Herbst-Make-up 2026: Velvet Skin, Beerentöne und sanfte Smokey Eyes

Das Herbst-Make-up 2026 wird dunkler, weicher und weniger makellos inszeniert. Auf den internationalen Laufstegen treffen samtig wirkende Haut, tiefe Beerentöne und verwischte Augen auf eine auffallend unkomplizierte Grundidee: Make-up darf sichtbar sein, soll aber weniger konstruiert wirken. Statt spiegelndem „Glass Skin“-Glanz, hart konturierten Gesichtern und exakt gezeichneten Smokey Eyes dominieren weiche Texturen, gedämpfte Farben und Übergänge ohne scharfe Kanten.

Besonders alltagstauglich sind drei Entwicklungen: Velvet Skin bringt ein natürliches, semi-mattes Finish zurück, dunkle Lippen bewegen sich zwischen Brombeere, Pflaume, Weinrot und Burgunder, während Smokey Eyes mit Espresso, Taupe, Oliv, Pflaume und Anthrazit deutlich sanfter ausfallen als ihre tiefschwarzen Vorgänger. Die Laufsteglooks müssen dafür nicht eins zu eins übernommen werden. Schon wenige gezielte Änderungen verwandeln die Trends in ein Make-up, das morgens im Büro ebenso funktioniert wie am Abend.

Herbst 2026: weniger Perfektion, mehr Textur

Die Beauty-Looks der Saison zeigen keine Rückkehr zum schweren Make-up früherer Jahre. Zwar werden Lippen und Augen wieder deutlich sichtbarer, doch die Ausführung wirkt leichter.

Auf den Herbst-/Winter-Schauen 2026 tauchten stark verwischte Augen, dunkle Lippen, vereinzelte schwarze Akzente und bewusst natürlich belassene Haut wiederholt auf. Bei Gucci wurde der klassische Smokey Look deutlich dramatischer interpretiert, während andere Schauen mit weichen, leicht unordentlich wirkenden Augen arbeiteten. Bei Armani Privé entstand Tiefe beispielsweise durch weich ausgearbeitete dunkle Linien statt durch scharf gezeichnete Konturen.

Gleichzeitig verändert sich das Finish der Haut. Stark spiegelnder Glow verschwindet nicht vollständig, verliert aber seine dominante Rolle. An seine Stelle tritt ein matteres Hautbild, das Licht weiterhin reflektiert und deshalb nicht trocken oder stumpf wirkt.

Diese Mischung macht die Trends erstaunlich tragbar. Ein Lippenstift kann kräftig ausfallen, solange der restliche Look ruhig bleibt. Dunkler Lidschatten wirkt weniger streng, wenn seine Ränder weich verschwimmen. Eine matte Basis muss nicht mit mehreren Puderschichten verbunden sein.



Velvet Skin: matt, aber nicht pudrig

„Velvet Skin“ lässt sich am ehesten als samtige Haut übersetzen. Der Begriff beschreibt keine fest definierte Produktkategorie, sondern ein Finish.

Die Oberfläche erscheint ruhig und weich. Starker Glanz auf Stirn, Nase und Wangen wird reduziert, gleichzeitig bleibt eine leichte natürliche Leuchtkraft erhalten. Hautstruktur darf sichtbar sein.

Damit unterscheidet sich Velvet Skin sowohl von stark glänzender Glass Skin als auch von sehr deckenden, pudrigen Matt-Looks.

Die moderne Version lebt gerade von diesem Mittelweg. Foundation soll das Hautbild ausgleichen, aber nicht vollständig überdecken. Puder wird dort eingesetzt, wo Glanz tatsächlich stört. Auf den übrigen Gesichtspartien darf die Haut ihren natürlichen Charakter behalten.

Auch die Laufstege zeigen diesen Wandel. Für Hermès Herbst/Winter 2026 wurde beispielsweise mit einem matten Finish gearbeitet, unter dem eine zurückhaltende Leuchtkraft erhalten blieb. Ähnliche Interpretationen eines samtigen Teints ziehen sich bereits seit Beginn des Jahres durch Beauty-Trends, Red-Carpet-Looks und Editorials.

