Haare färben in der Schwangerschaft problematisch?

07.06.2014 |  Von  |  Haarpflege
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Haare färben in der Schwangerschaft problematisch?
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Für die meisten Frauen gehört koloriertes Haar so selbstverständlich zum guten Aussehen wie modisches Make-up. Viele von ihnen würden auch während einer Schwangerschaft nur sehr ungern darauf verzichten, fürchten allerdings, dass die in den Haarfärbemitteln enthaltenen chemischen Substanzen ihrem ungeborenen Baby schaden könnten. Wir wollten wissen: Entspricht der Mythos von der Gefährlichkeit des Haarefärbens während der Schwangerschaft der Wahrheit oder sind die Sorgen unbegründet? Welche Alternativen gibt es?

Es gibt bis heute keine wissenschaftliche Studie, die belegt, ob die Verwendung von Haarfärbemitteln auf Basis chemischer Substanzen für das ungeborene Baby gefährlich ist oder nicht. Sicher ist, dass die in Haartönungen und Kolorationen verwendeten Stoffe nicht hochgiftig sind. Schliesslich sind alle Produkte strengen Tests unterworfen, bevor sie überhaupt verkauft werden dürfen. Dennoch verzichten viele werdende Mütter vor allem während des ersten Schwangerschaftsdrittels vorsichtshalber auf das Haarefärben. Obwohl bisher keine eindeutigen Beweise für negative Effekte auf Babys existieren, begrüssen die meisten Experten diese Entscheidung.



Besondere Vorsichtsmassnahmen während der Schwangerschaft

Jede Frau hat die Möglichkeit, durch das Befolgen einiger Hinweise selbst dafür zu sorgen, dass das Haarefärben so risikoarm wie möglich vonstattengeht. Die wichtigsten Regeln sind:

  • Hinweise auf der Packungsbeilage genau beachten
  • Durch das Tragen von Handschuhen so wenig Kontakt mit dem Produkt wie möglich eingehen und die Einwirkzeit so kurz wie möglich halten
  • Den Raum gut lüften.

Schonender als das komplette Färben sind auf alle Fälle Strähnchen. Der Grund besteht darin, dass der Körper die chemischen Substanzen nicht über die Haare selbst, sondern über die Kopfhaut aufnimmt. Beim Strähnchenfärben gelangt bedeutend weniger Farbe auf die Kopfhaut. Somit ist die werdende Mutter auch einer geringeren Menge Chemikalien ausgesetzt.

Erhöhte Allergiegefahr während der Schwangerschaft



Obwohl es aktuell keine Hinweise auf eine Gefährdung des Babys durch Haarfärbemittel gibt, besteht für die werdende Mama ein erhöhtes Risiko einer allergischen Reaktion. „Achtung! Das Haarfärbemittel kann unter Umständen allergische oder allergieähnliche Reaktionen auslösen!“ So oder so ähnlich steht es auf den Beipackzetteln der verschiedenen Blondierungs-, Färbe- oder Tönungsprodukte. Die meisten Hersteller empfehlen, etwa 48 vor dem Haarefärben vorsichtshalber einen Allergietest durchzuführen. Dazu betupft die Anwenderin ein kleines Stück Haut, beispielsweise hinter dem Ohr, mit Farbe. Wenn nach Ablauf der Frist nichts juckt, brennt oder nässt, besteht kaum mehr die Gefahr, dass es beim Haarefärben zu einer allergischen Reaktion kommt.



Schwangere Frauen sollten diesen Test besonders ernst nehmen. Niemand kann vorhersagen, welche Folgen eine unerwünschte Reaktion ihres Körpers für sie selbst und das sich entwickelnde Baby hat.

Ist pflanzliche Haarfarbe die Lösung?

Manche Experten empfehlen, in der Schwangerschaft grundsätzlich auf natürliche Haarpflegeprodukte und somit auch Haarfarben auf rein pflanzlicher Basis umzusteigen. Doch selbst dabei ist Vorsicht geboten. Die meisten dieser Mittel enthalten neben wertvollen Inhaltsstoffen aus der Natur sehr wohl auch chemische Zutaten. Zumeist handelt es sich sogar um die gleichen synthetischen Stoffe, die auch in konventionellen Haarfärbeprodukten zu finden sind.

Die einzigen rein pflanzlichen Färbemittel, welche als gesundheitlich unbedenklich gelten, sind Auszüge aus Rinden und Blättern, wie Walnuss, Kastanie, Kamille oder Henna. Es gibt jedoch auch Frauen, die auf Henna allergisch reagieren. Deshalb gilt auch für 100-prozentig natürliche Pulver und Fluids: erst testen, dann färben.

Achtung! Hennapulver, das nicht aus Europa stammt, kann unter Umständen PPD, eine als gesundheitsschädigend eingestufte Substanz, enthalten! Nicht nur Schwangere, sondern alle Frauen sollten deshalb Erzeugnisse, die nicht eindeutig deklariert sind, meiden.

Eine Typveränderung ist mit einer Tönung sicherlich nicht möglich.

Eine Typveränderung ist mit einer Tönung sicherlich nicht möglich.

Tönungen und Spülungen



Eine Typveränderung ist mit einer Tönung sicherlich nicht möglich. Farbliche Akzente oder das Auffrischen der ursprünglichen Haarfarbe allerdings schon. Walnussschalen für samtig schimmerndes Braun, Zitronensaft für brillantes Blond oder Rote-Bete-Saft für feuriges Rot lassen die Haare lebendig und frisch aussehen, ohne den Körper in irgendeiner Form chemisch zu belasten.

Ähnlich verhält es sich mit Tönungsshampoos. Die darin enthaltenen Farbpigmente dringen nämlich nicht direkt in die Haarstruktur und in die Kopfhaut ein, sondern legen sich lediglich aussen um die Haare herum. Genau wie Ansatzfluids, die nur bis zur nächsten Wäsche im Haar verbleiben, gelten leicht tönende Shampoos deshalb während der Schwangerschaft als unbedenklich.

Frauen, die ganz auf Nummer sicher gehen möchten, verzichten auf jegliche Farbe oder Tönung und setzen mit eingeknüpften Echthaarsträhnen farbige Akzente.

Fazit: Der sicherste Weg für Schwangere, jeglichem Risiko aus dem Weg zu gehen, ist der Verzicht auf chemische Substanzen beim Haarefärben oder Nachfärben des Ansatzes. Viele Frauen stellen ganz von allein ihre eigene Gesundheit und die ihres Babys über jedes Schönheitsideal. Dank einiger Alternativen muss trotzdem keine werdende Mutter neun Monate lang mit herausgewachsenem Ansatz oder stumpfem Haarschopf herumlaufen.

Frauen, die dennoch auf konventionelle Art färben möchten, wird geraten, zuvor einen Allergietest zu machen. Ausserdem sollten sie bedenken, dass infolge der Veränderungen des Hormonhaushalts der gefärbte Farbton während der Schwangerschaft anders ausfallen kann als sonst.



 

Oberstes Bild: © Grekov’s – Shutterstock.com



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Über Kerstin Birke

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