeit hätte eine Victoria Beckham wohl nicht mal fünf Minuten überlebt. Obwohl, zum Knabbern für böse Urzeitreptilien wäre nicht viel dran gewesen. Definitiv allerdings wäre sie beim anderen Geschlecht nicht gut angekommen. Das Schönheitsideal war nämlich eine üppige Frau mit breiter Hüfte, die als Zeichen von hoher Fruchtbarkeit galt. Bekanntestes Beispiel ist die Venus von Willendorf. Eine Frau mit ausgeprägten Runden hat damals jeden wilden Krieger glücklich gemacht. Wenn es in dieser Zeit schon eine Vogue gegeben hätte, diese Frau hätte das Cover mit all ihren Reizen voll ausgefüllt.

In der Antike war Fettleibigkeit noch immer sehr „in“ – galt sie doch als Zeichen von Reichtum und Macht. Wer etwas auf sich hielt und das auch zeigen wollte, der wurde dick. Das allgemeine Schönheitsideal hatte allerdings damals schon ein kleines Tuning bekommen. Frauen sollten weder dick noch dünn sein. Die „normale“ Figur war der Wunsch aller jungen Damen. Kleine, feste Brüste waren gerne gesehen, die Hüfte durfte ausgeprägt sein und auch der Mann war gut gebaut – Adonis war da der Hit bei den Männern. Ja, das wäre meine Zeit gewesen! Die Taverne wäre der reinste Heizkessel gewesen, wenn ich hineinspaziert wäre … Tja, aber leider …

Mit dem Eintritt ins Mittelalter betreten wir auch den Pfad der Eitelkeit und der strengen Schönheitsideale. Begehrte junge Damen waren schlank, fast schon androgyn. Die Kleider trug man mit hoher Taille. Die Haare lang und am besten gelockt. Die Haut blass, rosa Wangen, roter Mund. Schneewittchen.

Wer einen dicken, festen und hervorstehenden Bauch hatte, war allerdings die Traumfrau unter den Frauen, denn dieser galt in den damaligen Tagen als das Must-Have. Heute würde man sagen: „Die sieht aber schwanger aus.“ – Der Ritter von damals aber sagte: „Oh, welch liebliches straffes Weib meine Augen hier erblicken.“ In den späteren Tagen des Mittelalters war zudem eine hohe Stirn angesagt, wofür sich Frauen eine Partie des Haaransatzes einfach ausrissen. Frauen mit weiblichen Rundungen galten dagegen eher als grobschlächtig und nicht gerade „anmutig“ (um das mal dem Mittelalter gerecht zu formulieren).

Vom ausschweifenden Barock zum strengen Schönheitsdiktat

Auf diese eher asketische Schönheitsepoche folgte eine Zeit der Lebenslust, der ausschweifenden Esslust und des Zur-Schau-Stellens seiner Güter. Die Barock- und Rokkokozeit war geprägt von allem, was üppig und dekadent war: Breite Röcke, hohe gepuderte Perücken, Protzschmuck und viel Gold. Und genauso sollten auch die Frauen sein: übergewichtig, wohl proportioniert. Wer etwas auf sich hielt, trug Korsett. Je schmaler die Taille und je breiter die Hüfte, desto begehrter die Frau.


Aufgezwungene Schönheitsideale (Bild: © Olesia Bilkei - shutterstock.com)

Aufgezwungene Schönheitsideale (Bild: © Olesia Bilkei – shutterstock.com)


Aber wer meint, dass die Frauen damals die einzigen Paradiesvögel im Garten waren, der irrt, denn auch der Mann putzte sich ordentlich heraus. Ein Hut mit Pfauenfeder hier, eine teures Schmuckstück dort. Dazu Puder und Perücke. Drei Jahrhunderte war es angesagt, alles, was man hatte, mit Stolz zu präsentieren. Ich glaube, von diesem Selbstbewusstsein könnten sich manche Leute (inklusive mir) noch heute eine Scheibe abschneiden.