Die Hautvorbereitung entscheidet über das Ergebnis

Samtiges Make-up funktioniert am besten auf einer gleichmässig vorbereiteten Haut. Trockene Stellen werden durch Puder und matte Foundation eher hervorgehoben als verborgen.

Eine komplizierte Routine ist dafür nicht nötig. Sanfte Reinigung und eine zum Hauttyp passende Feuchtigkeitspflege bilden die Grundlage. Die Pflege sollte genügend Zeit zum Einziehen erhalten, bevor Foundation folgt.

Bei sehr trockenen Gesichtspartien kann eine reichhaltigere Pflege sinnvoll sein. Bei stärker fettender Haut genügt häufig eine leichte Formulierung.

Primer ist kein obligatorischer Schritt. Er kann jedoch gezielt dort helfen, wo Foundation schlecht haftet oder Poren besonders sichtbar erscheinen.

Entscheidend ist die Menge: Je mehr Schichten unter der Foundation liegen, desto höher ist das Risiko, dass Produkte später rollen oder sich ungleichmässig absetzen.


Samtige Haut, weich verblendete Augen in Pflaumentönen und dunkle, sanft auslaufende Lippen: Der Herbst-Look 2026 setzt auf sichtbares Make-up ohne harte Konturen.

Foundation dünn statt flächig aufbauen

Velvet Skin verlangt keine maximale Deckkraft.

Eine leichte bis mittlere Foundation, ein Skin Tint oder eine andere dünn auftragbare Grundierung reicht häufig aus. Zuerst wird eine kleine Menge verteilt. Zusätzliche Deckkraft kommt nur dorthin, wo sie benötigt wird.

Das Produkt kann mit den Fingern, einem Schwämmchen oder einem geeigneten Pinsel eingearbeitet werden. Für ein besonders dünnes Finish eignet sich ein leicht angefeuchtetes Make-up-Schwämmchen.

Statt eine weitere Schicht Foundation über das gesamte Gesicht zu legen, lassen sich einzelne Rötungen oder Schatten anschliessend mit Concealer korrigieren. Der aktuelle Ratgeber zu Concealer für Augenringe, Rötungen und Unreinheiten erklärt, weshalb unterschiedliche Stellen andere Texturen und Farbtöne verlangen.

Gerade beim Velvet-Skin-Look zahlt sich diese punktuelle Arbeitsweise aus. Das Gesicht wirkt ausgeglichener, ohne seine natürliche Hautstruktur zu verlieren.


Eine dünn eingearbeitete Grundierung lässt sich gezielt aufbauen. Für Velvet Skin wird Deckkraft vor allem dort ergänzt, wo sie tatsächlich benötigt wird.

Puder wird 2026 gezielter eingesetzt

Der entscheidende Schritt zum samtigen Finish ist Puder. Dabei gilt allerdings nicht mehr das Prinzip, das gesamte Gesicht vollständig zu mattieren.

Sinnvoll ist eine Konzentration auf jene Bereiche, die im Tagesverlauf schnell glänzen. Dazu gehören häufig Stirn, Nasenflügel und Kinn.

Eine kleine Menge fein gemahlener Puder reicht meist aus. Mit einem grossen, weichen Pinsel entsteht ein leichter Schleier. Mit einer kleinen Quaste lässt sich stärker kontrollieren, wo wirklich mattiert wird.

Auf den Wangen kann Puder dagegen sehr sparsam eingesetzt oder ganz weggelassen werden. Dadurch bleibt eine leichte Dimension im Gesicht erhalten.

Besonders bei trockener oder reifer Haut ist Zurückhaltung sinnvoll. Dicke Puderschichten können feine Linien und trockene Bereiche stärker sichtbar machen.

Blush ersetzt harte Konturen

Parallel zum Velvet-Skin-Trend wird Rouge wichtiger. Statt ausgeprägtem Contouring zeigen viele aktuelle Looks weich verlaufende Rosé-, Mauve- und Beerentöne.

Ein Creme-Rouge kann zuerst dünn aufgetragen und anschliessend mit wenig Puder fixiert werden. Auch vollständig pudrige Varianten passen zum Look, sofern die Übergänge weich bleiben.

Die Platzierung darf höher ausfallen als bei klassischem Rouge. Farbe auf den oberen Wangen und leicht Richtung Schläfen verbindet Teint und Augen-Make-up.

