Kosmetik: Glucoside sorgen für erhöhte Bioverfügbarkeit

30.11.2021 |  Von  |  Hautpflege, News

Glucoside machen Mikroplastik überflüssig und sorgen für erhöhte Bioverfügbarkeit in kosmetischen Anwendungen

Herkömmliche Wirk- und Duftstoffe in kosmetischen Produkten verdunsten häufig bereits kurz nach der Anwendung auf der Haut. Das Freisinger Biotech-Unternehmen 4GENE wirkt dem entgegen und hat ein spezielles Verfahren entwickelt, mit dem Düfte, Aromen und kosmetische Wirkstoffe, sogenannte Cosmeceuticals, auch nach Stunden noch aus einem Depot freigesetzt werden.

Dabei werden Glucoside als stabiles Wirkstoffdepot genutzt, die Duftmoleküle und Aromen sind so gebunden, dass sie erst unter bestimmten Bedingungen mit Hilfe des natürlichen Hautmikrobioms freigesetzt werden.

„Unsere Technologie erlaubt die Herstellung von glykosylierten Inhaltstsoffen, die in kosmetischen Anwendungen über einen deutlich längeren Zeitraum wirken können. Ob Handcreme oder Deo – die Wirkung hält aufgrund des einzigartigen Wirkstoffdepots deutlich länger an“, erklärt Dr. Isabelle Effenberger, Leiterin der BU Cosmetics der 4GENE GmbH. Gleichzeitig profitieren Stabilität, Hautfreundlichkeit, Wasserlöslichkeit und somit auch die Bioverfügbarkeit von Kosmetikinhaltsstoffen.

Glucoside als Cosmeceuticals

Für die kosmetische Industrie wird damit das Versprechen von lang anhaltender Wirkung eingelöst. Einige Glucoside können auch als spaltbare Emulgatoren eingesetzt werden. Stark unlösliche Inhaltsstoffe in kosmetischen Produkten können so emulgiert und in neue Formulierungen eingebracht werden, bei verbesserter Hautverträglichkeit. Durch die gesteigerte Wasserlöslichkeit und Stabilität der glykosidischen Form transportiert diese zudem bioaktive Funktionen wie beispielsweise antioxidative oder Anti-Aging in tiefere Hautzellschichten und entfaltet dort ihre volle Wirkung. Zur Schonung der Umwelt und für besonders nachhaltige Produkte ist weder die Zugabe von Mikroplastik noch von Parabenen oder Aluminiumsalzen nötig. „Der moderne Verbraucher fordert heute mehr Nachhaltigkeit und möchte gern auf konventionelle Inhaltsstoffe verzichten. Wir können kosmetische Inhaltsstoffe so verändern, dass bei gesteigerter Wirkung weniger eingesetzt werden muss“, so Dr. Isabelle Effenberger von 4GENE.

Glucoside nutzen natürliche Mechanismen

Anders als viele herkömmliche Stoffe in der Kosmetik nimmt sich die Glykosylierung ein Beispiel an der Natur. Glucoside sind im Pflanzenreich weit verbreitet und dienen als natürliche Speicherform von flüchtigen Stoffwechselprodukten in der Zelle. 4GENE nennt die Technologieplattform „Flavor-on-demand“ – sämtliche Herausforderungen bei der Entwicklung und Herstellung der Glucoside wurden erfolgreich durch das Biotech-Unternehmen gelöst. Die Stabilität und Bioverfügbarkeit von Cosmeceuticals und Duftstoffen auf und in der Haut kann mit dieser Technologie enorm gesteigert werden – unabhängig davon, ob es sich um natürliche oder synthetisch hergestellte Ausgangsstoffe handelt. Aufgrund des von 4GENE entwickelten biotechnischen Prozesses ist der Einsatz von Glucosiden zudem auch wirtschaftlich und eröffnet der Kosmetikindustrie ganz neue Wege.

 

Quelle: 4GENE
Titelbild: puhhha – shutterstock.com

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