Kangalfische – die neuen Mitarbeiter der Beautysalons

30.06.2017 |  Von  |  Fusspflege

In den letzten Jahren ist die Fischpediküre als beliebter Wellnesstrend aus dem asiatischen Raum nach Europa geschwappt. Kleine Kangalfische knabbern bei einem Fussbad in einem Aquarium abgestorbene Hautschuppen einfach weg.

Doch keine Angst, die etwa fünf Zentimeter grossen Fische haben keine Zähne, das Knabbern empfinden Sie lediglich als leichtes Kitzeln!

Fische auf der Suche nach eiweisshaltiger Nahrung

Der Name des Kangalfisches leitet sich von der türkischen Region Kangal ab, in der zahlreiche Fische dieser Art heimisch sind.

Zudem leben die auch Rötliche Saugbarbe oder Garra Rufa genannten Fische im jordanischen, eurasischen und südostasiatischen Raum. Entdeckt hat man die Vorliebe der Fische in einem heissen Thermalbach in Anatolien vor etwa 100 Jahren. Einheimische nutzen die Quelle zum Baden. Die dort lebenden Kangalfische suchten in dem nährstoffarmen Wasser nach Nahrung und begannen die Eiweiss enthaltenden Hautschuppen der Badenden anzuknabbern.

Wirksam bei der Behandlung von Hautkrankheiten

Seitdem werden die Kangalfische wirksam zur Behandlung von Neurodermitis, Schuppenflechte oder anderen Hauterkrankungen eingesetzt. Berichten zufolge führt lediglich ein regelmässiges Bad mit den kleinen Gesellen zum gewünschten Erfolg. Wellness- und Beautysalons setzen die kleinen Fische zunehmend als „Mitarbeiter“ im Bereich der Fischpediküre ein. Vor allem in Grossbritannien und spanischen Touristenzentren prägen Kosmetikstudios mit den Aquarien vielerorts das Strassenbild. Auch in anderen europäischen Grossstädten eröffnen zahlreiche Studios, die die Fischtherapie anbieten.



Beachtung strenger Hygienevorschriften

Unumstritten ist die Verwendung der Kangalfische jedoch nicht. Insbesondere mangelnde Hygiene wird immer wieder thematisiert. Die Fische leben in Wasser, das rund 35 Grad Celsius warm ist.

Doch nicht bei jedem Anbieter wird das Wasser nach einer Behandlung ausgetauscht, dass heisst, ein Kunde hält seine Füsse in das Wasser, in dem auch sein Vorgänger die Füsse gebadet hat. Die Übertragung von Bakterien oder Infektionen ist daher theoretisch möglich, denn wegen der Fische sind chemische Zusätze wie Chlor tabu. Experten bestätigen, dass eine Übertragungsgefahr von HIV oder Hepatitis gering sei, ausgeschlossen werden kann diese Möglichkeit jedoch nicht ganz.

Achten Sie bei einem Besuch in einem Beautysalon auf entsprechende Hygiene. Das Wasser der Garra Rufa sollte ständig durch eine Filteranlage gereinigt werden. Einige Studios wechseln nach jedem behandelten Patienten das komplette Wasser in der Wanne aus. Dabei sollten die Fische möglichst wenig Stress ausgesetzt und fachgerecht entnommen werden.

Kunden, die eine Behandlung mit den Knabberfischen wünschen, werden sorgfältig die Füsse gewaschen. Wer kleinere oder grössere Verletzungen an Füssen und Beinen hat, darf nicht ins Wasser. In einigen Ländern ist der Einsatz der kleinen Gesellen inzwischen verboten oder an strenge Regeln gebunden.

 

Artikelbild: © Heiko Barth – Shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.


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