Besonders harmonisch wirkt eine Nuance, die später auf den Lippen erneut erscheint. Ein gedämpftes Rosenholz lässt sich beispielsweise mit einem dunkleren Weinrot kombinieren, ein kühles Mauve mit Pflaumentönen.

Beerentöne werden zum stärksten Farbakzent

Dunkle Lippen gehören zu den eindeutigsten Beauty-Signalen des Herbstes 2026.

Das Spektrum reicht weit über klassisches Rot hinaus. Brombeere, Maulbeere, Pflaume, Burgunder, Weinrot und sogenanntes Oxblood bestimmen die dunklere Seite der Farbpalette.

Oxblood bezeichnet ein sehr tiefes Rot, das je nach Formulierung braune oder violette Untertöne besitzen kann. Auf den Lippen wirkt die Farbe entsprechend unterschiedlich: von dunklem Kirschrot bis zu beinahe schwarzem Burgunder.

Die aktuellen Looks zeigen dabei unterschiedliche Oberflächen. Ein dunkler Lippenstift muss nicht zwingend vollständig matt sein. Satinierte, cremige und weich verschwommene Finishes passen ebenso zur Saison.

Gerade die unscharfe Lippenkante macht kräftige Farben im Alltag einfacher.

Der Blurred Lip nimmt dunklen Farben die Strenge

Statt die Lippenkontur millimetergenau zu zeichnen, wird Farbe bei einem Blurred Lip zur Kante hin sanft ausgeblendet.

Dafür reicht eine kleine Menge Lippenfarbe in der Mitte. Sie wird anschliessend mit Finger oder Pinsel nach aussen verteilt.

Das Ergebnis erinnert an einen Lip Stain. Die Farbe bleibt deutlich sichtbar, wirkt aber weniger formell als ein vollständig deckender Lippenstift mit exakt gezogener Kontur.

Eine zweite Schicht in der Lippenmitte erzeugt zusätzliche Tiefe. Für den Alltag genügt häufig eine transparente oder halbtransparente Textur.

Der gleiche Beerenton kann so mehrere Rollen übernehmen: tagsüber leicht aufgetupft, am Abend stärker aufgebaut.

Welcher Beerenton funktioniert?

Die Auswahl muss nicht nach starren Regeln erfolgen. Trotzdem beeinflusst der Unterton, wie sich eine Farbe mit Haut, Haaren und Kleidung verbindet.

Kühle Beerentöne besitzen einen stärkeren Blau- oder Violettanteil. Dazu zählen viele Pflaumen-, Brombeer- und Mauvenuancen.

Wärmere Varianten enthalten mehr Rot oder Braun. Burgunder, dunkles Ziegelrot und manche Weintöne bewegen sich in diesem Bereich.

Neutrale Nuancen liegen dazwischen und lassen sich besonders flexibel kombinieren.

Für ein harmonisches Ergebnis kann ein ähnlicher Unterton wie bei Rouge oder Augen-Make-up gewählt werden. Ein bewusster Kontrast funktioniert ebenfalls: Ein kühler Pflaumenton kann beispielsweise zu warmem Braun auf den Augen einen deutlichen Fokus schaffen.

Die Farbe sollte deshalb nicht allein am Lippenstift selbst beurteilt werden. Auf den Lippen verändert sich der Ton durch die natürliche Lippenfarbe.


Burgunder und andere tiefe Beerentöne bilden im Herbst 2026 einen klaren Kontrast zu zurückhaltender, samtig wirkender Haut.

Dunkle Lippen ohne aufwendige Routine

Ein kräftiger Lippenstift wirkt am saubersten auf einer glatten Oberfläche. Stark trockene Hautschüppchen können besonders bei matten Texturen sichtbar werden.

Eine dünne Lippenpflege vor dem Schminken kann deshalb sinnvoll sein. Überschüssiges Produkt wird vor dem Auftragen der Farbe wieder entfernt.

Für eine weiche Alltagsversion genügt anschliessend Lippenstift ohne Konturenstift. Die Farbe wird aufgetupft und mit dem Finger verteilt.