Mit dem beginnenden 19. Jahrhundert war dann „Schluss mit lustig“. Zumindest für die Herren, die ihre bunten Kleider konsequent aus ihren Schränken verbannten und zu einen schicken und legeren Anzug oder Frack griffen. Uniformen waren ebenfalls sehr begehrt. Auch die Frau schaltete ein paar Gänge zurück, denn Make-up, zumindest im starken Ausmass, galt als äusserst unsittlich. Die einzigen, die sich jetzt noch aufreizend schminkten, waren Prostituierte.

Mein Lieblingszeitalter ist gleichzeitig der Beginn des heutigen, strengen Modediktats und Schönheitsideals. Frauen fingen mit den ersten Diäten und Abmagerungskuren an, denn wer dick war, der schien die negativen Eigenschaften eines Menschen darzustellen: Trägheit, Faulheit und Dummheit. Der Schein fing an, mehr als der eigentliche Mensch zu bedeuten, und wer nicht aussah wie die anderen, der hatte schlechte Karten.

Die ersten Modeillustrierten bevölkerten den Markt und sagten, was in Paris und London gerade getragen wird. Das viktorianische Zeitalter bot so viele neue Errungenschaften und wundervolle Dinge, aber gebar auch unsere heutige, teils kranke Sicht auf das menschliche Äussere.

Die Gegenwart – kein Paradies für Dicke

Der Rest ist nicht nur Geschichte, sondern für uns Frauen, die dem gängigen Schönheitsideal nicht entsprechen, noch immer die harte Gegenwart. Das Korsett wurde gegen die Hose getauscht, und diese wurde von Jahrzehnt zu Jahrzehnt enger und knackiger. Die Röcke wurden kürzer, die Ausschnitte grösser und das Gewicht niedriger. Das Motto lautete „90-60-90“, und Topmodels zeigten auf Laufstegen, was Frau tragen muss. Marken wurden zum Statussymbol. Modeindustrien wurden aus dem Boden gestampft, und der Mensch wurde immer oberflächlicher.

Und wo stehen wir heute? Heute befinden wir uns in einer widersprüchlichen Zeit. Jeder darf sein, wie er will ABER … Wer dick ist, gilt heute oftmals als krank und undiszipliniert. Die Gesellschaft legt Wert auf sportliche und gesunde Typen. Abgesehen davon, dass dieses Ideal für viele Menschen ziemlich unrealistisch ist, werden Dicke darüber hinaus gemobbt und diskriminiert. Häufig wollen Firmen keine Dicken einstellen (und da spreche ich aus Erfahrung), viele Männer wollen keine dicken Frauen, und die Kleidung in XXL ist entweder horrend teuer oder exorbitant hässlich. Als dicker Mensch in der heutigen Zeit lebst du nicht selten am Rande der Gesellschaft.

Ich sitze jetzt schon seit einiger Zeit über diesem Gastbeitrag und überlege, was ich euch damit eigentlich sagen möchte. Und ich merke, dass ich von einem lockeren Beitrag über das Schönheitsideal im Wandel der Zeit zu einem Problem vorgestossen bin, das schon mein ganzes Leben vorherrschend ist: Dem Ideal entsprechen! Schön sein! Begehrt sein!

Schönheit und Schlankheit werden mit Erfolg und Glück auf eine Stufe gestellt. Und ja, das ist auch so. Alle, die sagen, dass diese Dinge nichts miteinander zu tun haben, die haben entweder die andere Seite noch nicht erlebt oder machen sich selbst etwas vor. Und egal wie viele Leute sagen, dass sie sich nicht für das Ideal interessieren, JEDER möchte im Grunde eigentlich nur dazugehören.



Natürlich tut man Dinge auch für sich. Aber ganz ehrlich: Die meisten Dinge tut man doch nur für andere, oder?

 

Oberstes Bild: © Creativa Images – shutterstock.com



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Über Daniela Decker

Daniela bloggt seit 4 Jahren über das Thema Abnehmen und konnte bisher erfolgreich fast 50 Kilo verlieren. Sie versucht Ihren Lesern mit sehr viel Hingabe und Ehrlichkeit die Umstellung auf ein gesundes und schlankes Leben zu erleichtern. Daniela ist 30 Jahre alt, alleinerziehende Mutter und lebt in Österreich.


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