Hämorriden in der Schwangerschaft: Ernährung, Vorbeugung und Linderung

Frau spricht nicht gern darüber, und doch sind die Symptome weit verbreitet: Bei Hämorridal-Leiden in der Schwangerschaft verhelfen die richtige Ernährung, vorbeugende Massnahmen und lindernde Produkte wieder zu mehr Lebensfreude.

Zürich, im Juli 2024. Zwei Drittel der Erwachsenen leiden im Leben einmal an Hämorridal-Beschwerden. Bei vielen Frauen treten sie in der Schwangerschaft auf. Durch sinnvolle Massnahmen, die richtige Ernährung und passende Produkte lassen sich jedoch die Symptome lindern und die Schwangerschaft wieder geniessen.

Mit der Schwangerschaft verändert sich das Leben vieler Frauen grundlegend. Doch neben dem “Schwangerschafts-Glow” und der Morgenübelkeit gibt es auch Symptome, die nicht so bekannt, jedoch genauso weit verbreitet sind. Viele Frauen, in der Literatur werden Raten von 10–40 %, im 3. Trimester sogar bis 85 % angegeben, leiden in der Schwangerschaft unter Hämorridal-Beschwerden. Die Symptome lassen sich mit einigen Tipps und Tricks lindern oder sogar vorbeugen.

Wenn die Hämorriden Probleme bereiten

Für werdende Mütter stellen Hämorriden eine unangenehme Begleiterscheinung dar. Diese schmerzhaften Schwellungen der Venen im Analbereich sind das Ergebnis mehrerer physiologischer Veränderungen, die mit der Schwangerschaft einhergehen. Die wachsende Gebärmutter und das zunehmende Gewicht des Babys üben erhöhten Druck auf die Beckenvenen aus, was zu einer Erweiterung der Blutgefässe führen kann. Zudem verlangsamt das Hormon Progesteron die Darmtätigkeit, was häufig Verstopfung verursacht und den Druck beim Stuhlgang erhöht.

Tipps zur Vorbeugung in der Schwangerschaft

Eine gesunde Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und begleitenden Behandlung von Hämorriden während der Schwangerschaft. Durch die richtige Auswahl und Kombination von Lebensmitteln können werdende Mütter nicht nur die Darmtätigkeit fördern, sondern auch den Druck im Analbereich verringern und somit das Risiko für Hämorriden verringern. Eine ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Verdauung und beugt Verstopfung vor, was ein wichtiger Faktor zur Linderung von Hämorridenbeschwerden ist. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und tägliche Bewegung tragen zudem dazu bei, das Wohlbefinden während der Schwangerschaft zu verbessern und unangenehme Symptome zu reduzieren.

Frau Andrea Hänni, Ernährungsberaterin SVDE in Bern, weiss, worauf es in Sachen Ernährung und Bewegung während der Schwangerschaft ankommt und gibt einige Tipps an die werdenden Mamas:

  • „Eine ausreichende Aufnahme an Ballaststoffen ist auch während der Schwangerschaft unerlässlich. Die empfohlene Menge pro Tag beträgt 30 Gramm und ist gewährleistet durch 5 Portionen Gemüse und Früchte, 3-4 Portionen Getreide, Hülsenfrüchte oder Kartoffeln sowie einer Handvoll Nüsse, Kerne oder Samen. Ballaststoffe können Flüssigkeit binden, dementsprechend ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten.“
  • Trinken Sie täglich 1.5-2 l Wasser oder ungesüsste Getränke.
  • Beginnen Sie den Tag beispielsweise mit einem Müsli aus einer Portion Haferflocken, Beeren oder Äpfeln und einem Teelöffel Flohsamen. Verzehrt mit einem Naturejoghurt oder -quark integrieren Sie nebst Ballaststoffen auch wertvolle Eiweisse und Kalzium.
  • Essen Sie täglich 2 Portionen Früchte und 3 Portionen Gemüse. Eine Portion entspricht 120 g oder einer Handvoll – roh oder gekocht. Waschen Sie Rohkost vor dem Verzehr mit ausreichend Wasser.
  • Ein grüner Salat mit Gurken verfeinert mit Beeren, Aprikosen oder Äpfeln bildet eine ideale Basis für einen erfrischenden Sommersalat. Für noch mehr Ballaststoffe können Sie den Salat mit einer Portion Quinoa, Vollkornteigwaren oder Bulgur und einer Handvoll ungesalzener Nüsse, Kernen oder Samen als Topping kombinieren.
  • Nebst Vollkornteigwaren, Quinoa oder Bulgur finden sich viele Ballaststoffe in Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Hafer, Amaranth, Buchweizen, Hirse und Mais.
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen liefern ebenfalls viele Ballaststoffe. Hülsenfrüchte enthalten zudem wertvolle Proteine, welche langanhaltend sättigen und zur Entwicklung des Ungeborenen beitragen.
  • Nüsse, Kerne und Samen sind echte Superfoods. Neben fettlöslichen Vitaminen und wertvollen Fettsäuren, die zur Gehirnentwicklung beitragen, liefern sie auch Ballaststoffe. Bevorzugen Sie ungesalzene Nüsse.
  • Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten. In der Schwangerschaft sind Sportarten und Aktivitäten mit einem geringen Risiko für Stürze, harte Stösse und Verletzungen wie beispielsweise Schwimmen und Spaziergänge geeignet.

Ein erfrischender Sommersalat mit Ballaststoffen – perfekt für die heissen Tage

Behandlungsmöglichkeiten

Ist das Hämorridal-Leiden bereits vorhanden, kommen verschiedene Rektalsalben und Zäpfchen mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoffen in Frage. Es gibt auch Sortimente, die Sitzbäder oder Medizinaltüchlein zur Reinigung und Tuben mit Aufsätzen zur inneren Anwendung anbieten.

Lassen Sie sich bei Beschwerden von einem Arzt, Apotheker oder Drogisten beraten. Bei Fragen rund um die Ernährung wenden Sie sich bitte an einen diplomierten Ernährungsberater.

 

Quelle: Contcept Communication
Bildquelle: Contcept Communication

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