Mehr Definition entsteht mit einem Lipliner in einer ähnlichen Farbe. Statt die komplette Kontur hart nachzuzeichnen, kann der Stift zunächst in den Mundwinkeln und entlang der natürlichen Lippenlinie eingesetzt und danach leicht verwischt werden.

Eine vollständig deckende Variante eignet sich besonders als einzelner starker Akzent. Dann bleiben Augen und Wangen zurückhaltender.

Soft Smokey Eyes: der Klassiker verliert seine harten Kanten

Smokey Eyes verschwinden nie vollständig aus der Mode. Im Herbst 2026 verändert sich jedoch ihre Form.

Statt tiefschwarzem Schatten über dem gesamten beweglichen Lid stehen weichere Farben im Mittelpunkt. Espresso, Schokolade, Taupe, Oliv, Pflaume und Anthrazit schaffen Tiefe, ohne das Auge vollständig einzurahmen.

Auf den Laufstegen wurde diese Idee unterschiedlich umgesetzt. Bei Prada, Ferrari, Boss und weiteren Schauen erschienen verrauchte Augen in verschiedenen Intensitäten. Armani Privé zeigte eine besonders diffuse Variante mit weich ausgearbeitetem dunklem Stift.

Das zentrale Prinzip bleibt immer gleich: Die Farbe besitzt keinen deutlich sichtbaren Endpunkt.

Der Übergang vom dunkelsten Bereich zur Haut wird so lange verblendet, bis keine harte Linie mehr erkennbar ist.

Der einfachste Einstieg beginnt mit einem Kajal

Für die Alltagsversion braucht es keine umfangreiche Lidschattenpalette.

Ein weicher Kajal in Braun, Anthrazit oder Pflaume genügt bereits. Er wird dicht am oberen Wimpernkranz aufgetragen und unmittelbar danach mit einem kleinen Pinsel verwischt.

Der äussere Augenwinkel darf etwas dunkler bleiben. Richtung Lidfalte verliert die Farbe zunehmend an Intensität.

Anschliessend kann ein matter oder leicht satinierter Lidschatten in einer verwandten Nuance darübergelegt werden. Er fixiert den Stift und erleichtert den Übergang.

Der untere Wimpernkranz bleibt für eine dezente Version weitgehend frei. Etwas Farbe am äusseren Drittel verbindet Ober- und Unterlid, ohne das gesamte Auge dunkel einzufassen.

Schwarz ist kein Muss

Gerade darin liegt die Alltagstauglichkeit der neuen Smokey Eyes.

Espresso wirkt deutlich weicher als Schwarz. Dunkles Oliv bringt Farbe ins Spiel, ohne sofort bunt zu erscheinen. Pflaume verbindet sich besonders gut mit den Beerentönen der Saison.

Anthrazit liegt zwischen Schwarz und Grau und eignet sich für einen klassischen Look mit weniger Kontrast.

Auch mehrere Farben lassen sich kombinieren. Ein brauner Kajal kann beispielsweise mit einem gedämpften Pflaumenton verblendet werden. Ein olivfarbener Schatten erhält mit Espresso am Wimpernkranz mehr Tiefe.

Entscheidend ist weniger die Zahl der Farben als die Abstufung von dunkel zu hell.

Die 2026-Version darf ein wenig „undone“ aussehen

Ein interessantes Detail der Saison ist die Abkehr von vollständig kontrolliertem Make-up.

Mehrere Laufsteglooks wirkten bewusst etwas verwischt oder getragen. Leicht verschwommener Kajal und sanfte Schatten unter den Augen werden nicht zwangsläufig vollständig wegkorrigiert.

Das bedeutet nicht, dass Augen-Make-up unkontrolliert verschmieren soll. Der Unterschied liegt zwischen bewusst weich gearbeitet und zufällig verlaufen.

Die gewünschte Unschärfe entsteht durch Verblenden. Fallout unter den Augen, fleckige Schatten oder verlaufene Mascara bleiben dagegen unerwünscht.

Damit der Look trotzdem frisch wirkt, bleibt die Haut rund um das Auge eher ruhig. Concealer wird punktuell eingesetzt, ohne die gesamte Augenpartie deutlich aufzuhellen.


Bei Smokey Eyes entsteht die Wirkung durch abgestufte Dunkelheit und sorgfältig verblendete Übergänge. Für die aktuelle Variante müssen die Farben nicht tiefschwarz sein.

Wimpern sollen den Look rahmen, nicht überdecken

Bei einem sanften Smokey Eye braucht es keine extrem dichten künstlichen Wimpern.

Eine Mascara, die vorhandene Härchen sichtbar definiert, reicht für den Alltag häufig aus. Wird der Lidschatten besonders dunkel, verhindert eine klare Wimpernlinie, dass die Augenpartie optisch flach wirkt.

Auch braune Mascara kann zu Espresso- und Taupetönen passen. Schwarz erzeugt mehr Kontrast und eignet sich für intensivere Varianten.

Wer die eigenen Wimpern dauerhaft stärker betonen möchte, sollte kosmetische Behandlungen getrennt vom Make-up-Trend beurteilen. Der Ratgeber „Wimpern liften oder verlängern? Unterschiede und Risiken für die Augengesundheit“ vergleicht die beiden Verfahren und ordnet Pflegeaufwand und mögliche Belastungen ein.

Runway und Alltag brauchen unterschiedliche Dosierungen

Ein Laufsteglook soll aus mehreren Metern Entfernung sichtbar bleiben und zur gesamten Kollektion passen. Im Alltag gelten andere Anforderungen.

Die einfachste Übersetzung besteht deshalb darin, jeweils nur ein oder zwei Elemente zu übernehmen.

Ein kräftiger Weinlippenstift funktioniert beispielsweise mit Velvet Skin, wenig Rouge und nahezu ungeschminkten Augen.

Soft Smokey Eyes lassen sich dagegen mit einem transparenten Beerenton auf den Lippen kombinieren.

Auch Velvet Skin funktioniert unabhängig von den beiden anderen Trends. Ein ruhiger Teint, etwas Creme-Rouge und Mascara ergeben bereits eine zeitgemässe Herbstbasis.

Drei alltagstaugliche Varianten

Die Trends lassen sich mit sehr unterschiedlicher Intensität umsetzen:

  • Für einen zurückhaltenden Tageslook: leichte Foundation oder Skin Tint, punktueller Concealer, wenig Puder in der T-Zone, Creme-Rouge und ein transparenter Beerenton auf den Lippen.
  • Für einen stärker betonten Blick: Velvet Skin, Espresso- oder Pflaumenkajal am oberen Wimpernkranz, weich verblendeter Lidschatten, Mascara und ein gedeckter Lippenbalsam.
  • Für den Abend: samtige Haut, intensivere Smokey Eyes in Anthrazit oder Pflaume und zurückhaltende Lippen – oder umgekehrt ein tiefer Wein- beziehungsweise Burgunderton mit deutlich reduziertem Augen-Make-up.

Dadurch entsteht keine starre komplette „Trendmaske“. Einzelne Elemente können zur vorhandenen Routine hinzugefügt werden.

Monochrome Beerentöne verbinden das Gesicht

Neben den drei grossen Trends zeigt sich im Herbst 2026 ein weiterer Ansatz: Farben aus einer Familie werden über mehrere Gesichtspartien wiederholt.

Ein gedecktes Mauve kann beispielsweise auf den Wangen erscheinen, während ein tieferer Beerenton auf den Lippen folgt. Ein Hauch Pflaume auf den Augen greift dieselbe Farbrichtung erneut auf.

Der monochrome Effekt muss nicht bedeuten, exakt dasselbe Produkt überall zu verwenden.

Wichtiger ist die farbliche Verwandtschaft. Dadurch wirken mehrere sichtbare Make-up-Elemente ruhiger zusammen.

Gerade bei kräftigen Herbstfarben verhindert dieser Ansatz, dass Lippen, Rouge und Augen miteinander konkurrieren.

Ein 10-Minuten-Look für den Morgen

Velvet Skin und Beerentöne lassen sich ohne umfangreiche Schminkroutine kombinieren.

Nach der Pflege folgt eine dünne Grundierung nur dort, wo das Hautbild ausgeglichen werden soll. Concealer deckt einzelne Schatten oder Rötungen ab.

Puder kommt auf Nasenflügel, Stirnmitte und Kinn. Ein gedämpftes Creme-Rouge bringt Farbe auf die Wangen.

Für die Augen reicht ein brauner oder pflaumenfarbener Kajal. Eine kurze Linie am äusseren oberen Wimpernkranz wird sofort weich verwischt. Mascara schliesst das Augen-Make-up ab.

Zum Schluss kommt ein Beerenton auf die Lippen, der mit dem Finger eingeklopft wird.

Der gesamte Look benötigt damit nur wenige Produkte und bleibt deutlich näher an einem normalen Tages-Make-up als an einer Laufsteginszenierung.

Vom Tages- zum Abendlook mit zwei Veränderungen

Ein Vorteil der Herbsttrends liegt in ihrer einfachen Steigerung.

Aus einem dezenten Smokey Eye entsteht abends mehr Tiefe, indem am äusseren Augenwinkel ein dunklerer Ton ergänzt und entlang des Wimpernkranzes zusätzlich Kajal eingearbeitet wird.

Alternativ bleibt das Augen-Make-up unverändert und die Lippenfarbe wird von einem transparenten Stain zu einem stärker deckenden Burgunder- oder Weinton aufgebaut.

Mehrere starke Elemente gleichzeitig sind möglich, verändern aber den Charakter deutlich. Dunkle Lippen plus kräftige Smokey Eyes ergeben einen dramatischen Abendlook und entfernen sich entsprechend stärker von der zurückhaltenden Alltagsversion.

Video: Die Smokey-Eye-Technik Schritt für Schritt



Das deutschsprachige Beauty-Tutorial von GLAMOUR Germany zeigt die grundlegende Technik klassischer Smokey Eyes: dunkle Farbe wird rund um den Wimpernkranz aufgebaut und anschliessend weich verblendet. Für den Herbst 2026 lässt sich das Prinzip deutlich zurückhaltender übertragen. Statt intensivem Schwarz funktionieren Espresso, Schokolade, Pflaume oder Anthrazit, während die Farbe stärker auf den äusseren Augenbereich konzentriert wird. Entscheidend bleibt die im Video gezeigte Grundidee: weiche Übergänge statt harter Lidschattenkanten.

Die häufigsten Fehler bei Velvet Skin

Der samtige Teint wirkt schnell schwer, wenn Mattierung mit möglichst viel Puder gleichgesetzt wird.

Zu viel Foundation ist ein ähnliches Problem. Mehr Produkt erzeugt nicht automatisch eine gleichmässigere Haut. Es kann sich in Linien sammeln und Übergänge sichtbarer machen.

Auch sehr trockene Hautstellen lassen sich nicht einfach überdecken. Eine passende Vorbereitung ist dort wichtiger als zusätzliche Deckkraft.

Ein weiteres Problem entsteht durch zu viele unterschiedliche Finishes. Stark glänzender Primer, matte Foundation, intensiver Highlighter und viel Puder können nebeneinander unruhig aussehen.

Velvet Skin funktioniert am besten, wenn sich die Texturen nicht gegenseitig bekämpfen.

Die häufigsten Fehler bei dunklen Lippen

Sehr dunkle Farben machen kleine Unregelmässigkeiten an der Lippenkante stärker sichtbar. Bei einem exakt definierten Look lohnt deshalb ein kontrollierter Auftrag mit Pinsel oder Lipliner.

Beim Blurred Lip gilt das Gegenteil: Die Unschärfe muss gleichmässig wirken. Ein zufälliger Fleck ausserhalb der Kontur unterscheidet sich sichtbar von bewusst weich verblendeter Farbe.

Auch der Farbauftrag darf dünn beginnen. Dunkle Pigmente lassen sich leichter ergänzen als vollständig entfernen.

Bei cremigen Texturen kann es helfen, nach der ersten Schicht überschüssige Farbe vorsichtig abzutupfen und erst danach weiter aufzubauen.

Die häufigsten Fehler bei sanften Smokey Eyes

Der entscheidende Fehler ist eine harte Kante zwischen Lidschatten und ungeschminkter Haut.

Ein sauberer Blenderpinsel ohne zusätzliches Produkt hilft, diesen Übergang zu verfeinern.

Auch zu viel dunkle Farbe am inneren Augenwinkel kann einen weichen Look schnell schwer wirken lassen. Für die Tagesversion liegt die stärkste Intensität deshalb meist am äusseren Wimpernkranz.

Der untere Wimpernkranz benötigt ebenfalls weniger Produkt als häufig angenommen. Eine leichte Verbindung am äusseren Drittel reicht für viele Augenformen aus.

Schliesslich sollten Farben schrittweise aufgebaut werden. Ein fast schwarzer Schatten lässt sich nachträglich kaum noch zu einer dezenten Variante zurückverblenden.



Saubere Werkzeuge werden bei dunklen Farben besonders wichtig

Beerentöne und dunkle Lidschatten zeigen Verschmutzungen auf Pinseln schnell.

Ein Pinsel, der zuvor schwarzen oder violetten Lidschatten aufgenommen hat, kann einen hellen Übergangston ungewollt verändern. Für das Verblenden eignet sich deshalb ein sauberer, weicher Pinsel besonders gut.

Auch Schwämmchen und Foundation-Pinsel sollten regelmässig gereinigt und vollständig getrocknet werden.

Augenprodukte werden nicht geteilt. Bei gereizten oder entzündeten Augen sollte Augen-Make-up pausieren, bis die Ursache geklärt und die Beschwerden abgeklungen sind.

Verändert ein Kosmetikprodukt Geruch, Konsistenz oder Farbe deutlich, gehört es nicht mehr in die Routine.

Welche Produkte für die Saison wirklich nötig sind

Der Herbst 2026 verlangt keine vollständig neue Kosmetiktasche.

Für die drei zentralen Trends reichen bereits wenige Produkttypen:

  • eine dünn auftragbare Foundation oder ein Skin Tint;
  • ein passender Concealer;
  • feiner transparenter oder hautfarbener Puder;
  • Rouge in Rosé, Mauve oder einem gedämpften Beerenton;
  • ein Beerenton für die Lippen;
  • ein weicher Kajal in Espresso, Anthrazit oder Pflaume;
  • ein bis zwei Lidschatten in verwandten Nuancen;
  • Mascara;
  • ein kleiner Pinsel zum Verwischen und ein weicher Blenderpinsel.

Viele vorhandene Produkte lassen sich damit neu einsetzen. Ein burgunderfarbener Lippenstift kann beispielsweise nur leicht aufgetupft werden. Brauner Lidschatten erhält durch einen pflaumenfarbenen Kajal einen herbstlicheren Charakter.

Die Saison lebt weniger von einem bestimmten Produkt als von der Art des Auftrags.



Fazit: Herbst 2026 wird sichtbar geschminkt, aber weniger streng

Die wichtigsten Make-up-Trends für den Herbst 2026 lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Farbe und Ausdruck kehren zurück, Perfektion verliert an Bedeutung.

Velvet Skin ersetzt extremen Hochglanz durch einen weichen, leicht mattierten Teint, ohne die Haut stumpf wirken zu lassen. Deckkraft wird gezielt aufgebaut und Puder dort eingesetzt, wo er tatsächlich gebraucht wird.

Auf den Lippen bringen Brombeere, Pflaume, Weinrot und Burgunder mehr Tiefe in die Saison. Besonders alltagstauglich werden die Farben durch transparente Texturen oder weich verwischte Lippenkonturen.

Smokey Eyes folgen derselben Logik. Espresso, Schokolade, Oliv, Pflaume und Anthrazit ersetzen häufig das harte Schwarz. Entscheidend sind verschwommene Übergänge und ein Aufbau in dünnen Schichten.

Damit lassen sich die Laufstegtrends 2026 erstaunlich einfach in den Alltag übertragen. Ein samtiger Teint, ein Hauch dunkler Kajal oder ein aufgetupfter Beerenton reichen bereits aus. Der modernste Look entsteht nicht durch möglichst viele Trends gleichzeitig, sondern durch eine bewusste Auswahl und eine sichtbar weichere Hand.

 

Bildquellen: Titelbild: KI-generiert; Bild 1: Symbolbild © Adobe Stock/Алексей Торбеев (bearbeitet); Bild 2: Adobe Stock/Volodymyr; Bild 3: Adobe Stock/Ramses; Bild 4: Adobe Stock/Ксения Левашова

 

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